75 Bäume auf der Herreninsel zerstört - Nach den Aufräumarbeiten kam der Starkregen

Das Unwetter entwurzelte Bäume auf der Herreninsel.
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Das Unwetter entwurzelte Bäume auf der Herreninsel.

Manche standen schon über hundert Jahre. Doch eine halbe Stunde reichte aus, als ein Sturm Ende Juni zahlreiche Bäume zerstörte. Kaum waren die Schäden beseitigt, stand schon der Starkregen vor der Tür.

Herrenchiemsee – Seit jeher sind die Bäume auf der Herreninsel ein sensibles Thema. Dass die Herreninsel mit so vielen Bäumen gesegnet ist, liegt tatsächlich am Kini. Schließlich war die Herreninsel im Besitz von Holzspekulanten, bevor König Ludwig II. sie kaufte und darauf das Schloss erbaute. Mit diesem Schritt blieben auch die 150 Hektar Wald erhalten, die rund zwei Drittel der Insel ausmachen.

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Sogar Hubsteiger im Einsatz

75 Bäume hat es aber am 28. Juni erwischt. Das Unwetter kam am Abend aus Richtung Südwesten und traf die Insel hauptsächlich im Bereich des ehemaligen Augustinerchorherrenstiftes, ganz in der Nähe der Schiffsanlegestelle, so die Auskunft von Konstantin Buchner, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung. 

Die Schneise des Sturmes pflügte über die Insel und beschädigte Buchen, Eschen, Linden und Weiden. Viele wurden komplett entwurzelt, auch zahlreiche Baumkronen und Äste brach der Sturm ab.

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Die Mitarbeiter der Schlösser- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee waren rund drei Wochen mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Wie massiv der Sturm gewütet hat, zeigt sich am Materialeinsatz: Mit Baggern, Radladern, Traktoren und Seilwinden transportierten die Gärtner laut Buchner die kaputten Bäume ab. Da auch einige Baumspitzen in 30 Metern Höhe betroffen waren, habe die Gartenverwaltung zusätzlich einen Hubsteiger angemietet.

Auch Gebäude betroffen

Nicht nur Bäume traf der Sturm, auch ein Reh sei gestorben. „Vermutlich wurde es von einem Ast erschlagen“, sagt Jakob Nein, oberster Gärtner auf Herrenchiemsee.

Der Sturm habe außerdem einige Gebäude beschädigt, sagt Nein. Im ehemaligen Augustinerchorherrenstift und im Neuen Schloss sei Wasser durch die geschlossenen Fenster eingedrungen. Zudem habe der Wind Ziegel vom Dach geweht, sogar ein Viertel des Dachs der ehemaligen Reithalle. Dort werde zwar nicht mehr geritten, aber als Mehrzweckhalle werde der Bereich genutzt, sagt Nein. Unter anderem seien dort die Kutschen für die Besucher untergebracht.

Ein Baukran sei mit der verwaltungseigenen Fähre auf die Insel gebracht worden, inzwischen seien auch dort sämtliche Schäden beseitigt, sagt Buchner.

Immer mehr schwere Stürme

„Das Schlimme war das viele Wasser auf einem Schlag“, sagt Nein. Die Flut habe die Deckschicht der Kieswege abgeschwemmt, sodass auch hier Aufräumarbeiten notwendig gewesen seien. 

Neins Eindruck ist, dass sich die Stürme in den vergangenen Jahren häuften. Zwar habe es 2016 noch mehr Bäume getroffen, aber die Intensität nähme mit jedem Jahr zu. Auch wenn man inzwischen darauf eingestellt sei.

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So hat der jüngste Dauerregen die Herreninsel getroffen

Der Starkregen zu Beginn der Woche traf ebenfalls die Insel. Nach Auskunft von Verwaltungsleiter Buchner hatten die Regengüsse wieder zahlreiche Wege überschwemmt. 

Daher seien Besucher auf dem Weg zum Schloss über die Obstbaumallee umgeleitet worden. Bereits am Dienstagnachmittag seien die Schäden jedoch beseitigt gewesen. Das Neue Schloss und die anderen Gebäude auf der Insel hätten die Wassergüsse gut überstanden.

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