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Bügermeister trifft Neubürger

Angst vor Flugzeugen – So geht es Ukrainern in Seeon-Seebruck

Die Ukrainischen Neubürger in Seeon mit dem Helferkreis und Bürgermeister Martin Bartlweber. .
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Die Ukrainischen Neubürger in Seeon mit dem Helferkreis und Bürgermeister Martin Bartlweber.

Mariupol, Odessa oder Kiew – viele Geflüchtete in Seeon-Seebruck kommen aus jenen Städten, die vom Krieg schwer gezeichnet sind. Bürgermeister Martin Bartlweber hat sie nun getroffen. Wie es ihnen in der neuen Heimat geht.

Seeon-Seebruck – Viel Zeit und Energie stecken die Unterstützer des Helferkreises der Gemeinde Seeon-Seebruck in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Von Behördengängen über Einkaufstouren bis hin zum geselligen Zusammensein – der Helferkreis ist jederzeit bereit, um die ukrainischen Neubürger zu unterstützen.

Es sind Familien, teilweise mit kleinen Kindern, Großeltern und auch einige Jugendliche, die in der Gemeinde Seeon-Seebruck Schutz vor dem Kriegsgeschehen in der Ukraine suchen. Einige haben in privaten Unterkünften ein kurzzeitiges Zuhause gefunden. In der ehemaligen Lebenshilfe in Seeon sind aktuell 31 Personen untergebracht. Bürgermeister Martin Bartlweber (FWG) macht sich regelmäßig selbst ein Bild, wie es den neuen Mitbürgern aktuell geht.

Große Angst vor Flugzeugen

Im Gespräch mit dem Bürgermeister erzählen sie von dem Kriegsgeschehen in ihrer Heimat. Sie kommen unter anderem aus Mariupol, Kiew oder Odessa. Viele haben Angehörige und Freunde verloren. Das eigene Zuhause gibt es meist nicht mehr. In den ersten Wochen in Seeon-Seebruck standen alle noch deutlich unter Schock. Unter Tränen erzählen die ukrainischen Gäste, wie sie sich bei jedem Flugzeug, das am Himmel zu sehen war, versteckten und anfangs kaum miteinander sprechen konnten.

Inzwischen hört man immer häufiger auch Lachen in der Werlinstraße. Ein Verdienst vor allem des Helferkreises Ukraine. „Ich bin sehr froh, dass wir hier so engagierte Menschen haben, die ohne zu Fragen mit anpacken und helfen, wo nötig“, so Bartlweber. „Wir wollen, dass die ukrainischen Neubürger hier so gut wie möglich zurechtkommen. Vor allem die Sprache ist dabei oft eine große Hürde“, stellte der Bürgermeister fest. Zum Glück gebe es einige ehrenamtliche Dolmetscher, die teilweise täglich im Einsatz sind.

Dankbarkeit als Belohnung

Viele Ehrenamtliche investieren enorme Anstrengung und eine Menge Zeit, um zum Beispiel Behördengänge zu ermöglichen oder Jobangebote zu organisieren. Für Manuela Kral, Sozialreferentin der Gemeinde Seeon-Seebruck ist das Engagement für die ukrainischen Familien eine Herzensangelegenheit: „Ich muss immer daran denken, dass meine Oma mit ihren beiden kleinen Buben auf der Flucht war und sie alle dann in Seeon eine neue Heimat gefunden haben. Und genau aus diesem Grund bringe ich mich hier ein. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit unserer ukrainischen Gäste belohnt mich immer wieder aufs Neue.“

Neben Manuela Kral besteht das Kernteam des „Helferkreises Ukraine“ aus Sabine Schulz-Sembten, Günter Riepp, Ulrike Ditzel, Marina Ruf, Alex Kochan, Swetlana Schock, Maria Kandaurov und Lidiya Thun. Viele weitere Freiwillige sind jederzeit einsatzbereit, wenn weitere Hilfe benötigt wird.

Im täglichen Umgang mit dem Helferkreis wird hauptsächlich Russisch gesprochen, denn die Dolmetscher stammen selbst größtenteils aus Russland. Doch es gibt keine Konflikte, bestätigen Marina Ruf und Alex Kochan auf Nachfrage von Bartlweber. Im Gegenteil, es ist inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis entstanden. Man besucht sich oder trifft sich bei dem sommerlichen Wetter am See. „Für mich sind alle, die hier in der ehemaligen Lebenshilfe wohnen, wie meine Kinder“, erzählt Marina Ruf schmunzelnd. „Ich überlege ständig, was man noch besser machen kann und wir telefonieren täglich“, sagt Ruf.

Wohnsituation ein Glücksfall

Für die ukrainischen Bewohner in Seeon ist ihre aktuelle Wohnsituation nach eigener Aussage ein Glücksfall, denn nicht nur der Helferkreis Ukraine oder die Gemeinde sind jederzeit bereit zu unterstützen. Die Ukrainer erzählen auch von der nachbarschaftlichen Wärme in Seeon, mit der sie aufgenommen wurden und die Herzlichkeit, die sie jeden Tag erfahren.

„Wieder einmal zeigt sich, dass die Menschen in der Gemeinde Seeon-Seebruck zusammenhalten und das macht mich stolz“, so Bartlweber. „Egal, ob es um finanzielle Unterstützung geht, Sachspenden oder die gesellschaftliche Integrität, wir mussten nicht lange bitten, sondern erfahren von allen Seiten viel Hilfsbereitschaft. Sein Dank gehe aber auch an die Mitarbeiter im Rathaus, so der Bürgermeister. Denn natürlich sei auch in der Verwaltung durch die Flüchtlingssituation ein deutlicher Mehraufwand entstanden, sagte Bartlweber.

RE

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