Arbeitslosenquote lag bei 3,1 Prozent

Im Landkreis Traunstein lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2014, wie die Agentur für Arbeit gestern mitteilte, bei 3,1 Prozent. Damit blieb sie 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2013, jedoch überschritt sie den Durchschnittswert 2012 von 3,0 Prozent.

Traunstein - "Im Vergleich mit den Quoten der drei anderen Landkreise stellt sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Traunstein positiv dar", bilanziert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, die Arbeitsmarktzahlen 2014. Neben Traunstein gehören die Landkreise Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting zum Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Traunstein. Der Durchschnittswert 2014 für alle vier Kreise: 3,6 Prozent (2013 auch 3,6 Prozent)

Im Landkreis Traunstein waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 2772 Arbeitslose gemeldet (2013: 2829). 879 freie Stellen waren nicht besetzt (856). Während 2012 die durchschnittliche Arbeitslosigkeit mit 2604 beschäftigungslosen Menschen leicht rückläufig gewesen war, stieg sie 2013 und 2014 wieder an.

Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen fällt auf, dass die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Rechtskreis Sozialgesetzbuch (SGB) III (Arbeitslosengeld I) geringfügig um 0,1 Prozent sank, wohingegen sie im Rechtskreis SGB II (Arbeitslosengeld II) deutlich um 4,3 Prozent abnahm. Im Jahr 2014 gehörten durchschnittlich 1533 (2013: 1534) Arbeitslose dem Rechtskreis des SGB III an, 1239 (1295) dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen betrug im Jahresdurchschnitt 2,3 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 267 junge Menschen waren gemeldet, 25 weniger als 2013.

Von den 2772 Menschen ohne Job waren 1032 älter als 50 Jahre. Das sind zwölf oder 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr und 40 mehr als 2012. Im Rechtskreis SGB III beträgt der Anstieg 5,9 Prozent, im Bereich der Grundsicherung ergab sich ein deutlicher Rückgang um 9,3 Prozent, das sind 45 Menschen in dieser Altersgruppe.

Insgesamt sind 37,2 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten über 50 Jahre alt. "Knapp ein Viertel, 24,7 Prozent, gehören in die Altersgruppe der über 55-Jährigen", so Müller, "wir wissen, dass diese Gruppe noch bis zu zehn Jahre arbeiten möchte oder soll; wir wissen jedoch auch, dass die Chancen mit jedem Jahr geringer werden, weil sich Vorbehalte nur sehr langsam ändern", analysiert Müller. "Das Jahr 1964 war das geburtenstärkste Jahr, weshalb 2014 die meisten Menschen das 50. Lebensjahr vollendet haben. Wir appellieren an alle Arbeitsmarktpartner, diese Altersgruppe differenziert wahrzunehmen."

Die durchschnittliche Anzahl der Langzeitarbeitslosen lag 2014 bei 2342 Menschen und stieg damit im Vorjahresvergleich um 164 oder 7,5 Prozent an. Im Vergleich zu 2012 sind es 300 Langzeitarbeitslose mehr, das ist ein Unterschied von 14,7 Prozent. Der Anteil der Menschen am Gesamtbestand, die länger als ein Jahr auf der Suche sind, lag bei 25,0 Prozent und nahm damit im Vergleich zu 2013 (23,5 Prozent) zu.

Für den Ausbildungsmarkt 2014 kann ein weiteres Mal eine positive Bilanz gezogen werden. Im Berufsberatungsjahr 2013/2014 (1. Oktober bis 30. September) registrierte der Landkreis Traunstein insgesamt 1350 Bewerber für Berufsausbildungsstellen - und damit zwei mehr als im vorangegangenen Berufsberatungsjahr. Dem standen 1539 Berufsausbildungsstellen gegenüber, 31 oder 2,1 Prozent mehr als im Vergleichsvorjahr, wovon 152, unbesetzt blieben, das sind 15 oder 9,0 Prozent weniger als 2012/2013.

Rein rechnerisch standen jedem Bewerber 1,1 Ausbildungsstellen gegenüber. Am 30. September waren im Agenturbezirk Traunstein noch elf Bewerber unversorgt. "Darunter sind auch Jugendliche, die vor zwei und mehr Jahren die Schule verlassen haben", erläutert Müller, "die Gründe, dass der Übergang von Schule in die Ausbildung nicht reibungslos klappt, sind so vielgestaltig wie die Lebensentwürfe der jungen Leute selbst. Darunter sind Ausbildungsabbrecher, Spätstarter, die lieber gejobbt haben, Auslandsaufenthalte oder Bewerber, die auf ihren Wunschausbildungsberuf gewartet haben."

Der durchschnittliche Bestand an offenen Stellen im Landkreis Traunstein stieg 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 2,87 Prozent oder 23 Angebote auf 879 Stellen. Damit nimmt die Zahl der gemeldeten Stellen seit 2012 kontinuierlich zu. re

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