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Artefakte aus der Bronzezeit bis zum Frühmittelalter

Archäologie zum Anfassen entlang des Römerwegs in Seebruck

Matthias Ziereis (links), Römerbeaufragter der Gemeinde Seeon-Seebruck, hat die zehn Kinder-Schautafeln für den Archäologischen Rundweg konzipiert und Kunstschmied Robert Mayer aus Hörpolding hat die Ideen mit den Nachbildungen von historischen Waffen, Werkzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen zum Anfassen handwerklich und künstlerisch umgesetzt.
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Matthias Ziereis (links), Römerbeaufragter der Gemeinde Seeon-Seebruck, hat die zehn Kinder-Schautafeln für den Archäologischen Rundweg konzipiert und Kunstschmied Robert Mayer aus Hörpolding hat die Ideen mit den Nachbildungen von historischen Waffen, Werkzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen zum Anfassen handwerklich und künstlerisch umgesetzt.

Der beliebte Römer-Rundweg in Seeon-Seebruck wird mit verschiedenen Repliken aufgewertet. Nachbildungen historischer Dolche, Helme, Geschirre und andere Gegenstände sollen besonders Kinder mit dem Alltag der Römer in der Region vertraut machen.

Seeon-Seebruck – Eine sehenswerte und auch pädagogisch wertvolle Bereicherung erfährt voraussichtlich bis Ostern der beliebte Archäologische Rundweg, der sich über rund 27 Kilometer durch die Seebruck, Truchtlaching und Seeon schlängelt. An neun der elf Stationen sollen Schautafeln für Kinder mit kurzen, leicht verständlichen Infotexten, Bildern und Nachbildungen von historischen Waffen, Werkzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen aufgestellt werden. Ihre Originale stammen aus der Phase zwischen Bronzezeit und frühem Mittelalter.

Anfassen ist ausdrücklich erlaubt

Der thematische Schwerpunkt des Archäologischen Rundweges, den vor 15 Jahren der damalige Leiter des Römermuseums, Dr. Alfons Regnauer, initiiert hat, liegt auf der Kelten- und Römerzeit vor rund 2000 Jahren. Zuletzt wurde am Anger in Seebruck die Station „Römisches Streifenhaus“ mit aufgenommen.

„Die neuen Tafeln aus Stahl werden an diversen Stationen neben den bestehenden Infotafeln aufgestellt und sollen gerade für die jüngeren Besucher die Geschichte lebendig und begreifbar machen“, betont der gemeindliche Römerbeauftragte Matthias Ziereis – „anfassen erlaubt!“.Das Ganze laufe über das EU-Leader-Projekt „Römerregion Chiemsee“, dem sich elf Gemeinden aus den Leader-Regionen Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen angeschlossen haben, um Einheimischen und Urlaubern die lokale Geschichte optimal näherzubringen.

Die Grafikerin legt noch Hand an

„Unser bewährter Kunstschmied Robert Mayer aus Hörpolding hat mein Konzept und meine Ideen handwerklich und künstlerisch wieder hervorragend umgesetzt“, lobt Ziereis. „Wir hoffen, sie bis April aufstellen zu können, das hängt aber auch von der Fertigstellung der Textplatten ab, mit denen Grafikerin und Layouterin Kathi Willmann aktuell noch beschäftigt ist, und auch vom Wetter“, so Ziereis, der ein passionierter, experimenteller Archäologe und historischer Darsteller ist.

Am unteren Ende der Tafeln werde jeweils ein Zeitstrahl mit den entsprechenden historischen Epochen zu sehen sein. Während die Texte den meisten Platz auf den Kindertafeln einnehmen werden, wurden auf dem restlichen Drittel bereits die Repliken montiert. Beim Befestigen hat sich Mayer immer wieder besondere Ideen einfallen lassen. Für die Römer-Helme hat er zum Beispiel runde Aussparungen in die Stahl-Platten geschnitten und die Repliken darin lose aufgehängt, damit sie sich bewegen und sogar aufsetzen lassen.

Aufträge bis nach Indien vergeben

„Der Auftrag hat mir richtig Spaß gemacht, auch wenn es teilweise kniffliger und aufwendiger war, als gedacht“, so Mayer. Nach seiner umfangreichen Recherche und dem Verfassen der passenden kindgerechten Texte bestellte Matthias Ziereis über 50 Repliken von rund zehn Firmen. Ein Helm stammt sogar aus Indien.

Wie werden nun die originalgetreu nachgebauten Artefakte auf die einzelnen Stationen verteilt? Hier eine Auswahl: An Station eins, dem Vorplatz des Seebrucker Römermuseums Bedaium sollen Schautafeln mit wissenschaftlichen Texten von Dr. Bernd Steidl vom Landesamt für Denkmalpflege zu den 2020 untersuchten römischen Spolien – architektonische Bauteile – aufgestellt werden. Diese waren einst im keltoromanischen Bedaiustempel und im spätantiken Römerkastell am Standort der heutigen Pfarrkirche verbaut und zeugen von der großartigen Handwerks- und Baukunst der Römer.

Dolche, Angelhaken und Bronzefibeln

Am römisch-norischen Gräberfeld im Seebrucker Ortsteil Graben – Station Nummer zwei – werden unter anderem römische Grabtafeln und Grabbeigaben zu sehen sein, am Keltengehöft in Stöffling, Station drei, ein keltischer Helm, ein kleiner Dolch und Bronzefibeln. An der Fluchtburg, Station fünf, werden ein frühmittelalterliches Schwert sowie ein Feuerstein samt Feuereisen gezeigt. Angelhaken, eine Harpune und Geschirr aus „Terra Sigillata“ stellen die Repliken an Station zehn dar.

Neben Denkmalpfleger Dr. Bernd Steidl stand der Gemeinde auch der Historiker Marcus Altmann als wissenschaftlicher Berater zur Seite. Im kommenden Frühjahr ist am Archäologischen Rundweg eine größere Einweihungsfeier geplant.

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