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Bayerisches Outdoor Filmfestival

Auf Opas Spuren nach Sibirien: Filmemacher Andreas Prielmaier zeigt einen besonderen Film in Prien

Den Film „Heinz Zak – ein Leben für die Freiheit“ zeigt das BOFF exklusiv. Kletterer, Buchautor und Fotograf Heinz Zak hatte und hat die besten Kletterer vor der Linse. Er selbst ist Pionier des „Highlining“, wie hier zu sehen.
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Den Film „Heinz Zak – ein Leben für die Freiheit“ zeigt das BOFF exklusiv. Kletterer, Buchautor und Fotograf Heinz Zak hatte und hat die besten Kletterer vor der Linse. Er selbst ist Pionier des „Highlining“, wie hier zu sehen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Der Opa war als Kriegsgefangener da, Andreas Prielmaier mehrere Jahrzehnte später zum Spaß: Die Rede ist von Sibirien. Wir haben mit dem Filmemacher über das schwierige Verhältnis zu Russland gesprochen und wie aus dem Maschinenbauer ein Outdoorfilmer wurde.

Prien – Das Bayerische Outdoor Filmfestival (BOFF) gastiert am Donnerstag, 19. Mai, um 20 Uhr in Mike‘s Kino in Prien. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit dem Gründer und Filmemacher Andreas Prielmaier (48) über seine besondere Reise nach Sibirien gesprochen.

Herr Prielmaier, wie kommt man dazu, Extrem-Snowboarder zu werden?

Andreas Prielmaier: Extrem ist ja immer relativ. Ich war mal Vize-Deutscher Meister im Snowboarden. Dann bin ich aber auf Ski umgestiegen. Und jetzt sind meine Schwerpunkte Moutainbike- und Skifilme.

Sie zeigen auf dem BOFF auch einen eigenen Film. Worum geht es dabei?

Prielmaier: Der Film heißt „Trans Siberian Snow“. Auf das Thema gekommen bin ich durch eine Geschichte aus meiner Familie. Mein Großvater war nämlich Kriegsgefangener in Sibirien. Meine Idee war, auf seinen Spuren dorthin zu fahren. So bin ich von meinem Wohnort Hausham im Landkreis Miesbach nach Sibiren gefahren. Das war kurz vor der Pandemie, im Dezember 2019.

Was war Ihre genaue Route?

Prielmaier: Insgesamt waren das 8000 Kilometer und wir sind mit dem Zug über München nach Moskau. Von dort ging es dann acht Tage lang mit der Transsibirischen Eisenbahn zum Baikalsee. Dort waren wir dann Skifahren, in völlig abgelegenen Orten. Wir hatten beste Freeride-Bedingungen!

Andreas Prielmaier hat eigentlich Maschinenbau studiert.

Heute ist das Verhältnis zu Russland mehr als schwierig.

Prielmaier: Uns ging es darum, die Menschen kennenzulernen. Schon die Fahrt mit der Bahn war ganz speziell, wir sind bewusst in der Dritten Klasse gefahren. Das kann man echt nicht jedem empfehlen, das ist wie ein fahrendes Matratzenlager. Man lebt sehr eng zusammen, da kommt es schon mal vor, dass die Mitfahrer sich die Zehennägel schneiden. Auch die Verständigung war sehr schwierig, wir konnten kein Russisch und kaum jemand Englisch oder Deutsch.

Aber was ich sagen kann: Die Leute waren äußerst hilfsbereit und herzensgut. Ich denke noch oft an die älteren Frauen, die den ganzen Tag an den eisigen Bahnhöfen warten, bis einmal am Tag der Zug kommt. Die verkaufen dann heiße Kartoffeln, die sie in Kinderwägen zwischenlagern. Für einen Cent umgerechnet! Das ist schon ein Unterschied zur westlichen Welt.

Wie hat ihr Opa die Zeit in Russland überstanden?

