Andreas Fenzl übernimmt Vorsitz beim Abwasser- und Umweltverband Chiemsee

Symbolisch übergibt Josef Mayer (Zweiter von links) den Schlüssel an seinen Nachfolger als AUV-Vorsitzender, Andreas Fenzl. Andreas Friedrich (links) und Stefan Reichelt sind seine gleichberechtigten Stellvertreter.
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Symbolisch übergibt Josef Mayer (Zweiter von links) den Schlüssel an seinen Nachfolger als AUV-Vorsitzender, Andreas Fenzl. Andreas Friedrich (links) und Stefan Reichelt sind seine gleichberechtigten Stellvertreter.

Die Verantwortung beim Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee bleibt in der Hand des Rimstinger Bürgermeisters. In der konstituierenden Sitzung des Verbandsrats, in dem mehr als die Hälfte der Mitglieder neu sind, wählte das Gremium ohne Gegenstimme Andreas Fenzl zum Nachfolger von Josef Mayer.

Von Hans Thümmler

Greimharting/Chiemsee – Andreas Fenzl ist der neue Vorsitzende des Abwasser- und Umweltverbandes (AUV) Chiemsee. Der Rimstinger CSU-Bürgermeister folgt auch in diesem Amt seinem Parteikollegen Josef Mayer, den er zuvor schon auf dem Chefsessel im Rimstinger Rathaus abgelöst hatte.

In der konstituierenden Sitzung des neuen AUV-Verbandsrats mit den Bürgermeistern und jeweils einem weiteren Gemeinderat aus den zehn Mitgliedsgemeinden bekam Fenzl 19 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

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Der AUV verfügt zwar im Betriebsgebäude seiner zentralen Kläranlage in Stiedering im westlichen Gemeindegebiet von Rimsting auch über einen Sitzungssaal. Corona-bedingt tagte das Gremium aber diesmal im größeren Gemeindesaal von Greimharting.

Fenzls Amtskollege Andreas Friedrich (ÜWG) hatte den neuen Rimstinger Bürgermeister für den Posten des Verbandsvorsitzenden vorgeschlagen. Die Nähe zwischen der Gemeinde Rimsting und dem Kläranlagenstandort Stiedering solle erhalten bleiben, argumentierte Friedrich. F

Fenzl will die Führung des Verbandes in bewährter Weise fortsetzen, versicherte er.

Die Verbandsräte einigten sich auf die Bestellung von zwei gleichberechtigten Stellvertretern, da sich diese Aufteilung der Verantwortung bewährt habe.

Als Stellvertreter wurden mit jeweils 19-Ja-Stimmen das Gemeindeoberhaupt der größten Verbandsgemeinde Prien, Andreas Friedrich, und sein Chieminger Kollege, Stefan Reichelt (CSU), gewählt.

Von den bisherigen 20 Verbandsräten aus den zehn Chiemseegemeinden sind zwölf durch die Kommunalwahl ausgeschieden und entsprechend auch zwölf neu im Gremium.

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Zu Beginn hatten der bisherige Vorsitzende Mayer und Geschäftsführer Thomas Weimann den Verband präsentiert und die wichtigsten Baumaßnahmen erläutert. Er wurde unter den Namen Abwasserzweckverband (AZV) Chiemsee in den 1980er Jahren gegründet und unter seinem Dach die Ringkanalisation für alle Mitgliedsgemeinden inklusive der zentralen Kläranlage in Stiedering gebaut.

Zur Jahrtausendwende änderte der Verband seinen Namen in AUV, um die Beschäftigung mit speziellen Umweltprojekten zu dokumentieren. Wichtigstes Beispiel ist der Ausbau des Chiemsee-Radrundwegs. Viele Einzelmaßnahmen in den Gemeinden rund ums Bayerische Meer wurden in Stiedering koordiniert.

Die Wichtigkeit eines sauberen Chiemsee wurde nie aus den Augen gelassen, betonte Mayer bei seiner Verabschiedung. In den 1970er udn 1980er Jahren drohte der See wegen des hohen Nährstoffeintrags noch „umzukippen“. Heute bescheinigen ihm Fachleute Trinkwasserqualität.

Nach über 30 Jahren Dauerbetrieb hat der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf in jüngerer Vergangenheit dazu geführt, dass der Investitionsbedarf gestiegen ist. Finanziert werden alle Maßnahmen durch Mitgliedsbeiträge der Gemeinden, deren Höhe sich wiederum an der Einwohnerzahl orientiert. Die höchsten Beiträge zahl also der Markt Prien.

In den Jahren von 2008 bis 2019 wurden nach Verbandsangaben allein 13,5 Millionen Euro für Investitionen ausgegeben. Mayer erinnerte in seiner Abschiedsrede daran, dass die österreichischen Anliegergemeinden am Hauptzufluss Tiroler Ache nach der Inbetriebnahme des Ringkanals ebenfalls Klärwerke bauten. Die Wasserqualität habe sich auch deshalb in den letzten 30 Jahren sehr zum Positiven entwickelt.

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Das Einzige, was Mayer in seiner Zeit in der Kommunalpolitik wenig Freude bereitete, war nach eigener Aussage der mehrmals gescheiterte Versuch, die beiden Landkreis-weiten Tourismusverbände Chiemsee Alpenland (Rosenheim) und Chiemgau (Traunstein) zu vereinen.

Ein besonderes Grußwort galt dem bisherigen Bürgermeister von Grabenstätt und frisch ernanntem Ehrenbürger der Gemeinde, Georg Schützinger. 36 Jahre gehörte er als Gemeindeoberhaupt der Verbandsversammlung an, davon sechs Jahre als stellvertretender Vorsitzender.

In der konstituiernden Sitzung stellte sich auch die neue Umweltbeauftragte des AUV, Susanne Mühlbacher-Kreuzer, vor. Als Hauptziel ihrer Arbeit nannte sie die weitere Verbesserung des Chiemsee-Rundwegs.

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