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Arbeitsgruppe fordert Antworten vom Gemeinderat

„Man muss unbedingt etwas tun“: Wie können erneuerbare Energien in Übersee ausgebaut werden?

Wasserkraft spielt bereits eine Rolle – am Überseer Bach sind bereits zwei Wasserkraftanlagen vorhanden. Weitere Nutzungsmöglichkeiten werden geprüft.
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Wasserkraft spielt bereits eine Rolle – am Überseer Bach sind bereits zwei Wasserkraftanlagen vorhanden. Weitere Nutzungsmöglichkeiten werden geprüft.
  • VonBärbel vom Dorp
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Gute Projekte für den Klimaschutz gibt es genug. Doch welche davon lassen sich in Übersee tatsächlich realisieren? Der Gemeinderat begrüßt zwar den Ausbau regenerativer Energien, doch konkret wird nichts beschlossen.

Übersee – Der Gemeinderat Übersee hat sich im öffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung ausschließlich mit regenerativen Energien beschäftigt. Grundlage dazu war ein Antrag der Arbeitsgruppe Klimaschutz zu den Themen Windkraft, Photovoltaik-Anlagen, Biogasanlagen und Wasserkraft.

„Wir möchten einfach wissen, wie der Gemeinderat zu den Dingen steht“, begründete Margarete Winnichner (Die Grünen) von der Arbeitsgruppe den Antrag.

Windkraft ist nicht überall möglich

In Sachen Windkraft wünscht sich das Klimateam die Ausweisung einer Fläche für die Aufstellung eines Windrads. Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) informierte, dass das Thema Windkraft im Regionalplan Südostoberbayern bereits enthalten ist. Dort wird Übersee allerdings als Ausschlussgebiet geführt, in denen Windkraftanlagen unzulässig sind.

Zwar werde derzeit eine Fortschreibung des Teilkapitels Windkraft angestrebt, aber nach den Erfahrungen der letzten Jahre dauere dies mindestens vier Jahre. „Windkraft wird für Übersee deshalb in absehbarer Zeit ausscheiden“, so das Fazit des Rathauschefs.

Klares Bekenntnis für Nutzung von Sonnenenergie

Hinsichtlich der gewünschten Freiflächen-Photovoltaikanlagen rannte die Arbeitsgruppe offene Türen ein. „Der Gemeinderat befasst sich bereits mit diesem Thema und ist dabei, nach den Hinweisen des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr eine Karte für etwaige Flächen zu erarbeiten“, sagte Strauch.

Machbarkeitsstudie sieht keine Chance für eine Biogasanlage

Für eine mögliche Biogasanlage forderte die Arbeitsgruppe eine Standortbestimmung. Auch dieses Thema sei nicht neu, so der Bürgermeister. In einer vor Jahren mit dem Ökomodell Achental erarbeiteten Machbarkeitsstudie sei Übersee wegen der Siedlungsnähe und des Landschaftsschutzgebietes allerdings herausgefallen und die Angelegenheit nicht weiter verfolgt worden.

Zwei Fließgewässer sind theoretisch nutzbar

In Sachen Wasserkraft soll nach dem Willen der Arbeitsgruppe eine Funktion als Energieträger geprüft werden. Hierzu informierte Strauch über den Sachstand der beiden einzigen Fließgewässer, die dafür in Frage kämen. Am Überseer Bach seien bereits zwei Wasserkraftanlagen vorhanden und das Gewässer werde derzeit als Überschwemmungsgebiet festgesetzt. Ob eine weitere Aufstauung des Gewässers damit noch in Einklang zu bringen sei, müsse noch geprüft werden.

Für die Tiroler Ache hatte das Ökomodell Achental bereits in den Jahren 2012/2013 überlegt, ein Kraftwerk zu errichten. Diese Überlegung seien aber nach dem Hochwasser 2013 mit dem Dammbruch der Tiroler Achen – und nach erheblichen Widerständen der Anlieger und nach der Rücksprache mit Wolfgang Wimmer vom Ökomodell – auf Eis gelegt worden.

Auch sollen gemäß dem Regionalplan Südostoberbayern Wasserwerke nur noch unter Beachtung gesamtökologischer und gewässermorphologischer Belange errichtet werden. Eine Modernisierung und ökologische Sanierung bestehender Anlagen solle jedoch angestrebt werden. „Auf Landkreisebene ist hier etwas im Gange“, stellte Übersees Bürgermeister fest.

Projekte müssen nicht nur finanziell gestemmt werden

Die Verwaltung wies zusammenfassend darauf hin, dass für jegliche Energieträger ein Investor gefunden werden müsse, der Anlagen bau- und verfahrensrechtlich begleiten und auch umsetzen müsste. Für die Gemeinde alleine wäre dies finanziell nicht möglich. Für Übersee hält die Verwaltung den Ausbau von Photovoltaik in Form von Freiflächen-Photovoltaikanlagen und noch freien Hausdächern für erstrebenswert.

Genügend Vorstellungskraft ist da

Grundsätzlich stieß der Antrag, sich noch stärker und konkreter mit dem Ausbau regenerativer Energien zu befassen, im Gremium auf offene Ohren. Birgit Gnadl (GfÜ) forderte die Gemeinde auf, ein Signal für die Wertschätzung der Arbeitsgruppe zu geben und „mehr denn je“ offen zu sein für deren Vorschläge. Auch Hans Schönberger (FBL) plädierte dafür, den Gemeinderat für die Problematik der regenerativen Energien zu sensibilisieren: „Man muss unbedingt etwas tun.“ Hans Thullner (Die Grünen) regte an, Bürger- und Gemeindeanlagen zu schaffen.

Konkretes hatte der Dritte Bürgermeister Wolfgang Hofmann (SPD) im Sinn. Er schlug vor, die Ache aufzustauen. „Das bringt was, und für die Fische gibt es keine Beeinträchtigungen.“

Schließlich ergab sich der einstimmige Beschluss, dass sich der Gemeinderat einen Ausbau der Freiflächen-Photovoltaikanlagen grundsätzlich vorstellen kann. Beim Ökomodell Achental soll eine Flussturbine angeregt werden.

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