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LANDKREIS ROSENHEIM IST AB 2024 AUS EINER TRÄGERSCHAFT ENTLASSEN

Aus zwei Realschulen in Prien wird eine

Schüler der Klasse 6a mit Realschuldirektorin Andrea Dorsch (4.v.l.): Anna-Theresa Kyrieleis, Dren Maxhuni, Magdalena Doll, Marco Kovacs, Marinus Fischer, Jonas Büttner, Rosalie Pflüger, Benjamin Dodegge, Martina Sommer und Anastasia Arndt (v.l.). Sie sind in drei Jahren bei der Überführung der Schule dabei.
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Schüler der Klasse 6a mit Realschuldirektorin Andrea Dorsch (4.v.l.): Anna-Theresa Kyrieleis, Dren Maxhuni, Magdalena Doll, Marco Kovacs, Marinus Fischer, Jonas Büttner, Rosalie Pflüger, Benjamin Dodegge, Martina Sommer und Anastasia Arndt (v.l.). Sie sind in drei Jahren bei der Überführung der Schule dabei.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Nun ist es amtlich, was vom Landkreis schon von langer Hand vorbereitet worden war: Der Freistaat Bayern übernimmt die Kommunale Realschule Prien aus der Trägerschaft des Landkreises und erspart ihm damit alleine jährliche Personalkosten in Millionenhöhe. Die Überleitung in die Chiemsee-Realschule erfolgt zum September 2024.

Prien – Unter einem Dach waren sie schon ein paar Jahre, zumindest was das Gebäude betrifft. Nun kommen die beiden Priener Realschulen auch unter eine gemeinsame Trägerschaft. Leitender Realschuldirektor Wilhelm Kürzeder ist der zuständige Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Oberbayern-Ost. Er hat sein Büro in Wasserburg.

Nahtloser Übergang für die Schüler

Auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung erklärt er: „Die Kommunale Realschule wird geschlossen, dafür die Staatliche Chiemsee-Realschule Prien ausgeweitet.“ Sorgen seien nicht notwendig: „Für die Kinder ist in der staatlichen Realschule ein Anschluss vorhanden, dort werden die verbliebenen Klassen aufgenommen.“

Da sich beide Schulen im selben Haus befänden, sei das alles kein Problem: „Für die Kinder geht es ganz normal weiter.“ Der Landkreis bleibe wie bisher Sachaufwandsträger für das gesamte Gebäude. Zur künftigen Anzahl der Lehrer erklärte Kürzeder: „Wenn die Schülerzahlen gleich bleiben, bleibt auch die Zahl der Lehrer gleich.“

Elternbeiratsvorsitzende blickt mit Zuversicht in die Zukunft

Auch Elternbeiratsvorsitzende Doris Schlosser ist positiv gestimmt, wie sie im Gespräch sagt: „Grundsätzlich haben wir alle gewusst, dass das irgendwann kommt.“ Ihr Sohn besucht derzeit die fünfte Klasse der Kommunalen Realschule, ist also auch eines der Kinder, die in drei Jahren an die Staatliche Realschule gehen werden. „Das ist wie bei einem Zweigwechsel, da werden die Klassen auch neu durchmischt.“ Sie glaubt, dass mit Hilfe der beiden Schulleiterinnen Kerstin Haferkorn und Andrea Dorsch „alles ganz wunderbar ineinander übergeht“.

Sie weiß, dass Eltern vereinzelt in Sorge und noch Fragen offen sind, betont aber: „Ich glaube, die Kinder werden locker in die Sache gehen.“ Sie hält es für wichtig und eine „großartige Idee“, dass sich die Direktorinnen und Elternbeiräte beider Schulen frühzeitig zusammensetzen wollen, damit in Zukunft alles „gut miteinander klappt“. Schlosser fährt fort: „Ich glaube, dass sich auch die Eltern und Schüler der Staatlichen Schule Gedanken machen.“

Ehemaliger Schulleiter für Fortführung der internationalen Partnerschaften

Dr. Peter Hattenkofer leitete die Kommunale Realschule von 1982 bis 2003. Er sagt gegenüber der Chiemgau-Zeitung: „Natürlich begrüße ich, dass dieser absurde Zustand von zwei Schulen aufhört.“ Er erwarte sich, dass die Staatliche Realschule gute Traditionen der Kommunalen Realschule fortsetzt.

