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Aufbruchstimmung in Reit im Winkl

Reit im Winkl - Breiten Raum nahm in der jüngsten Sitzung des Reit im Winkler Gemeinderats das Thema «Bau einer Umlaufseilbahn von Seegatterl auf die Winklmoosalm» ein.

Nachdem seitens der politischen Verantwortungsträger längst schon ein Grundsatzbeschluss zugunsten der Gondelbahn gefallen ist, gilt es jetzt, sukzessive die erforderlichen Verfahrens- und Genehmigungsschritte abzuarbeiten.

So sah der Gemeinderat in keiner der 19 vorgetragenen Stellungsnahmen der «Träger öffentlicher Belange» die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Planänderung, auch wenn Bund Naturschutz (BN) und der Vogelschutzbund Bayern die Seilbahn und die damit einhergehenden Planungsschritte rundherum ablehnen.

Die Ergebnisse der Umweltstudien vermisst der Bund Naturschutz und auch wesentliche Daten zum Bahnbetrieb wie Einsatzzeiten oder Kapazitäten. Aus diesem Grund lehnt der BN das Projekt «derzeit» ab. Der Vogelschutzbund Bayern dagegen vermisst ein Gesamtkonzept und ein Raumordnungsverfahren. Es würden verschiedene stark gefährdete Vogelpopulationen vermutet wie Auer-, Birk- und Haselhuhn». «20 Mal sei die Trasse von einem beauftragten Biologen abgewandert worden», erklärt dazu Bürgermeister Heigenhauser, derartige Vogelbestände habe man nicht feststellen können. Diese Aussagen fänden sich auch in den 90-seitigen Umweltstudien wieder.

Nach der Bewertung der Stellungnahmen seitens dieser Behörden und die jeweils einstimmig gefassten Kenntnisnahmen des Gemeinderats muss nun der zu ändernde Flächennutzungsplan und auch der Bebauungsplan laut Baugesetz erneut vier Wochen öffentlich ausgelegt werden.

Am Ende der zweistündigen Sitzung war nach den allesamt einstimmig gefassten Beschlüssen fraktionübergreifend eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren, eine gebremste Euphorie in den Reihen der Gemeinderäte, stelle der Bau der Seilbahn für viele am Ort doch einen «Meilenstein im Wintertourismus» dar.

«Es ist noch zu früh zum Feiern», sagte Bürgermeister Josef Heigenhauser am Tag nach der Sitzung zu den Beschlüssen. So habe die Regierung von Oberbayern darauf hingewiesen, das Bauvorhaben möglichst schonend in die Landschaft einzubinden und mahnte eine enge Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden dem Amt für Landwirtschaft und Forsten an. Auch solle die Parkplatzsituation in Seegatterl überprüft werden. Man rechne «durch die neue Attraktivität der Seilbahn» mit einem erhöhten Pkw-Aufkommen. Demgegenüber ist die Gemeindeverwaltung der Ansicht, dass die insgesamt 1800 Stellplätze der drei Parkflächen ausreichend seien. 50 Parkplätze, die durch den Bau der Talstation entfielen, «können kompensiert werden».

Alle Verfahrensschritte seien noch nicht abgeschossen, erklärte Bürgermeister Heigenhauser und bezog sich in seiner Ausführungen auf die 3000 Meter lange Trassenführung der Bahn, wofür auch Waldflächen gerodet werden müssen. Diese Strecke wurde mittels einer Umweltverträglichkeitsstudie und einer artenschutzrechtlichen Beurteilung zwar intensiv geprüft, eine abschließende Gesamtbewertung fehle aber noch.

Im dritten Tagesordnungspunkt zu diesem Thema bat das Landratsamt um die Stellungnahme der Gemeinde Reit im Winkl zum grundsätzlichen Bau der Bahn. Hier wurden von der Verwaltung nochmals die weitreichenden wirtschaftlichen Vorteile für den Bergort wie auch für die gesamte Chiemgau-Region aufgelistet. Auch habe man in verschiedenster Weise die Belange der Umwelt, der Vegetation und der Tierwelt untersucht und berücksichtigt.

Dieser Stellungnahme stimmte der Gemeinderat schließlich ohne größere Diskussion zu. Ebenso dem Bau eines Kontrollhäuschens an der Bergstation. Die Gestaltung der Talstation mit einem Verwaltungsgebäude, einem Sportgeschäft und dem Bahnhof für die Gondeln traf schließlich in Fragen der Gestaltung zwar nicht den Geschmack aller Räte, die Zustimmung verweigerte aber dennoch keiner. ost

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