Nach Bürgerantrag

Am nördlichen Priener Ortseingang: Mittelinsel soll Verkehrssituation entschärfen

Für Fußgänger, die die Rimstinger Straße queren wollen und für Radfahrer entstehen am nördlichen Ortsausgang Priens immer wieder gefährliche Situationen.
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Für Fußgänger, die die Rimstinger Straße queren wollen und für Radfahrer entstehen am nördlichen Ortsausgang Priens immer wieder gefährliche Situationen.
  • Ulrich Nathen-Berger
    vonUlrich Nathen-Berger
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Bürgerantrag an den Priener Marktgemeinderat findet Gehör: Mit dem Ausbau eines Geh- und Radwegs sowie einer Mittelinsel als Querungshilfe soll die Situation für Radfahrer und Fußgänger auf der Rimstinger Straße entschärft werden.

Prien –Für Fußgänger und Radfahrer soll der nördliche Priener Ortseingang im Bereich der Rimstinger Straße zwischen Brucker Kreisel und Ortsschild sicherer werden. In dem Punkt sind sich Anwohner und der Marktgemeinderat einig, wie in dessen jüngster Sitzung deutlich wurde. Nur noch das „Wie“ stand jetzt in der Beratung zur Diskussion.

Anwohner hatten mit Unterstützung aus der Bevölkerung der Marktgemeinde einen Bürgerantrag vorgelegt zur „Verbesserung der Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Anliegersituation“. Ihre Wünsche: Die Geschwindigkeit des Ortseingangsverkehrs zu verringern beziehungsweise das Ortsschild weiter Richtung Norden zu verlagern, um Tempo 50 zu erreichen, einen Fußgängerüberweg auf Höhe des Fußwegs zum Gries zu schaffen wie auch einen Geh- und Radweg zwischen Prien und Rimsting.

Forderung nach Zebrastreifen

„Das Überqueren der Rimstinger Straße vom Fußweg aus, der vom zentralen Priener Ortsteil Gries zur Rimstinger Straße führt, ist zu Verkehrs-Stoßzeiten nur schwer möglich“, wird die Forderung nach einem Zebrastreifen begründet.

„Für Spaziergänger, Kinder, Schüler, Ältere und Menschen mit körperlichem Handicap … bedeutet das Stress und lange Wartezeiten.“

Auch für Fahrradfahrer sei die Situation in dem Bereich unübersichtlich und gefährlich, heißt es weiter. „Wenn sie von Prien kommend den Berg hinauf radeln, müssen sie zwei Mal die Straße überqueren, um den Fahrradweg nutzen zu können.“ Und das in einem Straßenbereich, in dem vor allem der motorisierte Verkehr ortsauswärts üblicherweise beschleunigt, „obwohl das Ortsgebiet Prien eigentlich noch nicht verlassen worden ist“.

Den Antrag hatte der Marktgemeinderat in seiner Juni-Sitzung angenommen und zur Klärung an die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Rosenheim weitergeleitet. Jetzt lag die Stellungnahme vor, die Martin Plenk, Leiter des Priener Ordnungsamtes dem Gremium vortrug.

Mit Smileys die Autofahrer sensibilisieren

Zum Thema Geschwindigkeitsregulierung verwies die Behörde demnach auf sieben Messungen in dem Bereich Anfang September mit einer Beanstandungsquote von rund drei Prozent. Die Empfehlung: „Als weitergehende temporegulierende Maßnahme kann ergänzend für einen längeren Zeitraum ein stationäres Tempomessgerät (Smiley) angebracht werden.“

Einen Fußgängerüberweg in dem gewünschten Bereich schließt das Straßenverkehrsamt aus, weil er im sogenannten Außenbereich der Gemeinde liegen würde, „das Ortsschild ist hier nicht ausschlaggebend“. Zudem werde „eine benötigte Querungszahl von mindestens 50 Personen pro Stunde an diesem Standort nicht erreicht“.

Auch die Verlagerung des Ortsschildes verbiete sich aus rechtlichen Gründen, argumentiert die Behörde weiter.

Befürwortet wird dagegen der Geh- und Radwegbau: „Nach Rücksprache mit dem staatlichen Bauamt Rosenheim darf für den Geh- und Radweg die Fahrbahn um einen halben Meter auf 6,50 Meter verschmälert werden. Die Straßenbreite muss vom Ortsschild bis zum Kreisverkehr durchgehend 6,50 Meter betragen. Diese 0,50 Meter können dem Geh- und Radweg zugeschlagen werden.“

Beschluss des Marktgemeinderats einstimmig

Die Behörde ging zudem auf die ergänzende Mail eines Anwohners ein, der darauf aufmerksam gemacht hatte, dass es sich bei dem asphaltierten Weg vor dem Ortsschild nicht um einen Radweg handele, sondern um einen reinen Fußweg. „Durch die Nutzung von Radfahrern kommt es regelmäßig zu kritischen Situationen zwischen Fußgänger und Radfahrer. Hier wird um schnellstmöglichen Lückenschluss gebeten.“

Der Marktgemeinderat folgte mit einstimmigem Beschluss der Stellungnahme der Straßenverkehrsbehörde und dem daraus resultierenden Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung.

Demnach werden „zur nachhaltigen Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer kontinuierlich zwei Smileys angebracht. Diese werden neu beschafft. Die Aufstellung erfolgt in Absprache mit der örtlichen Polizeidienststelle“.

Einrichtung einer Querungshilfe soll geprüft werden

Festgelegt wurde auch, dass im Bereich des Priener Ortsausgangs der Lückenschluss des Geh- und Radwegs in der vorgeschlagenen Weise erfolgen soll. Weiter heißt es: „Zusätzlich ist die Umsetzbarkeit einer Fußgängerquerungshilfe zu prüfen. Die Grundstücksanlieger an der Westseite sind zu beteiligen. Zusätzlich ist die Einrichtung einer Mittelinsel zu prüfen und zu beantragen. Nach Erstellung eines Planentwurfes und nach Ermittlung der Baukosten soll mit dem staatlichen Bauamt eine Vereinbarung über die Kostenteilung geschlossen werden. Eine Konkurrenz zwischen Fuß- und Radweg ist nach aktuellen Gesichtspunkten nicht zu erwarten.“

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