Beschwerde eingereicht

Priener will rasenden Porschefahrer anzeigen: Hat ihn ein Polizist dabei behindert?

Wegen eines mutmaßlich lebensgefährlichen Überholmanövers und einer massiven Überschreitung des Tempolimits wollte ein Priener einen Porschefahrer anzeigen (Symbolfoto).
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Wegen eines mutmaßlich lebensgefährlichen Überholmanövers und einer massiven Überschreitung des Tempolimits wollte ein Priener einen Porschefahrer anzeigen (Symbolfoto).
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Eine Dienstaufsichtsbeschwerde prüft derzeit das Landeskriminalamt. Ein Priener wirft einem Beamten der örtlichen Inspektion Schikane vor. Es geht um eine Anzeige gegen einen mutmaßlich rasenden Porsche im Ort, die die Polizei nicht habe aufnehmen wollen.

Prien – Ein Priener Familienvater, der namentlich nicht genannt werden will, ist sauer. Ein Beamter der Polizeiinspektion Prien soll sich geweigert haben, eine Anzeige von ihm aufzunehmen. Der Mann hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Polizisten eingereicht. Denn das Verhalten des Beamten ist für ihn „Behinderung von Ermittlungsarbeiten zu einer Straftat“.

Sportwagen raste auf Osternacher Straße

Auslöser war ein Vorfall auf der Osternacher Straße. Der Priener ging nach eigener Darstellung mit Frau und Kind im Kinderwagen am rechten Fahrbahnrand in Richtung Stocker Spinne. Als ein Auto in normaler Geschwindigkeit vorbei gefahren sei, wollte die Familie etwa 100 Meter vor der Einmündung des Erlenwegs die Fahrbahn überqueren.

In diesem Abschnitt der Osternacher Straße in der Nähe der Einmündung des Erlenwegs soll ein mit drei jungen Männern besetzter Sportwagen viel zu schnell gefahren und waghalsige Manöver durchgeführet haben. Weil er damit Passanten gefährdete, wollte ein Priener Familienvater Anzeige erstatten und stieß bei einem Beamten der hiesigen Polizei nach eigener Aussage auf Ablehnung.

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„Plötzlich hörten wir, während des Überquerens, laute Motorengeräusche von Norden und sahen von dort einen Sportwagen mit sehr hoher Geschwindigkeit auf uns zukommen. Wir fingen an zu laufen, um schnellstmöglich die Straße zu überqueren“, schildert der Mann in einem Schreiben, dass der Redaktion vorliegt. Er geht davon aus, dass der Sportwagen mit mindestens 100 Stundenkilometern heran gerauscht kam.

Drei junge Männer in einem Porsche

Er habe in dem metallicblauen Cabrio drei junge Männer zwischen 20 und 30 erkannt und vom Kennzeichen nur die Buchstaben, nicht aber die Zahlen. „Der Porsche musste kurz darauf scharf bremsen, um nicht in das vorherige Fahrzeug zu fahren. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Gegenverkehr von der Kreuzung her kam, entschied sich der Fahrer des Porsche, den vor ihm fahrenden Wagen noch zu überholen. Der Gegenverkehr musste bis zum Stillstand abbremsen, um eine Kollision zu verhindern, während der Porsche nach dem Überholvorgang erneut Richtung Kreuzung beschleunigte“, schildert der Priener das waghalsige Manöver.

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Für den Familienvater, der seine Frau und eine weitere Bürgerin als Zeugen nennt, ein klarer Fall: Nötigung und Gefährdung – also eine Straftat. Als er kurz darauf in der Polizeiinspektion Anzeige erstatten wollte, habe der Beamte „20 Minuten lang versucht, mich davon abzuhalten. Die Anzeige hätte keine Chance. Selbst wenn man den Täter fände, so würde dieser die Polizisten ja auslachen. Er müsse ja auch etwas ,vorsortieren‘ welche Anzeigen aufgenommen werden“, zitiert der Mann den Polizisten. „Ich empfinde dieses Verhalten als Schikane und als unfreundlich. Mir wurde mein Recht verweigert“, ärgert sich der Priener.

Polizei verweist auf laufendes Verfahren

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern in Rosenheim hat auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung den Eingang der Dienstaufsichtsbeschwerde bestätigt, hält sich ansonsten aber bedeckt. „Wie in solchen Fällen üblich, hat das Sachgebiet 131 beim Bayerischen Landeskriminalamt aus Neutralitätsgründen die Ermittlungen übernommen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass keine weiteren Angaben gemacht werden können“, heißt es in einer Mail.

Der Priener hat seine Anzeige gegen den Porschefahrer inzwischen bei der Polizeidienstelle in Grassau erstattet, die ihn auf Vermittlung des Präsidiums aus Neutralitätsgründen in der Sache kontaktiert hatte. „Die Behandlung in Grassau war höflich, zuvorkommend und professionell“, berichtet der Familienvater.

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