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Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn

Gemeinden am Chiemsee gehen gegen Atommüll-Endlagerpläne auf die Barrikaden

De Chiemseegemeinde Gstadt mit Blick auf die Inseln. Gerät diese Idylle vielleicht bald ins Wanken. Könnte in dieser Region nach bisheriger Erkenntnis der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ein Atomendlager entstehen?
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De Chiemseegemeinde Gstadt mit Blick auf die Inseln: Könnte in dieser Region nach bisheriger Erkenntnis der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ein Atomendlager entstehen?
  • VonKarl Wastl
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Weite Teile der Region rund um den Chiemsee kommen theoretisch für ein Atommüll-Endlager in Frage. Die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn fordern ein geeintes Vorgehen dagegen.

Gstadt – Auf der Suche nach „einem Endlager für einen dauerhaft sicheren Verbleib aus Hinterlassenschaften der Atomtechnologie“ war auch die Region um die Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn mit den Gemeinden Gstadt und Chiemsee in den näheren Fokus geraten. Dies war erneut Thema in der jüngsten Sitzung des Gstadter Gemeinderats.

Die Interessen gemeinsam vertreten

Diese Erkenntnis hatte die Gemeinderäte der Mitgliedsgemeinden übereinstimmend vorab in nicht-öffentlicher Sitzung dazu bewogen, dass die Interessen der betroffenen Kommunen gemeinsam und gegebenenfalls überregional vertreten werden müssen. Hier wäre eine interkommunale Zusammenarbeit auf größerer Ebene mit mehreren Landkreisen wünschenswert, sagte Bürgermeister Bernhard Hainz (FW) im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Fremdenverkehr eine Existenzgrundlage

Speziell im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft sei der Fremdenverkehr eine Existenzgrundlage, die es zu schützen gelte, so Hainz weiter. Mit den einzigartigen Naturschutzgebieten im Umgriff, der Herreninsel, die als Anwärter für das Weltkulturerbe in Betracht komme, wolle man nicht untätig zusehen, so der Rathauschef.

In einem gemeinsam verfassten Schreiben an Landrat Otto Lederer plädiert die Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn für eine Vernetzung der betroffenen Gemeinden. Hier wollen laut Hainz die Kommunen den Hebel ansetzen und einer möglichen Standortwahl frühzeitig entgegenwirken.

„Eine Antwort ist längst überfällig“, zeigte sich das Gemeindeoberhaupt sichtlich enttäuscht. „Je weiter der Bogen gespannt ist, desto größer sind die Hebel, die man in Bewegung setzen kann“, seien sich die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft sicher.

Eine Anlaufstelle für Bürgeranfragen

Sie plädieren für die Einrichtung einer Anlaufstelle für Bürgeranfragen und die Einstellung eines speziell in der Angelegenheit tätigen Geologen. Es müsse ein ständiger Austausch stattfinden, um sich zu einem späteren Zeitpunkt nicht eingestehen zu müssen, man hätte nicht oder zu spät gehandelt.

Früh genug die Weichen stellen

Schließlich gehe es hier um generationenübergreifende Entscheidungen; dazu müssten früh genug die Weichen gestellt werden, um hier nicht ins Hintertreffen zu geraten, ist sich Hainz sicher.

Weitere Artikel zur Enlagersuche in der Region finden Sie in unserem Dossier

Die Pressestelle im Landratsamt Rosenheim teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass Landrat Otto Lederer den Brief der Bürgermeister in den kommenden Tagen beantworten werde.

Auch Teile des Landkreises Rosenheim gehören dazu

Im September legte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen Zwischenbericht vor, in dem fast zwei Drittel Bayerns als Lagerort für radioaktiven Atommüll in der näheren Auswahl genannt sind. Dabei handelt es sich um sieben Teilgebiete, die 76 Landkreise und eine Fläche von fast 42.000 Quadratkilometern umfassen.

Auch Teile des Landkreises Rosenheim gehören dazu, nämlich die Region zwischen Rosenheim und östlichem Chiemseeufer. Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.“ Eine endgültige Entscheidung soll im Jahr 2031 fallen, bis dahin sind unzählige Gutachten, Analysen und Gespräche notwendig.

Bei einer Videokonferenz vergangene Woche haben sich Bürgermeister der 17 betroffenen Gemeinden und der Rosenheimer Landrat Otto Lederer (CSU) über die gemeinsame Marschroute im Verfahren der Atommüll-Endlagersuche beraten (wir berichteten). Angeregt hatte die Videokonferenz der Breitbrunner Bürgermeister Anton Baumgartner (Parteifreie/WG).

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