„Mit den Partnerstädten in Frankreich, Italien und Rumänien besteht ein langjähriger Schüleraustausch. Das ist eines der Qualitätsmerkmale der Kommunalen Realschule und ein Erbe, das unbedingt angetreten werden muss.“

Er ist überzeugt, dass selbst die Generation der Schulgründer damit „d‘accord“ gehe, dass die Realschule verstaatlicht werden müsse. Sie war 1976 unter der Trägerschaft der Marktgemeinde gegründet und 1990 vom Landkreis übernommen worden.

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Hattenkofer gibt freilich zu, dass den einen oder anderen Wehmut befallen werde: „Es war ihre Schule.“ Die Priener verbänden viel mit „ihrer“ Schule. Das sei in der starken finanziellen Unterstützung der Eltern im Förderverein deutlich zum Ausdruck gekommen. „Wir waren Mitte der 80er Jahre eine der ersten Schulen in Bayern, die einen komplett ausgestatteten Computerraum hatten.“

Als Präzedenzfall betrachtet Ministerialbeauftrager Kürzeder die Maßnahme in Prien nicht: „Es gibt in ganz Bayern nur eine Realschule, die dem Landkreis gehört.“ Von daher sei ein solcher Vorgang auch neu. Sieht aber angesichts der Heimat in einem Haus keine Probleme: „Das ist elegant lösbar. Wir werden das vernünftig regeln.“

Das sagen die beiden Schulleiterinnen zum politischen Beschluss:

Realschuldirektorin Andrea Dorsch, Leiterin der Kommunalen Realschule Prien, sagt im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung: „Der Landkreis hat uns immer gut versorgt, es war eine wohlwollende Zusammenarbeit, durch die die Schule ihre regionale Verbundenheit in besonderer Weise leben konnte.“

Sie wünscht sich, dass die Werte der Realschule Prien transportiert werden und dass die Angebote in den Wahlfächern oder mit den Partnerstädten nicht verloren gehen. Und fügt an: „Wir werden als erfolgreiche Schule die nächsten drei Jahre weitermachen.“

Gemeinsame Gespräche

Jetzt gehe es an gemeinsame Gespräche mit der Chiemsee-Realschule: „Die Menschen müssen sich kennenlernen und organisatorische Dinge besprochen werden.“Am Mittwoch, 7. Juli, stehe überdies eine Sitzung des Schulforums an, bei der sowohl Landrat Otto Lederer als auch die Schulleiterin der Chiemsee-Realschule, Kerstin Haferkorn, zugegen sein werden.

Die Staatliche Chiemsee-Realschule nahm laut Information auf deren Internetseite im Schuljahr 2012/2013 mit vier Klassen ihren Unterrichtsbetrieb auf, ein Schuljahr später sei die Schule offiziell gegründet worden, im Januar 2017 sei der Umzug in den Neubau an der Schulstraße 5 gefolgt. Realschuldirektorin Kerstin Haferkorn ist seit Beginn an Schulleiterin. Sie erklärt auf Nachfrage zur aktuell im Kreistag gefallenen Entscheidung: „Seit unsere Schule 2012 begonnen hat, stand dieses Ziel schon immer im Raum.“Der Weg dorthin sei eine Entwicklung über viele Jahre gewesen.

„Natürlich ist das ein Einschnitt für alle Lehrer und Schüler“, so Haferkorn weiter. „Wir Schulleiterinnen beider Schulen sind in Gesprächen.“ Die Schnittstellen sollten weiter forciert und noch enger zusammengerückt werden. „Damit der Übergang in drei Jahren für alle so wenig wie möglich spürbar ist.“

Die Kinder stehen im Vordergrund

Auch Dorschs Aussagen gehen in diese Richtung. Sie betont: „Alle Schüler die mit Beginn des Schuljahres 2024/25 die Realschule Prien besuchen, werden ohne einschneidende Veränderung und in gewohnter Umgebung ihren Bildungsweg in der eingeschlagenen Wahlpflichtfächergruppe fortsetzen können. Das Wohl der Kinder stehe im Vordergrund.

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