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Aus Sorge vor Investoren: Schlechinger Initiative will den Berggasthof Streichen schützen

Die einmalige Lage des Berggasthofs Streichen zieht aus Sicht der Interessensgemeinschaft womöglich Investoren an, die den Gasthof nicht in seiner jetzigen Form bewahren möchten.
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Die einmalige Lage des Berggasthofs Streichen zieht aus Sicht der Interessensgemeinschaft womöglich Investoren an, die den Gasthof nicht in seiner jetzigen Form bewahren möchten.

Was passiert, wenn ein Investor den Berggasthof Streichen kauft? Die Sorge darüber treibt eine Schlechinger Initiative um. Daher soll die Gemeinde ihn kaufen. So sieht das Konzept der Bürgerinitiative aus.

Schleching – Der historische Berggasthof Streichen steht zum Verkauf. Nun schlägt die Initiative „Streichenfreunde“ vor, dass die Gemeinde das Anwesen erwerben soll. So soll das Schlechinger Wahrzeichen auch für künftige Generationen bewahrt werden. Möglich soll dies durch eine Familienstiftung werden. Die „Streichenfreunde“ um Altbürgermeister Fritz Irlacher haben außerdem eine Bürgerbeteiligung ins Leben gerufen.

Die Erben haben nach dem Tod des Streichenwirtes Franz Strohmayer den Gasthof der Gemeinde zum Kauf angeboten. Schlechinger Bürgerinnen und Bürger, darunter auch fraktionsübergreifend zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates, haben die „Interessengemeinschaft Streichen“ gegründet, um dieses Vorhaben zu unterstützen und Finanzierungskonzepte zu erarbeiten.

Irlacher unterstützt die Initiative

Neben Altbürgermeister Fritz Irlacher stehen Elfie Bachmann und Muck Bauer jun. (beide CSU/UBS), Michael Eisenberger und Ortsheimatpfleger Hartmut Rihl hinter der Initiative.

„Das Streichenanwesen ist ein Kulturdenkmal, das für die nachfolgenden Generationen als Begegnungsstätte zugänglich bleiben muss. Dies ist aber nur gewährleistet, wenn das Gebäude in öffentlicher Hand ist“, erklärt Zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann.

Kulturdenkmal vor Investoren schützen

Die Initiative fürchtet, dass bei einem Verkauf an Privatpersonen oder Investoren das Wahrzeichen des Ortes und des gesamten Achentals unwiederbringlich für die Gemeinde verloren ginge. Eine Garantie, dass der Streichen als Juwel bayerischer Wirtshauskultur erhalten bleibt und für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt, sei dann nicht mehr gesichert.

„Das Streichenanwesen ist ein Kulturdenkmal, das für die nachfolgenden Generationen als Begegnungsstätte zugänglich bleiben muss. Dies ist aber nur gewährleistet, wenn das Gebäude in öffentlicher Hand ist“, fügt die zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann hinzu.

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Die Finanzierung des Erwerbs und der Betrieb des Streichenanwesens müssen aus Sicht der Interessensgemeinschaft für die Gemeinde dauerhaft zu leisten sein. Eine gemeinnützige Familienstiftung, deren Gründer seit fast 30 Jahren in Schleching lebt und sich dem Ort besonders verbunden fühlt, habe seine Unterstützung bereits zugesagt.

Um die Kosten darüber hinaus für die Gemeinde so gering wie möglich zu halten, gebe es jetzt die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung an den Sanierungskosten. Wer sich zukünftig finanziell beteiligen möchte, kann eine Absichtserklärung an die IG Streichen ausstellen.

Förderverein mit Bürgerbeteiligung

Beabsichtigt werde, einen gemeinnützigen Förderverein für Sanierung und Betrieb des Streichen zu gründen. Damit werden Spenden steuerlich absetzbar.

Laut der Initiative liege ein schlüssiges Finanzkonzept sowohl für den Kauf als auch für die Sanierung und den Betrieb bereits vor. Voraussetzung dafür sei, dass die Rechte bei der Gemeinde bleiben. Wichtig ist laut Initiative auch eine breite Unterstützung durch die Bevölkerung.

Dorfgemeinschaft hat schon vieles bewältigt

Altbürgermeister Fritz Irlacher erklärt dazu: „Die Streichenkirche und die Wirtschaft im ehemaligen Mesnerhaus sind ein Stück Heimat für mich. Schon als junger Ministrant war eine Einkehr beim Streichenwirt nach der Messe etwas Besonderes. Für mich ist es wichtig, den Berggasthof in der ursprünglichen Form langfristig zu bewahren. Deshalb sollte man den Erwerb durch die Gemeinde unbedingt unterstützen.“

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Die Schlechinger Dorfgemeinschaft widme sich in vielen Bereichen dem Erhalt und der Pflege von Heimat, Kultur und Brauchtum und konnte auch schon in der Vergangenheit Erfolge verbuchen. Beispielsweise beim Schlechinger Dorfladen, wo die Gemeinde die Initiative zum Kauf des alten Kramerhauses ergriffen hatte, um im Ort eine Einkaufsmöglichkeit zu erhalten. Der Dorfladen sei aus Schleching schon längst nicht mehr wegzudenken.

Die Initiative führt diverse Beispiele aus Nachbargemeinden an, wo nach dem Einstieg von Investoren die Bürger das Nachsehen hatten. „Das Bewahren unserer Heimat ist für uns eine Herzensangelegenheit und deshalb werden wir alles dafür tun, dass das Wahrzeichen unserer Gemeinde in der bestehenden Form erhalten bleibt“, sagt Zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann. Manchmal sei das Gemeinwohl höher zu bewerten als privates Interesse.

So können sich Bürger beteiligen

Wer sich an der Umsetzung dieses Projektes beteiligen möchte, kann dies mit einer Absichtserklärung zum Ausdruck bringen. Hierbei komme es nicht auf die Höhe des Betrages an, schon die Geste unterstütze das Vorhaben. Interessenten sollen bis 31. Mai eine E-Mail an streichenfreunde@gmail.com senden unter Angabe von Name und Anschrift sowie Höhe der möglichen finanziellen Beteiligung an den Sanierungskosten. Weitere Informationen finden sich auf der Seite https://streichenfreunde.jimdosite.com.

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