Auch künftig will die Gemeinde Unterwössen investieren, Rücklagen bilden und Kredite tilgen

Rund 1,5 Millionen Euro will die Gemeinde Unterwössen in den Jahren 2021 bis 2023 in den Hochwasserschutz im Ortsteil Oberwössen investieren. Archiv Berger
+
Rund 1,5 Millionen Euro will die Gemeinde Unterwössen in den Jahren 2021 bis 2023 in den Hochwasserschutz im Ortsteil Oberwössen investieren. Archiv Berger

Zufrieden mit der Entwicklung der Finanzen: Einstimmig hat der Gemeinderat Unterwössen den Haushalt der Kommune für 2020 abgesegnet.

Unterwössen– Auf Empfehlung des Bayerischen Gemeindetages wurde die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Unterwössen „auf das absolut notwendige Mindestmaß“ beschränkt, ein ausreichender Abstand zwischen den Mandatsträgern eingehalten und ein Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. „Um handlungsfähig für die nächste Zeit zu bleiben, haben wir uns zur Absegnung des Haushaltsentwurfs für 2020 entschlossen“, begründeten Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) und Geschäftsleiter Thomas Müllinger das Zustandekommen der Sitzung. Insgesamt waren zwölf der 16 Gemeinderäte und vier Vertreter der Verwaltung anwesend.

Gemeinderat hatte Haushalt in Klausur vor besprochen

„Es ist heute nicht die Zeit der großen Reden, denn die Gesundheit steht absolut im Vordergrund“, betonte Müllinger. Im Übrigen waren zur Vorbereitung des Haushalts bereits am 7. März alle Eckpunkte und die finanzielle Situation der Gemeinde in einer Haushaltsklausurtagung vor besprochen worden. So herrschte denn auch eine allgemeine Zufriedenheit über den Haushalt, der einstimmig abgesegnet wurde.

Lesen Sie auch:Gemeinderäte gehen auf Abstand

„Die positiven Entwicklungen der letzten Jahre sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite versetzen uns in die Lage, auch künftig zu investieren, Rücklagen zu bilden und Kredite zu tilgen“, lautete das Fazit von Bürgermeister Entfellner. Das Haushaltsvolumen von 11,2 Millionen Euro hat sich zwar um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr vermindert, ist aber vergleichsweise auf einem hohen Niveau geblieben. Der Verwaltungshaushalt schließt mit Einnahmen und Ausgaben bei 7,06 Millionen Euro und der Verwaltungshaushalt bei 4,16 Millionen Euro.

Geschäftsleiter Müllinger sieht bei den Gemeindesteuern und den staatlichen Förderungen nach wie vor eine erfreuliche Entwicklung. Ein positiver Aspekt sei auch die Beibehaltung der Hebesätze von 350 Prozent für die Grund- und Gewerbesteuer wegen der guten Gesamtsituation.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Trotzdem sollte man aber auch mögliche Herausforderungen und Aufgaben in den kommenden Jahren nicht aus den Augen verlieren. Vor allem die Corona-Krise werde Folgen haben, die noch in keinster Weise abschätzbar seien. Durch die negativen Folgen für die Wirtschaft könnte möglicherweise alles wieder auf den Prüfstand kommen, so Müllinger.

Zuschüsse und Förderungen für das neue Bürgerhaus

Teil des Haushaltes ist auch der Finanzierungsplan für den Umbau des alten Bades. Zu den Gesamtkosten für das neue Bürgerhaus von 7,9 Millionen Euro erhält die Gemeinde 4,9 Millionen Euro an Zuschüssen und Förderungen. Der Eigenanteil beträgt 2,95 Millionen Euro. Abgesehen von den Restkosten für den Hallenbadumbau in Höhe von 1,33 Millionen Euro sind im Haushalt an größeren Investitionen in diesem Jahr 663 500 Euro für den Rest der Baumaßnahmen der B 305 in Brem, 450 000 Euro für die Planung und Baumaßnahmen in Sachen Rathaus, 400 000 Euro für die Feuerwehren in Ober- und Unterwössen, 122 000 Euro für die Mittelschule Unterwössen und 185 000 Euro für Grunderwerb eingeplant. Schmerzlich sind die Ausgaben von 1,72 Millionen Euro für die Kreisumlage und 116 00 Euro für die Gewerbesteuerumlage.

Dafür gestaltet sich die Entwicklung der kommunalen Steuereinnahmen weiterhin positiv, wie Kämmerer Wolfgang Kaindl informierte. Zu erwarten seien 1,75 Millionen an Einkommensteueranteilen, 1,62 Millionen an Schlüsselzuweisungen und vermutlich 700 000 Euro an Gewerbesteuern.

Schuldenstand wird sich zum Jahresende erhöhen

Obwohl der Haushalt für heuer keine Kreditaufnahme vorsieht, wird sich der Schuldenstand von 2,5 Millionen Euro auf 3,02 Millionen Euro bis zum Jahresende erhöhen. Grund ist eine Kreditermächtigung von einer Million Euro aus dem vergangenen Jahr, die zwar 2019 nicht gebraucht wurde, wohl aber heuer zur Hälfte in Anspruch genommen wird. Die Erhöhung der Schulden hat auch eine Erhöhung der Pro-Kopf-Verschuldung von 696 Euro auf 844 Euro in diesem Jahr zur Folge. Der Finanzplan für die Jahre 2021 bis 2023 sieht an großen Investitionen 1,5 Millionen Euro für den Hochwasserschutz in Oberwössen, 600 000 Euro für das Sanierungskonzept der Schule und 400 000 Euro für die Achenbrücke vor.

Unter dem Beifall Räte lobte Bürgermeister Entfellner abschließend Kämmerer Wolfgang Kaindl für dessen „für Jedermann fassbaren Haushaltsentwurf“.

Kommentare