Ausstellung über eine Bohne mit erheblichen Nebenwirkungen in Übersee eröffnet

Infotafeln präsentieren Wissenswertes über den Sojaanbau.
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Infotafeln präsentieren Wissenswertes über den Sojaanbau.

Der Naturpavillon in Übersee startet mit der neuen Sonderschau „Was hat Soja mit Hunger zu tun?“ in die Saison. Sie informiert über Fleischkonsum, den weltweiten Raubbau an der Natur und die weltweite Ernährungssituation. Für Mädchen und Buben gibt es besondere Programmpunkte.

Von Bärbel vom Dorp

Übersee – Trotz der Corona Krise hat der Naturpavillon in Übersee nach der langen Winterpause planmäßig die neue Saison eröffnet. Allerdings unter den Vorgaben der geltenden Hygienevorschriften, wie Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Zu sehen ist heuer die Ausstellung „Was hat Soja mit Hunger zu tun?“, die von „Mission Eine Welt“ zur Verfügung gestellt wurde. „Sie passt zur Entschleunigung in diesen Tagen und zum Ziel unserer Einrichtung für einen nachhaltigen Lebensstil“, sagt die Leiterin Martina Mitterer.

Weltweiter Raubbau an der Natur

Die Ausstellung informiert über die Zusammenhänge von Fleischkonsum, Sojaanbau und der weltweiten Ernährungssituation. Und sie beantwortet Fragen, wie : Wie sieht die Sojabohne aus, wie und wo wird sie produziert? Wo überall ist Soja drin? Was hat Soja mit unserem Fleischkonsum zu tun? Auf abwechslungsreiche Weise erfährt der Besucher Neues über die Verwandlungskünstlerin Soja, die Rolle der Gentechnik und des Agrobusiness sowie über alternative Handlungsmöglichkeiten.

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Schwerpunkt der Ausstellung ist vor allem die Folge des übermäßigen Sojaanbaus, um dem weltweiten Bedarf an Tierfutter für den Fleischkonsum gerecht zu werden. Unter dem Schlagwort „Fleisch frisst Felder“ wird verdeutlicht, wie immer mehr Regenwälder und Savannen dem Sojaanbau weichen müssen. Auch Deutschland ist „ein Sünder“. Auf zwei Millionen Hektar – einer Fläche wie Mecklenburg-Vorpommern – wird Soja angebaut. Schon F.D. Roosevelt hatte 1937 gewarnt: „Ein Volk, das seinen Boden vernichtet, vernichtet sich selbst.“

Der Naturpavillon kann zwar die Möglichkeit bieten, die Ausstellung zu besuchen, dennoch „wird in dieser Saison vieles anders laufen als wir es gewohnt sind“, sagt Mitterer. Vor allem die üblichen Veranstaltungen im und am Naturpavillon, die Schulklassenbesuche sowie die beliebten Familientage und das Ferienprogramm müssen heuer leider ausfallen.

Kinder bekommen „Forschungsaufträge“

„Wir sind aber dabei, uns Alternativen einfallen zu lassen“, so die Leiterin. So bietet der Naturpavillon nach den derzeitigen Möglichkeiten schon jetzt eine kleine Familienrallye rund um das Haus. An fünf Stationen erwarten die Teilnehmer kleine „Forschungsaufträge“. Als „Naturforscher“ machen sie sich auf die Suche nach den Bewohnern der „Unterwelt“, mikroskopieren, brauen einen Kräutertrunk, folgen der Spur eines stacheligen Mitbewohners und bauen gemeinsam eine Nisthilfe für Wildbienen oder Ohrwürmer. Zu beachten ist, dass immer nur eine Familie ein Team stellen darf und unter den Teilnehmergruppen ein entsprechender Abstand zu halten ist.

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Die Forscheraufträge werden zu den Öffnungszeiten des Naturpavillons, von dienstags bis freitags von 14 bis 17.30 Uhr ausgegeben. Anfragen und Anmeldungen unter Telefon 0 80 42/15 51, E-Mail naturpavillon@lbv.de.

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