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Skiclub-Grandsigneur wird Neunzig

Anton Plenk aus Ruhpolding gilt als Urgestein des nordischen Wintersports

Stolz präsentiert der „Zimmermoasta-Toni“ Anton Plenk die gesammelten Ehrenpreise der Plenk-Brüder und weiterer Ruhpoldinger Wintersportler, die er im Keller seines Hauses aufbewahrt.
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Stolz präsentiert der „Zimmermoasta-Toni“ Anton Plenk die gesammelten Ehrenpreise der Plenk-Brüder und weiterer Ruhpoldinger Wintersportler, die er im Keller seines Hauses aufbewahrt.
  • VonLudwig Schick
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Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Plenk-Brüder die Konkurrenz hinter sich. Der spätere Unternehmer Anton Plenk – der Zimmermoasta Toni – engagiert sich bis heute als großer Förderer des Ruhpoldinger Skiclubs. Der beliebte Ruhpoldinger blickt auf ein bewegtes Leben zurück.

Ruhpolding – Ein außergewöhnliches Männer-Trio aus den Reihen des Skiclubs Ruhpolding kann am morgigen Sonntag Geburtstag feiern: Hermann Hipf sen., Wolfgang Pichler und „Grandseigneur“ Anton Plenk senior, der mit 90 Jahren die längste Wegstrecke hinter sich gebracht hat. Zusammen gezählt bringen es die drei verdienten Musketiere des nordischen Wintersports, als aktive Sportler, Trainer und Funktionäre auf ganze 234 Jahre. Immerhin verkörpern sie drei Generationen im traditionsreichen Ski Club Ruhpolding (SCR), der mittlerweile seit über hundert Jahren besteht.

Große Feier entfällt wegen Corona

Für Anton Plenk, den langjährigen Sportwart, der sich zugleich als kreativer Ideen- und Ratgeber wie auch freigiebiger Sponsor des international bekannten Skiclubs betätigte und immer noch einbringt, ist dieser Sonntag eine ganz besondere Zäsur in einem überaus bewegten Leben – sowohl sportlich wie auch privat. Allerdings muss wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen die geplante Feier im größeren Stil ausfallen.

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Allzu gern hätte der vitale Jubilar, der immer noch seinen Holzbau-Betrieb führt, im Kreise der großen Plenk-Familie, mit Freunden, Geschäftspartnern und Bekannten auf ein Glaserl Sekt angestoßen. Für unsere Zeitung eine ideale Gelegenheit im Vorfeld, mit dem Zimmermoasta-Toni über die vergangenen sage und schreibe acht Jahrzehnte zu plaudern, die ihn bis heute mit dem Skisport und dem Skiclub Ruhpolding verbinden. Wie so oft legte auch hier der Vater den Grundstein für die Sportbegeisterung seines ältesten Sprosses. Was nicht von ungefähr kam, schließlich leitete damals Toni Plenk senior schon geraume Zeit die Geschicke des jungen Skiclubs.

„Mein Vater hat mich schon als zehnjährigen Bub zu verschiedenen Veranstaltungen mitgenommen, das wirkte wie eine Initialzündung“, erinnert sich Anton Plenk. Hinzu kam, dass es in der Verwandtschaft der Zeller-Familie (am Wintersportplatz Maiergschwendt mit der Adlerschanze) schon erfolgreiche Sportler gab, denen er nacheifern wollte.

Einzel- und Staffelerfolge nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch seine jüngeren Brüder mit von der Partie waren, stellten sich Einzel- und Staffelerfolge ein. So bei der 1. Deutschen Jugend-Skimeisterschaft 1951 vor der Haustür, als die Ruhpoldinger mit Theo Merkel, Eberhard und Anton Plenk fünf von insgesamt sechs Titeln einheimsten. Dieses Trio gewann auch sensationell den ersten legendären Rauschberg-Lauf gegenüber einer starken Konkurrenz aus DSV-Läufern, der Bundeswehr und Grenzpolizei. Gemessen an der heutigen Materialauswahl mussten sich die Sportler von ehedem mit recht bescheidenen Mitteln zufrieden geben, die fast schon vorsintflutlich anmuten.

Ski mit Teer für die Piste fit gemacht

„Wir machten die Lauffläche unserer Ski mit einer heißen Schicht Teer fit,“ beschreibt Anton Plenk das Szenario. Erst darauf wurde das jeweilige Wachs aufgebracht. Einziger Luxus waren zwei Paar Holzlatten – Birke für Pulverschnee oder Hickory, der sich besser für harschige Loipen eignete. Zu den ersten Trainingskursen - die gab es immerhin schon – ging es mit dem Holzgaser-Lastwagen vom Seehuber Hans zum Spitzingsee.

1947 konnten er und Theo Merkel daran teilnehmen. „Als Teilnahme-Bedingungen mussten wir pro Mann fünf Kilo Kartoffeln mitbringen, dazu die begehrten Lebensmittelmarken und unser Bettzeug, um die Versorgung während unseres Aufenthalts zu sichern,“ denkt Anton Plenk an dieses Kapitel harter Lebenswirklichkeit zurück. 1963 – nach 22 Jahren – beendete er seine aktive Laufbahn.

Auch in der Folgezeit als erfolgreicher Unternehmer und mittlerweile begeisterter Golfspieler verfolgte er den Werdegang „seines“ Skiclubs mit großem Interesse. Eine seiner Anregungen, das Schneebunkern (Schneedepot) am Biathlon-Gelände, wird seit Jahren erfolgreich praktiziert.

Schanze am Zirmberg trägt seinen Namen

Als Ehren-Sportwart nimmt er sich aber auch schon mal „das Kraut“ heraus und übt Kritik, wenn sie seiner Meinung nach geboten scheint. Wie im Falle der Schanzenanlage am Zirmberg, die derzeit nur noch für Trainingszwecke genutzt wird. Dabei hatte sein Vater zusammen mit der Gemeinde und einigen Mitstreitern das Projekt vorangetrieben und die Großschanze realisiert. Nicht umsonst trägt sie bis heute seinen Namen.

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