Auf Adlgassers Spuren durch Inzell

In historischen Gewändern führten Annelie Gromoll und Evi Blum die hier vor der Frauenkirche versammelten Teilnehmer auf einen Spaziergang durch das Leben des Komponisten Anton Cajetan Adlgasser.
+
In historischen Gewändern führten Annelie Gromoll und Evi Blum die hier vor der Frauenkirche versammelten Teilnehmer auf einen Spaziergang durch das Leben des Komponisten Anton Cajetan Adlgasser.

Auf den Spuren des Inzeller Komponisten Anton Cajetan Adlgasser, der als Hoforganist Vorgänger von Wolfgang Amadeus Mozart beim Salzburger Fürsterzbischof war, spazierte eine bunt gemischte Gruppe aus Einheimischen sowie Urlaubern durch Inzell.

Inzell – Angeführt von Annelie Gromoll, Sprecherin des A. C. Adlgasser-Freundeskreises, und Evi Blum als historisches Paar wurden die Teilnehmer des Inzeller Kulturspaziergangs eingeladen, die Wechselwirkungen zwischen Natur, Musik und Literatur wahrzunehmen. Die Zeit des Wandels in der Musikwelt sei zu Adlgassers Zeit aktuell gewesen und werde während der Inzeller Kulturtage spür- und hörbar. Anlässlich des Beethovenjahres sehe man, wie sich sein Welterfolg auch in der Literatur mit „Die Neunte“ von Dieter Hildebrandt widerspiegle.

Von der Natur im Moor inspiriert

Von der Natur ließen sich die Teilnehmer zunächst im Inzeller Moor inspirieren. Dort spielte ihnen Gromoll von der CD „Tausendjähriges Seeon“ mit dem Tölzer Knabenchor und dem Convivium Musicum München „Anmutsvolle Silberquellen“ vor – eine Arie von Anton Cajetan Adlgasser.

Der Weg führte weiter in die Frauenkirche Niederachen, die direkt am Mozart-Radweg liegt. Unterhalb der Frauenkirche liegt die Wasserkapelle, die nur durch eine Wiese vom Adlgasser-Geburtshaus, dem Gasthaus Neimoar, getrennt ist.

Auf einem Bauernhof groß geworden

Gromoll machte ihren Zuhörern deutlich, dass die Welt, aus der Adlgasser stammt, eine völlig andere war als das städtische Umfeld der Mozarts, die in Augsburg beziehungsweise Salzburg aufwuchsen. Der Inzeller Lehrerssohn Adlgasser sei auf einem Bauernhof groß geworden. „Es war ein karges, einfaches Leben.“ Die einzige Alternative zum Milchviehbetrieb sei in dem Gebirgstal die Waldwirtschaft gewesen. Man könne sich vorstellen, dass der junge Anton Cajetan von der damals bereits bestehenden Wasserkapelle angezogen wurde und hier als musischer Mensch die Ruhe fand, die er brauchte, um Werke zu komponieren.

Notenhefte gibt es im Rathaus

Aufgrund seiner schlichten dörflichen Herkunft habe Adlgasser anders als die Mozarts einfach seinen Dienst getan und sich nicht um die Vermarktung der Werke gekümmert. Dies sei wohl neben Plünderungen durch wechselnde Herrscher in Zeiten des Umbruchs der Grund, dass so wenige von ihnen erhalten sind.

Über die „Rote Traun“ ging es zurück ins Rathaus zu den zwei Vitrinen über den Komponisten. Ein Nürnberger Teilnehmer erkundigte sich daraufhin bei der Gemeinde nach Adlgasser-Noten. Die einzelnen Notenhefte liegen für Interessierte im Rathaus bereit. vm

Kommentare