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OB Hümmer: „...dann gnade uns Gott“

Allerlei Probleme: Erweiterung Industriegebiet-Nord in Traunstein steht auf der Kippe

Die Kreuzung Kotzinger Straße/Industriestraße in Traunstein - die einzige Zufahrt, und somit eine Sackgasse, zum Traunsteiner Industriegebiet-Nord.
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Die Kreuzung Kotzinger Straße/Industriestraße in Traunstein - die einzige Zufahrt, und somit eine Sackgasse, zum Traunsteiner Industriegebiet-Nord.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Die Betriebe bräuchten mehr Platz, Lieferanten und Rettungskräfte eine zweite Zufahrt: doch die Erweiterung des Industriegebiet-Nord in Traunstein steht auf der Kippe - es scheint gleich mehrere Probleme zu geben.

Traunstein - Die Erweiterung des Industriegebiets im Traunsteiner Norden war schon in den vergangenen Jahren ein umstrittenes und kompliziertes Thema - jetzt drohen die Pläne wieder in der Schublade zu verschwinden. Konkret ging es darum, den angesiedelten Betriebe neun weitere Hektar zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte die Verkehrssituation in der Sackgasse Industriestraße durch eine zweite Zufahrt ins Gewerbeareal aufgelockert werden.

Erweiterung Industriegebiet-Nord in Traunstein auf der Kippe

Dass zumindest die Pläne für eine zweite Zufahrt über einen Kreisverkehr nahe der B304 „derzeit nicht weiterverfolgt“ werden, gibt Traunsteins Pressesprecherin Carola Westermeier auf Nachfrage von chiemgau24.de an. Weil die Erschließungsstraße unter der Bahnlinie hindurchgeführt werden müsste, sei der technische Aufwand dafür „erheblich“. Als Beispiel nennt Westermeier die Böschungssicherung. Zudem wären die Kosten in der Folge dementsprechend hoch und die Platzverhältnisse nördlich des Industriegebiets „sehr eng“. Wann eine zweite Erschließungsstraße kommt sei derzeit „nicht abzusehen“.

Ein Kreisverkehr nahe der B304, um eine zusätzliche Erschließungsstraße für das Industriegebiet zu schaffen, war vom Stadtrat eigentlich bereits beschlossen.

Hinzu kommt der Naturschutz, an den sich die Stadt Traunstein als Projektträger halten muss. Um die neue Straße zu bauen und das Industriegebiet zu erweitern, müsste Wald gefällt werden. Doch schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass auch Haselmaus und Zauneidechse dort heimisch sind - beide sind geschützt und müssten vor Baubeginn ohnehin erst umgesiedelt werden. „Das heißt nicht, dass man das einzelne Individuum einfängt und umsetzt, sondern dass ein Ersatzlebensraum geschaffen werden muss, welcher dann von Haselmaus und Zauneidechse angenommen werden muss“, erklärt Pressesprecherin Carola Westermeier.

Eigentlich wollte man Gewerbegebiet um 22 Hektar erweitern

Doch auch mit jener Umsiedlung der beiden geschützten Tierarten wurde noch nicht begonnen. Ist das ganze Projekt der Erweiterung des Industriegebiets im Traunsteiner Norden damit gestorben? So viel lasse sich jetzt noch nicht sagen: „Die Gremien werden sich in absehbarer Zeit wieder mit dem Thema auseinandersetzen“, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Ursprünglich plante die Stadt, die Fläche des Industriegebiets ungefähr zu verdoppeln. Wegen des Artenschutzes mussten die Erweiterungspläne aber schon 2019 zusammengestutzt werden: zusätzliche neun Hektar statt 22 waren seitdem noch in der Planung.

Vor allem auch die Zufahrtssituation zum Industriegebiet-Nord ist in Traunstein ein altes und leidiges Thema. Die Lkw müssen über einen Bahnübergang, immer wieder kam es zu Zusammenstößen mit Zügen. Zusätzlich zum Ziel- und Quellverkehr der Industriebetriebe zieht auch ein Entsorgungsbetrieb noch viele Privatpersonen mit ihren Autos an: Auf der Industriestraße wird es regelmäßig eng.

„Sollte die Sackgasse zu sein, dann gnade uns Gott“

Wie brenzlig es vor allem auch für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge werden könnte, zeigte zuletzt wieder der 13. Juli. Bei Verschrottungsarbeiten kam es zu einem Austritt von Chemikalien. 181 Einsatzkräfte waren im Industriegebiet, zwölf Menschen mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Eine zweite Erschließungsstraße könnte vor allem in solchen Situationen die Lage entspannen. Stadtrat Sepp Kaiser (UW) mahnte jüngst im Stadtrat an, der Einsatz sei ein Fingerzeig gewesen, dass „sowas auch anders ausgehen kann“. Und auch Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) merkte an: „Sollte die Sackgasse mal nicht zugänglich sein, dann gnade uns Gott!

xe

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