Altes Feuerwehrhaus wird abgerissen

Das neue Überseer Ortszentrum nimmt Formen an. Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag der vorläufigen Planung zugestimmt. Die Kernpunkte des neuen Konzeptes sind der Abriss des alten Feuerwehrhauses sowie die Nutzungsänderungen von der alten Schule in ein neues Rathaus und vom jetzigen Rathaus in ein Bürgerhaus.

Übersee - Eines stellte Bürgermeister Marc Nitschke gleich zu Beginn klar: "Der momentane Sachstand der Planung ist noch keine endgültige Lösung. Das Konzept ist lediglich für den Aufnahmeantrag in die Städtebauförderung erarbeitet worden." Detailplanungen seien erst möglich, wenn die Zuschussfragen geklärt seien. Dies sei laut Nitschke erst Anfang des kommenden Jahres denkbar. Mit einem Start der Baumaßnahmen rechne er nicht vor Beginn 2015.

Die vorläufige Planung, in die auch die Ergebnisse eines "runden Tisches" mit Bürgerbeteiligung eingeflossen waren, stellten die Diplom-Ingenieure Gerhard Hayer und Simon Bauer von der Traun-steiner Planungsgruppe "Strasser + Partner" vor. Demnach war der Abriss des alten Feuerwehrhauses die Grundlage aller Überlegungen. Der frei werdende Platz soll dann den Blick auf das Rathaus freigeben und als attraktive Grünfläche für Märkte, Feste und eventuell einen Maibaum genutzt werden.

Zu diesem Platz hin, also auf der Südseite der ehemaligen Schule, ist auch der Haupteingang des künftigen Rathauses geplant. Der bisherige Eingang bleibt als Nebeneingang für Mitarbeiter bestehen. Im Erdgeschoss mit einem großzügigen Foyer samt Bürgerinformation, Einwohnermeldeamt und Fahrstuhl werden die Büros der Finanzverwaltung, das Trauungszimmer, Toiletten und eine Teeküche untergebracht.

Im Obergeschoss sind die internen Arbeitsräume der Verwaltung vorgesehen, wie die Büros für den Bürgermeister samt Sekretärin, der Geschäftsleitung, des Bauamtes und der "Allianz für die Alpen" sowie ein Besprechungsraum für zwölf Personen, ein Putzraum und Toiletten mit einem Behinderten-WC.

Der Gemeinderat wird nach den Vorstellungen der Planer künftig im Sitzungssaal des zweiten Obergeschosses tagen. Der Raum ist mit 93 Quadratmetern etwas größer angelegt als der jetzige Saal mit 80 Quadratmetern und bekommt zudem noch einen Vorraum. Die weiteren Räumlichkeiten werden mit dem Archiv, der Technik, einem Lager und einem Ret-tungsweg belegt.

Die äußere Ansicht des Gebäudes haben die Planer vorläufig mit einer optischen Unterscheidung des alten und des neuen Teiles betont. Zudem seien eine traditionellere Fassade oder eine modernere mit höheren Fenstern möglich. Zwei Möglichkeiten boten sie auch für die erforderliche Nottreppe im Außenbereich an.

Das jetzige Rathaus bleibt als künftiges Bürgerhaus rein äußerlich im Wesentlichen so wie es ist. Im Erdgeschoss sind einige Räume für die Kleiderkammer und ein Büro für die Senioren- und Behindertenarbeit vorgesehen. Im Obergeschoss sollen ein kleiner und ein größerer Raum für die Volkshochschule, Büros für den Familienstützpunkt und den Krankenpflegeverein sowie die Krisenwohnung untergebracht werden. Im Obergeschoss sind ein Raum für die Vereine und ein Abstellraum geplant.

Auf die Frage von Dieter Schöneburg (SPD), ob man das alte Feuerwehrhaus auch stehen lassen könnte, weil in jüngster Zeit vermehrt Anfragen nach einer möglichen Nutzung laut geworden waren, gab es eindeutige Antworten. Bürgermeister Nitschke, wie auch sein Zweiter Stellvertreter Alois Huber (CSU), sahen den Abriss als "Grundlage des neuen Konzeptes". "Wenn das Feuerwehrhaus stehen bleibt, kann man sich die ganze Planung schenken", meinte auch Zweiter Bürgermeister Ludwig Ertl (Freie Bürgerliste, FBL). Die Planer sahen den Abriss als "einmalige Chance, einen neuen Ortsmittelpunkt zu schaffen und das Rathaus ins rechte Licht zu rücken".

Leo Segin (CSU) vermisst bei der Raumaufteilung im neuen Bürgerhaus die Bücherei. Der Gemeindechef informierte in diesem Zusammenhang das Gremium von einer geplanten Sanierung und Modernisierung des Nikolausheimes, wo die Bücherei dann auch künftig bleiben sollte.

Etwas überdimensioniert empfand Hans Schönberger (FBL) das Platzangebot für die Kleiderkammer. Erika Stefanutti (FBL) verdeutlichte dem Gremium die Erfordernisse der ständig wachsenden Kleiderkammer mit dem nötigen Platz zum Sortieren, für kleinere Schreibarbeiten und auch der besseren Übersicht für Spielzeug, Babysachen und Kleidung. vd

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