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Zehn Kilometer Umweg

Ärger in Achberg: Straße nach Unterwössen könnte lange gesperrt bleiben

Ein Schild warnt vor den momentanen Gefahren der Kiesstraße und weist auf die Sperrung hin.
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Ein Schild warnt vor den momentanen Gefahren der Kiesstraße und weist auf die Sperrung hin.
  • VonSybilla Wunderlich
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Die Bürger des Schlechinger Ortsteils Achberg sind empört. Die für sie so wichtige Verbindungsstraße nach Unterwössen muss dringend saniert werden. Doch stattdessen überlegt die Gemeinde, den Kiesweg an den Staatsforst abzugeben. Dann wäre er für den Verkehr gesperrt. Die Angst geht um, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.

Schleching – Auf die Straße vom Achberg nach Unterwössen verzichten? Das können und wollen sich die Achberger Bürger nicht vorstellen. In einem Offenen Brief an Schlechings Bürgermeister Josef Loferer (CSU/UBS) machen sie ihrem Ärger Luft über Pläne, nach denen die stark sanierungsbedürftige Kiesstraße auf die Bayerischen Staatsforsten übergehen könnte und dann für den öffentlichen Verkehr nicht mehr zugänglich wäre.

Der von zahlreichen Achbergern unterschriebene Brief liegt unserer Redaktion vor. Seine Verfasser beziehen sich auf ein persönliches Gespräch zwischen Loferer und Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller, über welches jüngst der Gemeinderat informiert wurde. Das Gremium hatte zuletzt mit zwei Gegenstimmen beschlossen, für die im Moment gesperrte Straße ein Gesamtkonzept erstellen zu lassen (wir berichteten).

„Nur noch über den Luftweg erreichbar“

„Für uns Einwohner ist die direkte Wegverbindung nach Unterwössen von großer Bedeutung“, steht darin. Ohne sie wäre ein Umweg von rund zehn Kilometern in Kauf zu nehmen. 80 Menschen leben derzeit in Achberg. Im Brief wird die Sorge geäußert, sie könnten im Fall einer Sperrung verkehrstechnisch von der Außenwelt abgeschnitten sein und bei ärztlichen Noteinsätzen „nur noch über den Luftweg“ erreichbar sein.

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Die Verfasser erinnern daran, dass die Achberger in der Vergangenheit viel Zeit, Mühe, Eigeninitiative und Geld aufgewendet haben, um die Straße zu erhalten. Besonders das Ansinnen, die Straße an den Forst abzutreten wird als „keinesfalls akzeptabel“ dargestellt. „Bei der Übereignung der Wegstrecke an den Staatsforst würden Sie sich fein aus der Verantwortung stehlen“, werfen die Schreiber ihrem Bürgermeister vor.

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Die 550 Meter lange Kies-Verbindungsstraße von Achberg nach Unterwössen wird regelmäßig im Winter gesperrt und muss stets vor der Öffnung im Frühjahr auf ihre Befahrbarkeit überprüft werden. In diesem Jahr wurden größere Mängel festgestellt: Große Steine und Felsbrocken könnten sich lösen. Die Netze, die den Steinschlag aufhalten sollten, sind überfüllt und zum Teil ausgebrochen.

Baulast liegt bei Schleching

Die Überprüfung eines Fachingenieurs ergab ein erheblichen Steinschlagrisiko. Demnach kann die Straße nicht freigegeben werden. Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen seien, so die Gemeinde unter Berufung auf den Ingenieur, erforderlich. Die Kosten dafür werden auf bis zu 125 000 Euro geschätzt. Die Straße hat eine lange Historie.

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Sie wurde 1961 vom Landratsamt Traunstein ins Bestandsverzeichnis für öffentliche Feld- und Waldwege in gemeindefreien Gebieten aufgenommen. 1965 erfolgte die Übernahme ins Verzeichnis der Gemeinde Oberwössen. Schleching übernahm die Straße nach der Umgemeindung in ihr Bestandsverzeichnis. Die Baulast liegt seit 1983 allein bei der Gemeinde Schleching.

Nachbargemeinde äußert Interesse

Am damaligen Ausbau der Straße hat sich der Forst mit 25 Prozent beteiligt und eine weitere Beteiligung von 20 Prozent in Aussicht gestellt, wenn die Gemeinde die Straßenbaulast und Verkehrssicherheit übernimmt. Nun, nach fast 40 Jahren, soll eine zukunftsfähige Lösung für die Straße her. Statt einfach nur aufzukiesen, soll laut Loferer unter anderem eine Hangsicherung Stabilität für die nächsten zehn Jahre bringen.

Akute Steinschlaggefahr: Von den Hängen entlang der Kiesstraße zwischen Achberg und Unterwössen könnten schwere Felsbrocken stürzen. Für die Achberger bedeutet die aktuelle Sperrung einen zehn Kilometer langen Umweg nach Unterwössen.

Die gute Nachricht: Auch Unterwössen bringt sich nun in die Sache ein. Wie die Chiemgau-Zeitung erfahren hat, soll Nachbarbürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) Interesse an der Nutzbarkeit der Straße haben. Ein Ortstermin beider Bürgermeistern ist noch in diesem Monat geplant. Nicht nur für die eigenen Bürger müssen sie eine Lösung finden, sondern auch für die vielen Wanderer und Radler, die die Kiesstraße gerne nutzen.

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