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Was steckt hinter der einsamen Kirche Sankt Wolfgang bei Altenmarkt?

Der steinerne Fußabdruck des Heiligen und die Legende vom Schmerz lindernden „Schlupfstein“

Kirche Sankt Wolfgang zwischen Obing und Altenmarkt
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Die steinerne Kirche Sankt Wolfgang liegt einsam auf einer Anhöhe gelegen zwischen Altenmarkt und Obing.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Sie sticht von Weitem schon ins Auge: Die steinerne Kirche Sankt Wolfgang befindet sich auf einer Anhöhe im kleinen gleichnamigen Ortsteil von Altenmarkt und hat nur vereinzelt ein paar Häuser als Nachbarn. Der Kirche wird eine sagenhafte Bedeutung zugeschrieben, die gerade Menschen mit Rückenleiden anzieht. chiemgau24.de hat sich erkundigt, was dahinter steckt.

Altenmarkt an der Alz - Im kleinen Weiler Sankt Wolfgang, einem Ortsteil der Gemeinde Altenmarkt, befindet sich der massive Bau der Katholischen Filial- und Wallfahrtskirche Sankt Wolfgang.

Die Kirche mit malerischem Bergblick oberhalb der B304 zwischen Altenmarkt und Obing umgibt lediglich gepflegtes Grün und eine von Moos überzogene Steinmauer. Sie war zu damaligen Zeiten eine vielbesuchte Pilgerstation von Regensburg auf dem Weg an den österreichischen Wolfgang-See. Im Kirchenstift ist Platz für 29 Personen.

Die Rückseite der Kirche.

Die Legende vom „Schlupfstein in St. Wolfgang“ 

Ihren Namen bekam die Kirche vom heiligen St. Wolfgang, der der Legende nach in der Kirche bei einer Rast zweimal seinen Fußabdruck im Stein hinterlassen haben soll: einen direkt neben dem Eingang und einen vor dem Altar. Am Altartisch befindet sich ein sogenannter „Schlupfstein“, ein Felsbrocken aus rotem Marmor und einer engen Öffnung. Die Brüstung umschließt einen vom Gletscher ausgehöhlten abnormen Findling im Kirchenboden mit seltsamen Schrunden und Löchern. 

Ein schlanker und kleiner Mensch kann in gebückter Haltung durch diese Öffnung schlüpfen. Denn der Schlupfstein soll Heilkraft gegen Kreuzschmerzen und Rheuma besitzen aber auch bei unerfülltem Kinderwunsch helfen. In früheren Zeiten galten Schlupfsteine als „Zaubersteine“, bei denen die Menschen beim Hindurchzwängen ihre körperlichen Mängel gleich einer Schlangenhaut abstreifen konnten. So ist es auch im dem Buch „Sagen und Legenden um Chiemgau und Rupertiwinkel“ beschrieben.

Ähnliche Steine existieren auch in anderen dem heiligen Wolfgang geweihten Wallfahrtskirchen. Sie stehen in engen Zusammenhang mit der „Wolfgangslegende“: Die besagt, dass sich der Heilige eines Tages als Bußübung die Hände an einem Felsen blutig schlagen wollte, wobei der Stein wie Wachs nachgegeben habe, so dass Vertiefungen in diesem Stein entstanden seien.

Die Kirche Sankt Wolfgang mit ihren steinernen Quadern umgibt ein sauber gepflegter Rasen.

War die Kirche auf der Anhöhe bereits in vorchristlicher Zeit ein Kultort? Spekulationen, die sich nicht bestätigen lassen. Auch das genaue Alter der Kirche und wann sie erbaut wurde weiß niemand. Geschichten über eine erste Kapelle aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und über eine urkundliche Ersterwähnung um 1130 sind nicht bestätigt.

Im Jahre 1404 aber wurde die Kirche geweiht, um 1720 im Barockstil umgestaltet und die Innenausstattung erfolgte im barocken Stil des 18. Jahrhunderts. In den Jahren 1984 bis 1988 wurde die Kirche komplett saniert, die wuchtigen Steinquader des Langhauses aus gotischer Zeit, an die sich der romanische Kirchturm schmiegt blieben erhalten.

Wann genau die Kirche erbaut wurde, ist nicht bekannt.
Der Eingang der Kirche Sankt Wolfgang.
Die Kirche Sankt Wolfgang liegt auf einer Anhöhe mitten im Grün.

mb

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