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Gemeinderat Grassau

Appartments statt marode Tennishallen in Grassau: Warum sich das Super-Projekt verzögert

Die maroden Tennishallen sollen modernen Apartments weichen.
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Die maroden Tennishallen sollen modernen Apartments weichen.
  • VonTamara Eder
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Der Ersatzbau für die maroden Tennishallen scheint sich zu verzögern. Im Rahmen der Bauleitplanung wurden nun die Stellungnahmen zum Bebauungsplan in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung diskutiert. Warum die Zweite Bürgermeisterin Daniela Ludwig (CSU) in Sorge ist.

Grassau – Auf ihren Wunsch soll nun die Entwässerung von einem weiteren Ingenieurbüro geprüft werden. Mit der Genehmigung durch das Wasserwirtschaftsamt zeigte sie sich nicht einverstanden und fordert eine Stellungnahme des Amtes. „Hier geht es um den Schutz des Grundwassers“, sagte sie.

Angespannte Lage auf dem Mietsektor

Anstelle der Tennishallen ist – wie berichtet – ein zusammenhängender Wohnkomplex mit 48 kleinen und auch größeren Angestelltenwohnungen geplant sowie der Bau von integrierten Tennishallen, Billard und Bistro.

Projektplaner Peter Sprus verwies ausdrücklich auf den Zweck der geplanten Gebäude, die als Angestellten-Wohnungen den Mitarbeitern des Achental Hotels dienen sollen. Durch die angespannte Lage auf dem Mietsektor werde es immer schwieriger, Angestellte für das Hotel gewinnen zu können. Zur Stellplatzsituation erklärte er, dass für die geplanten Wohnungen, darunter viele Singlewohnungen, insgesamt 61 Stellplätze vorhanden seien.

Laut Bundesstellplatzsatzung werde für vier Angestellte ein Stellplatz gefordert. Mit der Anzahl liege man demzufolge weit über dem Anspruch. Im Immissionsgutachten wurden die Stellplätze so behandelt, als ob die PKWs ständig fahren würden und trotz dieser Annahme der ständigen Frequentierung mit einer unrealistischen Geschwindigkeit von 30km/h konnten die Richtlinien eingehalten werden. Die komplette Zuwegung erfolge, so der Planer, zum Schutz der Nachbarn über die Nord- und Südseite. Ab 22 Uhr dürfe nur mehr über die Nordseite gefahren werden.

Weniger Lärm als 1988

Betrachtet man die Immissionen, entstehe laut Sprus bei der jetzigen Planung weniger Lärm als bei der bestehenden Genehmigung aus dem Jahr 1988.

Bei der wasserrechtlichen Genehmigung von 1988 wurden vier Sickerschächte als ausreichend angesehen. Es sei klar, dass man heutzutage niemals auf eine solche Entwässerung zurückgreifen wurde, so Sprus. Er verglich das Ausmaß der Bodenplatten der geplanten Gebäude mit 3147 Quadratmeter mit den vorhandenen Tennishalle, die insgesamt 3306 Quadratmeter ausmachen. Damit werde die Bodenplatte flächenmäßig kleiner.

Die Dachfläche der neuen Gebäude sei um 3,3 Prozent größer als die bestehende, bedingt durch Dachüberstände und der Überdachung der Balkone. Bislang wurde die Dachfläche in Sickerschächte mit jeweils einem Volumen von 17,7 Kubikmeter entwässert. Die neue Planung sehe eine Entwässerung mit 67,3 Kubikmeter vor. „Die Situation wird hier nicht schlechter, sondern viel besser“, betonte der Planer.

Hinsichtlich der Fassade wurde von den Behörden eine Unterbrechung der horizontalen Gliederung angeregt und damit eine Unterbrechung der Schiebeläden an den Balkonen sowie eine zusätzliche Entlüftung. Sprus kündigte an, dass im Zuge der Bauphase Musterfassaden erstellt werden und der Gemeinderat diese dann vor Ort beurteilen könne.

Prinzipiell für die Planung

Daniela Ludwig (CSU) betonte, dass sie prinzipiell für die Planung sei und sie sich auf die Entwässerungsplanung konzentriere. Die Versickerung sei ihrer Ansicht nach kritisch.

Sie verwies auf den Bau der neuen Sporthalle. Nur mit großer Mühe konnte die Versickerung mithilfe einer Mulde zur Zufriedenheit des Wasserwirtschaftsamtes gelöst werden. Das Bauvorhaben des Hotels und die Sporthalle hätten ähnliche Ausmaße.Zum Einwand von Gemeinderat Sepp Grießenböck (FW), dass in der Begründung der Ziele der Planung nicht mehr von Mitarbeiterwohnungen, sondern nur mehr von Wohnungen gesprochen werde, erklärte der Architekt der Gemeinde, Franz Huber, dass die Sicherung als Mitarbeiterwohnungen in dem Durchführungsvertrag verankert werde und damit gesichert seien. Dass dieser Durchführungsvertrag noch nicht vorliege, liege, so Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), am beauftragten Anwalt, der diesen noch nicht vorgelegt habe.

Interessen der Gemeinde stärken

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde von der Gemeinde beauftragt, um die Interessen der Gemeinde zu berücksichtigen, besonders den uneingeschränkten Betrieb des benachbarten Sportplatzes.

Ergänzt werde der Plan mit einem Durchführungsvertrag, der noch stärker die Absichten der Gemeinde hervorhebt. Vor der Behandlung des Bebauungsplanes in der zweiten öffentlichen Runde, werde man den Entwurf beraten können, so Kattari.

Die Bewertung der wasserrechtlichen Genehmigung muss nun durch ein weiteres Ingenieur-Büro erfolgen, die Planung erneut ausgelegt werden, entschied der Rat einstimmig.

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