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Die Anwohner sagen „ja, aber“: Sanierung der B305 in Oberwössen

Groß war das Interesse der Anlieger und Oberwössner Bürger, als die Gemeinde (hier Bürgermeister Ludwig Entfellner (links) und das Straßenbauamt die Arbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Bundesstraße 305 in Oberwössen-Brem vorstellten. Flug
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Groß war das Interesse der Anlieger und Oberwössner Bürger, als die Gemeinde (hier Bürgermeister Ludwig Entfellner (links) und das Straßenbauamt die Arbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Bundesstraße 305 in Oberwössen-Brem vorstellten. Flug

Groß war das Interesse der Oberwössner an der Anliegerversammlung zum Ausbau der Bundesstraße 305 im Ortsteil Brem. Begrüßen die Oberwössner einerseits die Sanierung der Straße und der Bürgersteige, regt sich Kritik an der Auflösung der Busbuchten. Sie befürworten dort einen Zebrastreifen.

Unterwössen – Es ist drei, vier Jahre her, dass sich die Straßenbauabteilung des Staatlichen Bauamtes Traunstein mit der Ankündigung an die Unterwössner Gemeindeverwaltung wandte, berichtete Bürgermeister Ludwig Entfellner. Es geht um die Sanierung der B 305 in Brem. Die Planer forderten, Ideen und Anregungen zur Baumaßnahme ein, zumal die gleichfalls sanierungsbedürftigen Bürgersteige in der Verantwortung der Gemeinde liegen.

Dauerkonflikt zwischen Anwohnern und Autofahrern

In die Überlegungen der Gemeinde und des Straßenbauamtes flossen Gedanken zur veränderten Mobilität ein. Der Radverkehr nimmt zu, Konflikte auf den Gehwegen häuften sich, so Bürgermeister Entfellner. Die demografische Entwicklung hinterlasse ihre Spuren. Während bei früheren Ausbauten Wert auf den flüssigen Straßenverkehr gelegt wurde, hat sich da einiges geändert.

Geschwindigkeit wird subjektiv empfunden, sagte der Bürgermeister. Der Autofahrer hätte es gern zügig, der Anlieger sieht das 365 Tage im Jahr völlig anders. Im Ergebnis hält es Entfellner für zeitgemäß, die Geschwindigkeit auf der Bundesstraße zu verringern. Und nach seiner Auffassung wirken Baumaßnahmen dort am besten. Zudem sieht er die Möglichkeit, mit dem Umbau der Straße dem Dorfbild Gutes zu tun.

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Der Bereichsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt, Peter Maltan, sah den Spagat zwischen Autofahrern und Anliegern gut beschrieben. Fest stehe jedenfalls, dass die Sanierung dringend erforderlich sei. Letztmalig sei die Bundesstraße 1977 erneuert worden. Über die lange Laufzeit hätten sich Fahrbahnrisse und Wellen in der Fahrbahn entwickelt. Probebohrungen ergaben, dass sich die Schäden bis in tiefergehende Schichten ausdehnen. Am Sanierungsbedarf gebe es damit keinen Zweifel.

Am 19. August starten die Bauarbeiten an der B 305

Geplant ist nun in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die Fahrbahnsanierung und Neugestaltung des Straßenraums in Brem von der nördlichen Einmündung zum Campingplatz Litzelau bis zum Ortseingang des Ortsteils Oberwössen auf einer Strecke von rund 800 Metern.

Die Baumaßnahme beginnt am Montag, 19. August, und endet voraussichtlich zum Samstag, 16. November, sagt Maltan. In der Zeit soll die B 305 für den Durchgangsverkehr zwischen Unterwössen und Reit im Winkl gesperrt und eine Umleitung von Marquartstein über Schleching und Kössen nach Reit im Winkel, umgekehrt von Reit im Winkl-Entfelden bis Marquartstein eingerichtet werden. Für Anlieger mit dem Ziel Oberwössen soll die Zufahrt mit Einschränkungen jederzeit möglich sein.

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Wie die Bundesstraße zukünftig aussieht, beschrieb Gerhard Hajer, Geschäftsführer in der Planungsgruppe Strasser. Er schildert, wie das frühere Ziel eines zügigen Verkehrs sich bis heute in der Fahrbahnbreite von derzeit bis zu acht Metern widerspiegele. Mit dem heutigen Ziel, die Geschwindigkeit des Verkehrs durch den Ort zu senken, verringern die Planer die Fahrbahnbreite auf 6,50 Meter, genug für die Begegnung im Lastverkehr.

Lebhafte Diskussion zu Fußgängerquerungen

Der westliche Gehweg von der Litzelau bis zur Einmündung Eglseeweg wird verschwinden, die ehemalige Tankstelle abgerissen. Der so gewonnene Straßenraum ermöglicht einen kombinierten Geh-/Radweg und Grünflächen, die den Straßenraum optisch verengen und zur Geschwindigkeitsreduzierung führen werden, so Hajer.

Die Busbuchten verschwinden, der Bus hält zukünftig in Brem auf der Fahrbahn. An diesem Punkt setzte eine lebhafte Diskussion ein. Mehrere Oberwössner befürworteten dort einen Zebrastreifen zur Querung und plädierten zugleich für den Erhalt der Busbuchten.

Über die Straße, ohne über Schneehaufen zu klettern

Der Zebrastreifen erhöhe die Sicherheit für Schulkinder und Passanten, weil er ihnen neben der Vorfahrt beim Queren auch eine erhöhte Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer bringe. Im Winter bringe der Zebrastreifen eine sichere Querung, ohne die Schneehaufen am Straßenrand überklettern zu müssen. Ein zu früher Bus müsse seine Wartezeit, in den Fahrplantakt zurückzukehren, als Verkehrshindernis auf der Fahrbahn abwarten, meinte ein Zuhörer.

Peter Maltan und die anderen Fachleute hielten dagegen. Rechtlich gebe der Zebrastreifen dem Fußgänger Vorrang. In der Wirklichkeit regelt sich das aber über einen Blickkontakt zwischen Autofahrer und Fußgänger. Den zu deuten, gelinge Kindern und Senioren aber nicht, sodass es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen komme. Aus dem Grund würden innerorts keine Zebrastreifen mehr angeordnet.

Schmalere Straße, langsamere Autos

Ohne Busbuchten wäre die zu querende Straße nun nur noch 6,50 Meter breit. So führen die Fahrer auf der schmalen Straße ohnehin deutlich langsamer und riskierten seltener eine Vorbeifahrt am Bus. Der stehe nur kurz, sei deshalb kein Hindernis.

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