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Ertrunkener wollte seinem Freund helfen

29-Jähriger ertrinkt im Chiemsee: Badetod auch für Einsatzkräfte der Wasserwacht herausfordernd

Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie der Wasserschutzpolizei suchen rund um die Unglücksstelle nach dem Vermissten.
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Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie der Wasserschutzpolizei suchen rund um die Unglücksstelle nach dem Vermissten.
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Er wollte mit Freunden vermutlich nur einen herrlichen Sommertag in seiner neuen oberbayerischen Heimat verbringen – und fand letztlich den Tod. Ein 29-jähriger Inder ist am Samstag im Chiemsee ums Leben gekommen. Rettungskräfte konnten den Mann bergen, Reanimationsversuche blieben aber erfolglos.

Prien – Der Inder, der erst seit wenigen Monaten bei einem Institut in Garching (Landkreis München) beschäftigt war, hatte sich mit Freunden am Samstagnachmittag bei einem Bootsverleih am Chiemsee ein Elektroboot gemietet und war damit auf den See hinausgefahren.

27-Jähriger ruft um Hilfe

Die vier Männer aus Indien und Japan im Alter zwischen 26 und 28 Jahren waren mit dem Boot zwischen der Herreninsel und Prien unterwegs, als der 28-jährige Japaner gegen 16.30 Uhr vom Boot sprang. Ein 27-jähriger Inder, der offensichtlich ebenfalls die Lust auf eine Abkühlung verspürte, sprang hinterher, bekam aber schnell Probleme beim Schwimmen. Er rief nach Angaben der Polizei um Hilfe, woraufhin der Japaner seinen Freund in Richtung Boot schleppte.

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Auch der 29-jährige Inder hatte wohl die Hilferufe seines Freundes vernommen. Er sprang ebenfalls ins Wasser, um dem 27-Jährigen zur Hilfe zu kommen, konnte sich aber nicht an der Wasseroberfläche halten und ging unter.

Wassersportler, die sich in der Nähe der Unglücksstelle befanden, erkannten die Gefahrensituation sofort, setzten einen Notruf ab und begannen, nach dem Verunglückten zu suchen. Nur wenige später stießen dann die Einsatzkräfte von Wasserrettungsorganisationen, der Feuerwehr sowie der Wasserschutzpolizei hinzu. Der 29-Jährige konnte allerdings erst nach rund 40 Minuten von einem Rettungstaucher entdeckt und aus einer Tiefe von etwa 17 Metern geborgen werden.

Per Boot ins Krankenhaus gebracht

Unter laufender Reanimation wurde der Verunglückte per Boot ins Krankenhaus nach Prien gebracht, das über eine eigene Bootsanlegestelle verfügt. Dort konnten die Ärzte dann letztlich aber nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Seine drei Begleiter blieben körperlich unversehrt.

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Der Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein hat die Ermittlungen zur Klärung der Todesursache aufgenommen, wobei die Ermittler aber von einem tragischen Unglücksgeschehen ausgehen. „Derzeit liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor“, teilte Martin Emig, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, mit. Ob das 29-jährige Todesopfer, das in München wohnte, schwimmen konnte, dazu konnte Emig gegenüber den OVB-Heimatzeitungen keine Angaben machen.

Experte rät: Unbedingt abkühlen

Wobei nach Einschätzung von Werner Vietz, zweitem Vorsitzenden der Wasserwacht Prien-Rimsting und Einsatzleiter der Wasserrettung bei dem Einsatz, das tragische Unglück nicht zwingend auf fehlende Schwimmkenntnisse zurückzuführen ist. „Durch die Sonne waren die Personen vielleicht recht aufgeheizt“, sagt der Experte. Bei einem Sprung ins kühle Wasser könne dann der Kreislauf schnell verrückt spielen. Weshalb Badegästen dringend geraten wird, sich vor dem Gang ins Wasser abzukühlen.

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Bei der Suche nach dem 29-Jährigen waren nach Angaben des Einsatzleiters insgesamt acht Boote von Wasserrettungsorganisationen und Feuerwehren mit mehr als 25 Helfern im Einsatz. Für die Ehrenamtlichen nicht nur eine körperlich kräftezehrende Herausforderung, sondern auch eine psychische Belastung. Vor allem, wenn ein Einsatz – wie in diesem Fall – ein tödliches Ende nimmt.

Belastung für die Ehrenamtlichen

„Gerade bei so jungen Opfern ist das natürlich belastend“, sagt Vietz, der froh ist, dass ein „äußerst erfahrener Taucher“ das Opfer gefunden hatte. Für die Taucher sei der Druck in derartigen Ausnahmesituationen schließlich besonders hoch. Vietz: „Auf der einen Seite müssen sie aus der Tiefe langsam auftauchen, um nicht selbst ihre Gesundheit zu gefährden. Auf der anderen Seite wissen sie aber auch, dass es um Leben oder Tod gehen kann.“

Retter haben Einsatz gut verkraftet

Und wie haben die Retter den tragischen Einsatz psychisch weggesteckt. „Eigentlich ganz gut“, so der Einsatzleiter auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Eine fachmännische Betreuung durch ein Krisenteam sei nicht notwendig gewesen. Allerdings hätten alle Beteiligten einen gemeinsamen Wunsch geäußert. Vietz: „Wir hoffen alle, dass wir ein derartiges Unglück in dieser Saison nicht mehr erleben müssen.“

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