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Nato-Beitritt: Türkei macht Weg für Finnland und Schweden frei - und soll dafür „ernste Gewinne“ erhalten

Ministerin äußert sich vielsagend

Nato-Beitritt: Türkei macht Weg für Finnland und Schweden frei - und soll dafür „ernste Gewinne“ erhalten

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125 Jahre Markterhebung

Als Firma seit über 125 Jahren in Prien etabliert

Rund ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Chiemsee-Dampfschifffahrt Feßler: Das Dampfschiff Herzog Maximilian (links) und der Raddampfer Luitpold im Hafen Stock um 1900. Maximilian lief 1859 vom Stapel, Luitpold folgte im Jahr 1887. Archiv Berger
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Rund ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Chiemsee-Dampfschifffahrt Feßler: Das Dampfschiff Herzog Maximilian (links) und der Raddampfer Luitpold im Hafen Stock um 1900. Maximilian lief 1859 vom Stapel, Luitpold folgte im Jahr 1887. Archiv Berger
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Schifffahrt, Apotheke, Zimmerei und Glaserei: Im 19. Jahrhundert gegründete Priener Gewerbebetriebe, die auch heute noch Bestand haben.

Prien – Vor dem Hintergrund des Priener Markterhebungs-Jubiläums haben die OVB-Heimatzeitungen in den Ortschroniken geblättert, um exemplarisch einige Gewerbebetriebe vorzustellen, die mehr als 125 Jahre alt sind. „Nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Rosenheim-Salzburg im Mai 1860 stieg das Wirtschaftsvolumen Priens in raschem Tempo an“, heißt es im neuen Heimatbuch (erhältlich im Rathaus). Dank besserer Verkehrsverbindungen und dem Aufkommen des Tourismus etablierten sich deshalb neben den Handwerks- und Handelsbetrieben mit lang gewachsener Tradition auch neue Gewerbebetriebe, die zum Teil bis heute Bestand haben.

Familienbetrieb in fünfter Generation

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Chiemsee-Schifffahrt in der fünften Generation von der Familie Feßler betrieben. Für den Zimmerermeister Wolfgang Schmid aus Grassau hatte die Feßler’sche Kupferschmiede in München für ein im Jahr 1845 in Betrieb genommenes Dampfschiff eine Kesselanlage gebaut.

Da Schmid für seinen Bootsrumpf kein geeignetes Baumaterial verwendet hatte, musste die Kesselanlage immerzu kostenpflichtig von Joseph Feßler repariert werden. Schmid war es leid geworden, die geringen Einnahmen aus der Schifffahrt für Instandsetzungen an die Kupferschmiede in München abführen zu müssen. Deshalb zog er sich aus dem teueren Schifffahrtsbetrieb zurück und überließ Joseph Feßler den Betrieb im Jahr 1846: das Gründungsjahr des Unternehmens Chiemsee-Schifffahrt.

Heute betreibt das Unternehmen eine Flotte mit 13 Passagierschiffen, einem Arbeitsschiff sowie einem Passagierschiff der Schifffahrt Gstadt.

Gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts

Blick auf die Zimmerei Stocker aus der Vogelperspektive in den 1960er Jahren.

Auch die Zimmererei Stocker in der Jensenstaße 2 wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. 1928 übernahm laut Heimatbuch Josef Stocker den seit 1849 bestehenden Betrieb. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte bis 1988 auch ein Sägewerk zur Zimmerei. Eine Erbengemeinschaft unter Sebastian Stocker trat nach seinem Tod 1953 die Nachfolge an. Dann übernahm Diplomingenieur Wilhelm Keßler, verehelicht mit Erbin Gertraud Stocker, 1961 die Geschäftsleitung.

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1995 fiel der gesamte Besitz an seine Tochter Elisabeth, verheiratete Rappel. Sie verpachtete den Betrieb samt Zimmerei und Bauschreinerei 1999 an ihren Großcousin Markus Stocker. Dessen Sohn Markus stieg 2011 mit in die Geschäftsleitung ein.

Schon seit Mitte des 15. Jahrhunderts besaß der Marktflecken Prien einen Bader, später Chirurgen und Wundarzt, der wohl neben den Klosterapotheken von Herrenchiemsee und Frauenchiemsee auch Medizin herstellte. Eine eigene Apotheke bekam Prien erst im Jahr 1857, als sich der aus Cham stammende Apotheker Johann Fleischmann am heutigen Marktplatz ein Wohnhaus mit Ladenlokal erbaute. Das Innere der Apotheke präsentiert sich auch heute noch im Stil der Zeit um 1900.

Die Marienapotheke am Marktplatz um 1900 vor dem Fassadenumbau.

Zu den wichtigsten Inhabern zählen neben der Familie Fleischmann auch Dr. Paul Weinhart und seine Gattin Anna Weinhart, die sich sozial und caritativ im Ort engagierten. Heute befindet sich die Apotheke im Besitz der Familie Reuther.

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Die Firmengeschichte der Priener Glaserei Stöttner im Ortsteil Gries geht auf den Urgroßvater, Schreinermeister Bartholomäus Stöttner zurück. Sein Sohn, Glasermeister Josef Stöttner gründete im Ortsteil Gries 1897 – im Jahr der Markterhebung Priens – im Stricker-Haus (eine ehemalige Strumpfwirkerei) die Kunst- und Bauglaserei Stöttner. 1911 verlieh ihm anlässlich der Handwerker- und Leistungsschau in Nürnberg Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Kreuz in Gold. Sohn Josef Stöttner übernahm 1935 laut Heimatbuch die Werkstatt. Der Familientradition folgend gab auch der seinem Stammhalter den Namen Josef; der Junior arbeitete als Meister neben seinem Vater bis zur Übernahme des Betriebs im Jahr 1980.

Werkstatt aus Platzgründen verlegt

Die Werkstatt ist inzwischen teilweise ins ursprüngliche Schreiner-Haus Am Gries 16 zurückverlegt und mit der neuesten computergesteuerten Technik ausgerüstet worden.

Der jüngste Spross und Nachfolger, wieder ein Josef, wird sie später übernehmen. Er erhielt 1996 als Jungmeister den Bayerischen Staatspreis.

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