Auch die Heinzelmädchen müssen pausieren

20 bis 30 freiwillige Helferinnen organisieren Jahr für Jahr den Heinzelmädchen-Markt. RE
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20 bis 30 freiwillige Helferinnen organisieren Jahr für Jahr den Heinzelmädchen-Markt. RE

Im Frühjahr 1993 veranstaltete eine Gruppe engagierter Frauen aus dem Kreis des Kindergarten-Elternbeirats den ersten Spielzeugmarkt, damals noch im Pfarrheim Grassau. Wegen Corona hoffen die Organisatoren, dass der Markt stattdessen am 30. und 31. Oktober stattfinden kann.

Grassau . Längst sind die Tische dort zu wenig, und die Stellfläche im großen Heftersaal stößt meist auch an die Grenzen. Besonders im Herbstmarkt, wo vor Weihnachten die über 400 Kunden – innerhalb weniger Stunden – gern hochwertige und qualitätsgeprüfte Spielwaren abgeben und auch kaufen wollen.

Dabei wird in Grassau die Ware quasi anonym angenommen, jedes Teil wird bei der Abgabe genau geprüft und gemeinsam mit dem Kunden wird der Preis festgelegt. Die Kopien der durchnummerierten Preiszettel bekommt der Verkäufer mit und kann am nächsten Tag nach dem Verkauf mit diesen Nummern seinen Ertrag und die nicht verkauften Teile abholen. Das Konzept hat sich bewährt, der Helferstamm ist stetig gewachsen und der Erlös aus den zehn Prozent vom Umsatz wird gern als Sachspende für soziale Kinder- und Jugendeinrichtungen im Gemeindebezirk verteilt.

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Die soziale „Verwertungs-Idee“, gebrauchte Spielwaren zu verkaufen, wurde inzwischen von vielen Gemeinden in der Region aufgegriffen. Viel Spaß und gute Laune prägen trotz straffer Organisation und engem Zeitplan in Grassau beim Zusammenarbeiten die jeweils 20 bis 30 Helferinnen. Das ehrenamtliche Engagement und die Sachspenden für soziale Kinder- und Jugendeinrichtungen im Gemeindebezirk motivieren immer wieder viele Frauen zur Mithilfe.

Plakatverteilung, Auf- und Abstellen von Plakatreitern im Gemeindegebiet, Pressearbeit und Utensilien-Beschaffung wird auf mehreren Schultern verteilt, die Helferinnen dürfen dafür den Vorteil nutzen, als Erste einzukaufen. 2014 wurde das Engagement der Grassauer Heinzelmädchen mit dem dotierten Jugendförderpreis der Gemeinde Grassau ausgezeichnet, dieser wurde für einen gemeinsamen Ausflug nach Salzburg genutzt.

Im Herbst 2017 konnte bereits der 50. Spielzeugmarkt angeboten werden, der wie erwartet von den Besuchern aus der ganzen Region wieder zahlreich angenommen wurde. 35 bis 40 Helfer verbrachten diese wie immer unentgeltlich für eine reibungslose Abwicklung.

In diesem Jahr musste der Frühjahrsmarkt wegen der allgemeinen Ausgangsbeschränkung erstmals abgesagt werden, teilweise waren schon Plakate verteilt worden, viele Familien hatten ihre Verkaufsware schon vorbereitet

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