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NOMINIERT FÜR BUNDESTAGSWAHL

Andrea Wittmann aus Truchtlaching will für die Freien Wähler in den Bundestag

Andrea Wittmann aus Truchtlaching bei ihrer Bewerbungsrede in der FW-Versammlung in Seeon.
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Andrea Wittmann aus Truchtlaching bei ihrer Bewerbungsrede in der FW-Versammlung in Seeon.
  • vonMarkus Müller
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Mit der 48-jährigen Touristikerin und Musikerin schicken die Freien Wähler aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erstmals einen eigenen Kanditaten für den Bundestag ins Rennen. In der Versammlung äußerte sich ein Kritiker, der ein Engagement der Freien Wähler auf Bundesebene ablehnte.

Seeon-Seebruck/Landkreis Traunstein – Andrea Wittmann aus Truchtlaching will am 26. September für die Freien Wähler in den Deutschen Bundestag einziehen. Die Kreisvereinigungen der Freien Wähler Traunstein und Berchtesgadener Land nominierten die 48-jährige dreifache Mutter, Touristikfachwirtin und Musikerin am Montag mit 11:1 Stimmen als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Traunstein 225, der beiden Landkreise umfasst. Damit schicken die hiesigen Freien Wähler erstmals einen eigenen Wahlkreisbewerber ins Rennen.

Engagiert und hoher Bekanntheitsgrad

Die Aufstellungsversammlung fand coronabedingt im kleinen Kreis unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln in der Brauerei Camba Bavaria in Seeon statt. „Mit Andrea Wittmann haben wir eine optimale Kandidatin gefunden, sie ist hier zuhause, ist sehr engagiert und hat einen Bekanntheitsgrad“, freute sich der Kreisvereinigungsvorsitzende Hans Stoiber.

„Das Feld nicht anderen überlassen“

„Es wäre verantwortungslos bei einer so wichtigen Wahl das Feld anderen zu überlassen“, betonte Andrea Wittmann in ihrer Bewerbungsrede mit Blick auf die politischen Parteien am rechten und linken äußeren Rand.

Laut Wittmann, die 2020 den Einzug in den Traunsteiner Kreistag verpasste, werde es Zeit, dass der Handel, vor allem Einzelhändler, Gastronomie, Hotels, Dienstleister und die Kultur wieder belebt werden. „Kunst und Kultur sind kein Luxus, sondern notwendige Nahrung für die Seele. Ohne Kunst und Kultur verroht der Mensch“, so die passionierte Kirchenmusikerin.

Sorge bezüglich der Auswirkungen der Coronakrise

Wenn man sich die Prognosen der kommunalen Haushalte anschaue, komme man zu der Einschätzung, dass die Corona-Krise 2022 und 2023 erst so richtig durchschlagen werde. Derzeit sei nicht absehbar, ob am Ende die wirtschaftlichen oder die gesellschaftlichen Schäden schwerer wiegen werden, so Wittmann. Angesichts des in Deutschland voranschreitenden demografischen Wandels brach sie eine Lanze für die Pflegeberufe, die attraktiver gemacht werden müssten.

Kritische Töne wegen Nominierung auf Bundesebene

Christliche Werte wie Ehrlichkeit, Verantwortung und Gerechtigkeit seien ihr ganz wichtig. „Wir haben einst die Kreisvereinigung der Freien Wähler Traunstein gegründet, weil wir eine Beteiligung an Bundestagswahlen verhindern wollten“, hatte der stellvertretende Traunsteiner Kreistagsfraktionsvorsitzende Dr. Lothar Seissiger vor der Nominierung kritische Töne angeschlagen. „Wir haben da im Kreisverband eine andere politische Überzeugung“, stellte Seissiger klar.

Auf jeder politischen Ebene aktiv sein

„Wir Freien Wähler müssen auf jeder politischer Ebene eine Kontaktperson und einen Ansprechpartner haben, um Projekte besser umsetzen zu können“, betonte hingegen der junge Berchtesgadener Kreisrat Daniel Längst. Gerade die jungen Leute würden es nicht verstehen, warum man bei Kommunalwahlen, Bezirks- und Landtagswahlen antrete, aber nicht bei Bundestagswahlen.

Auf allen politischen Ebenen sichtbar sein

„Die Zeiten haben sich geändert“, meinte auch der Vorsitzende der Kreisvereinigung der Freien Wähler Berchtesgadener Land, Dietrich Nowak. Auch der stellvertretende Berchtesgadener Landrat und stellvertretende FW-Bezirksvorsitzende Michael Koller freute sich über Wittmanns Nominierung. Man müsse nun auch nicht mehr fürchten, einen Kandidaten von außen vorgesetzt zu bekommen. Gerade die erfolgreiche Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sei für die Freien Wähler „ein gutes Signal, diesen Schwung müssen wir mitnehmen“, so Koller.

Man habe heutzutage in der Politik „gewisse Probleme, junge Leute zu motivieren“, deswegen müsse man „auf allen Ebenen sichtbar und mit eigenen Kandidaten präsent sein, Flagge zeigen und sich einmischen“, so der stellvertretende Ortsvorsitzende aus Traunreut, Sepp Blank.

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