Asylbewerber Javid näht Mundschutzmasken für Grassauer Flüchtlingsunterkunft

Helfen möchte der junge afghanische Flüchtling Javid. Er kann sehr gut nähen und hat schon mehr als 100 Masken hergestellt. Eder

Javid aus Afghanistan ist ein begabter Schneider und möchte gerade jetzt etwas für die Allgemeinheit tun. Deshalb fertigt er im Nähstüberl des Vereins „Integer“ Behelfsmasken aus weißem Baumwollstoff. Unterstützt von Sibylle Bregenzer, die die Bügelarbeiten übernahm, entstanden so in kürzester Zeit mehr als 100 Masken. Diese werden zunächst der Grassauer Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt.

Grassau – Der Verein „Integer“ engagiert sich mehrfach, unterhält eine Selbsthilfe-Radreparaturwerkstatt und auch den Grassauer „Kleiderschrank“, eine gemeinnützige Kleiderkammer sowie das Nähstüberl. Diese Einrichtungen mussten aufgrund der Coronakrise vorübergehend geschlossen werden. Speziell für die Schutzsuchenden in der Flüchtlingsunterkunft werden auch Deutschkurse angeboten. Auch dies ist derzeit nicht möglich. Die Bewohner haben zwar Unterlagen für ein Selbststudium, doch das Erlernen der deutschen Sprache ohne Anleitung ist sehr anspruchsvoll.

Aus der Empfehlung, beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wird ab kommenden Montag eine Pflicht. Ein Grassauer Supermarkt ruft seine Kunden schon seit längerem vehement dazu auf, diese Behelfsmasken zum Schutz des dort arbeitenden Personals und gegenseitiger Rücksichtnahme zu tragen.

Da diese Masken aber nur schwer zu bekommen sind und auch nicht jeder nähen kann, geschweige das nötige Material vorrätig hat, kam die Vorsitzende des Vereins Integer Uta Grabmüller zu dem Schluss: „Wir helfen einfach“. Ein Aufruf unter den Mitgliedern des Vereins fiel auf fruchtbaren Boden und die Produktion der Masken begann. Auch Stoff wurde gespendet. Allerdings zeigte sich schnell, dass die engagierten Hobbynäherinnen bald an ihre persönlichen Produktionsgrenzen kamen.

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Sybille Bregenzer, Leiterin des „Grassauer Kleiderschranks“ hatte dann überraschend von Javid, einem in Grassau lebenden Flüchtling, das Angebot bekommen, Masken in größerer Stückzahl zu nähen. Das hat sie gern angenommen. Unter Beachtung der Abstandsregelungen und strenger Hygienemaßnahmen hat sie engagiert und umsichtig gemeinsam mit dem jungen Mann die Produktion übernommen. In kürzester Zeit entstanden so mehr als 100 Masken. Mit den Spenden von den Hobbynäherinnen konnten nun allen knapp 130 Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Alltagsmasken zur Verfügung gestellt werden. „Die gemeinnützige Einrichtung, die Kleiderkammer mit Nähstüberl, ausgestattet mit einer professionellen Nähmaschine, hat sich wieder einmal bewährt“, erklärt Uta Grabmüller.

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Genäht wird derzeit an vielen Orten. Doch das besondere hier ist vor allem der junge Afghane Javid. Die vorhandenen Schnittvorlagen hat er selbstständig verbessert und die Arbeitsabläufe so koordiniert, dass er nur wenige Minuten für eine Behelfs-Mund-Nasenmaske benötigt. Damit auch seine Landsleute davon profitieren und selbst aktiv werden können, hat er zudem in Farsi, der Landessprache, ein kleines Anleitungsvideo erstellt. „Ich möchte helfen“, sagt der junge Mann, der schon sehr gut Deutsch spricht. „Es ist nicht schwer und wer eine Maske braucht, kann sich melden, ich werde weiter nähen“, verspricht er.

Wer helfen möchte, meldet sich bei Integer

Der Bedarf an Behelfsmasken wird weiter anhalten, davon geht auch  Grabmüller aus. Wer in Grassau für Schutzbedürftige, für Ältere oder besonders belastete Mitmenschen nähen möchte oder mehr Material (leichter Baumwollstoff/mindestens bei 60 Grad waschbar und Einziehgummi in guter Qualität) spenden möchte, melde sich bei der Vereinsvorsitzenden von Integer unter 0171/5673784. Auch wer zur Risikogruppe zählt und Bedarf an Masken hat, darf sie anrufen.

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