Ameisen, Wildbienen und der Weg des Salzes

Bürgermeister und Museumsleiter Stefan Kattarierklärt die Sonderausstellung „Bienen-faszinierende Vielfalt“im Salz- und Moormuseum Klaushäusl. Eder

Das Museum Klaushäusl in Grassau ist wieder in Betrieb und startet mit einer Sonderausstellung

Grassau – Das Salz- und Moormuseum Klaushäusl startet, zwar etwas verspätet, dafür aber umso interessanter, in die neue Saison. Mit der Schaupflanzung einer Bienenweide, durchgeführt von Bürgermeister Stefan Kattari, wurde der Museumsbetrieb und zugleich die neue Sonderausstellung „Bienen – faszinierende Vielfalt“ eingeleitet.

Ab sofort kann das Salz- und Moormuseum Klaushäusl wieder besichtigt werden. Mit speziellen Vorkehrungen zur Einhaltung der Hygienevorschriften ist ein Besuch möglich. Allerdings werden bis auf Weiteres keine Führungen angeboten. Ein Mund-Nasenschutz muss getragen und die Hände beim Eintritt desinfiziert werden.

Annette Grimm hatte sich gemeinsam mit Museumsleiter Stefan Kattari viele Gedanken über die Umsetzung eines Hygienekonzepts gemacht. Schließlich soll das Museum auch weiterhin interessant und lebendig wirken und dennoch sicher sein. Leider mussten alle Mitmachstationen bis auf Weiteres entfernt werden. Die Entdecker-Hefte werden weiterhin an die Kinder ausgegeben und die Stifte vorher desinfiziert. Gleichwohl wurde eine Art Einbahnstraße für die Besucher installiert, damit sich die Gäste nicht begegnen und auch die Anzahl der Besucher, die sich zeitgleich in den Gebäuden des Ensembles aufhalten dürfen, festgesetzt.

Faszinierende Vielfalt der Bienen

Besondere Ergänzung und weitere Attraktion des Museums ist die diesjährige Ausstellung im Obergeschoss. Auf großen, farbenfrohen Plakaten wird eindrucksvoll die Vielfalt der Bienen vorgestellt. Museumsleiter Kattari, Mitarbeiterin Grimm und als wissenschaftlicher Begleiter Dr. Andreas Fleischmann haben die Ausstellung erarbeitet. Mit wunderschönen Fotos, leicht zu lesenden Übersichtstexten und erweiterten Infos wird das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Zunächst wird eine systematische Einordnung der Bienen gestaltet.

Interessant zu erfahren: Selbst Ameisen gehören zur Gattung der Bienen. Wenn von Bienen gesprochen wird, haben viele die Staaten bildende Honigbiene vor Augen. In aller Regel leben die Wildbienenarten jedoch solitär und bilden keinen großen Stock. Deren Lebensweise wird ebenfalls imposant gezeigt. Alle Bienenarten sind aufgrund ihrer Bestäubungsleistung enorm wichtig. Entsprechend rangieren diese auf Platz 3 der Nutztierliste. Die Vielfalt der Pflanzen ist ausschlaggebend für den Artenreichtum der Bienen, da etliche Pflanzen mit den bestäubenden Insekten eine Art Symbiose eingehen. „Dieses Wissen“, erklärt Kattari, „ist wichtig für das Bewusstsein, welche Pflanzung in der Landschaft wichtig ist, um den Artenreichtum zu schützen und zu erhalten.“ Das Areal des „Klaushäusls“ mit seinen Pflanzen und den dort lebenden Bienenarten ist ein Beispiel.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Schautafeln speziell für Kinder, mit zusätzlichen Informationen, Bienengeschichten und vieles mehr. Die Klasse 5a von Lehrerin Carina Poebing hatte sich ebenfalls Gedanken gemacht und Bienen gebastelt, die die Ausstellung ergänzen und unter dem Giebel schweben. Die Ausstellung ist bis zum Ende der Museumssaison zu besichtigen.

Jeder kann die Artenvielfalt unterstützen. Stefan Kattari erklärte am Eröffnungstag, wie eine Blumenwiese angelegt wird: „Es sollte darauf geachtet werden, dass die Gewächse unterschiedliche Höhen erreichen. Eine abgestufte Bepflanzung macht ein schönes Bild.“ Gartenwürdig seien alle Lippenblütler wie Salbei, Rosmarin, Oregano oder Taubnesseln. Die zweite Gruppe seien die Korbblütler, wie Gänseblümchen, Margariten, Schafgabe und auch die spätblühende Aster. Auch Rankenpflanzungen, wie Wicken stellen eine schöne Ergänzung dar. Die Liste der Pflanzen, die sich für eine Bienenweide eignen, wird auf der Homepage des Museums veröffentlicht.

Das Museum mit Gebäudeensemble

Im Museum sind zwei Museen vereinigt, zum einen das Salzmuseum, dass die Technikgeschichte der Soleleitung von Reichenhall nach Rosenheim zeigt und zum anderen das Moormuseum mit faszinierenden Einblicken in das Leben im Hochmoor.

Das Moormuseum ist im ehemaligen Brunnwärterhaus untergebracht. Auf zwei Stockwerken wird anschaulich mit vielen Exponaten der Aufbau des Hochmoors, Flora und Fauna des Moores dargestellt. In diesem Gebäude ist auch die Sonderausstellung zu sehen. Das Salzmuseum besteht aus sieben Gebäuden, die zum Ausstellungsensemble zählen. Kernstück ist das turmförmige Maschinenhaus mit der Reichenbach´schen Solehebemaschine.

Direkt im Anschluss bietet die Niederreserve einen Einblick in die Arbeit des Brunnwärters, erklärt die Soleleitung und informiert über die Entstehung des Salzes und der Bedeutung und bietet geschichtliche Hintergründe. Zahlreiche Exponate zeigen die damalige Handwerkskunst. Eine steile Treppe führt zur Hochreserve am Waldrand. Bis hier wurde die Sole nach oben gepumpt und dann weiter Richtung Rosenheim geschickt. Auf halbe Höhe ist das kleine Aufschlagswasserhaus zu finden.

Auch das Museumscafé ist nun wieder geöffnet. Zunächst werden Gäste nur der Außenbereich bewirtet. Ab nächster Woche dann auch wieder im Café.

Geöffnet hat das Museum von Mai bis Oktober, täglich jeweils von 11 bis 17 Uhr. Montag ist Ruhetag. tb

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