Prielmaier: Ich war dort ja freiwillig und zum Spaß, auch wenn wir dort gefilmt haben. Mein Opa hingegen war als Kriegsgefangener in Sibirien Er war schwer traumatisiert und kam als Knochengerüst wieder. Körperlich und physisch am Ende. Er lebt nicht mehr, aber meine Oma, meine Tante und meine Mutter haben mir viele Details und Erinnerungen erzählt.

Was macht für Sie einen guten Outdoorfilm aus?

Prielmaier: Ich will nicht nur schöne Bergbilder zeigen, sondern eine Geschichte erzählen. Das ist auch eine ganz persönliche Erfahrung. Einen Film habe ich in Pakistan und Kaschmir gedreht, „Kaschmir Now“ heißt der. Wunderschöne Natur gibt es da, aber es ist eben auch eine Krisenregion. Wir wurden dann von unserem Guide zu einer Familie eingeladen. Und es war erst mal furchtbar: Ein Gestank, ein Verhaus. Für unsere westliche Sichtweise waren das arme Leute. Ich habe dann aber gemerkt, dass diese Menschen zwar keine materiellen Dinge haben. Aber so viel mehr: Mehr Zeit, sie haben viel engere Beziehungen. Und weniger Stress. Reich im anderen Sinne.

Sie sind Ingenieur für Maschinenbau - wie wird man da Filmemacher, anstatt Autos zu bauen?

Prielmaier: Ich bin in Icking bei Wolfratshausen aufgewachsen. Sport habe ich immer viel gemacht, dann aber erst mal Maschinenbau studiert. Ich habe Ski- und Snowboard-Rennen gefahren und bin da irgendwie so reingerutscht. Anfangs habe ich noch als Ingenieur gearbeitet, aber über die Reisen wurde ich dann Chefredakteur eines Skimagazins, dann kam der Kontakt zu Filmemachern und so nahm das seinen Lauf. Vor sechs Jahren habe ich dann BOFF gegründet und bin außerdem Dozent an der Filmhochschule.

Das Programm:

Flow Valley – El Hierro:

Die MTB Community Flow Valley verschlägt es auf die Kanareninsel El Hierro. Dort treffen sie Ralf, einen Aussteiger aus Deutschland. Den bayerischen Bikern zeigt er die besten Trails auf seiner Trauminsel.

Heinz Zak – ein Leben für die Freiheit

Dokumentation über den Bergmenschen, Kletterer, Buchautor und Fotograf Heinz Zak. Er hatte und hat die besten Kletterer vor der Linse, unter anderem Tom und Alexander Huber, die Huberbuam. Dieser Film ist exklusiv auf dem BOFF zu sehen!

Eisiger Tanz mit dem Götterfall

Islands Wasserfälle im Norden der Vulkaninsel sind schon im Sommer eine Herausforderung für wagemutige Wildwasser-Paddler. Wie verrückt muss man da erst sein, diese im Winter zu befahren? Dieser Film ist exklusiv auf dem BOFF zu sehen!

Trans Siberian Snow

Sibirien? Ist das nicht saukalt, unendlich einsam und voller schauriger Geschichten über Kriegsgefangene und Regimekritiker, die in den Gefrierschrank unseres Planeten verbannt wurden? Wer sollte freiwillig in diese lebensfeindliche Gegend reisen wollen? Dieser Film ist exklusiv auf dem BOFF zu sehen!

Follow the Light

Die Welt, in der sich Kiliian Bron bewegt, wirkt fast surreal, eine Berglandschaft, wie von Künstlerhand erschaffen. Brons Produktion verbindet das Mountainbiken, die Bergwelt und das Thema Licht in einer neuen, noch nicht dagewesenen Form.

Few steps from home

Fernreisen sind in trüben Zeiten wie diesen ein Ding der Unmöglichkeit. So think simple! Das Trio Jochen Mesle, Max Kroneck und Joi Hoffmann sucht sich seine Freeride Lines quasi vor der Haustür!

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