Ärger im Schramlbad Prien nach nächtlicher Party: Vandalen erobern die Ufer

An manchen Stellen des Geländes sah es nach der jüngsten Party so aus.privat
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An manchen Stellen des Geländes sah es nach der jüngsten Party so aus.privat
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Manfred Eckerl ist saurer. Schon wieder haben Unbekannte wohl in blindem Übermut auf seinem Gelände im Schramlbad nach einer nächtlichen Party Ansammlungen von Müll hinterlassen und Einrichtungsgegenstände beschädigt. Das kommt im Sommer immer wieder mal vor, heuer aber öfter als in anderen Jahren.

Prien – Es sollen 25 junge Leute gewesen sein, die in der Nacht auf Montag dieser Woche im Schramlbad gefeiert haben. Das berichten Camper, die mit ihren Wohnmobilen auf dem Parkplatz Nachtquartier bezogen hatten. Sie haben sich nicht getraut, die Polizei zu rufen, weiß Eckerl. Nach der Schilderung der Camper sollen die letzten Feiernden etwa zwischen 2.30 und 3 Uhr von einem Kleinbus abgeholt worden sein.

Spuren einer Nacht: Das Ufer am Badeplatz Schraml ist mit Müll übersät. privat

Dusche und Bänke mutwillig beschädigt

Am Morgen bot sich Pächter Eckerl und seinen Mitarbeitern ein Bild der Verwüstung. „An der Dusche wurde die Brause abgerissen, Abfallkörbe wurden umgeworfen, ebenso alle Stühle auf dem Areal der Gastronomie sowie Blumenkübel“, schildert Renate Schöllhammer vom Kneippverein, Sie hatte die Hinterlassenschaften und Beschädigungen morgens bei einem Spaziergang entdeckt und die Polizei verständigt. Der Kneippverein nutzt die Schraml-Wiese gerne für einige seiner Veranstaltungen. Auch das Areal um die „Ruheinsel“, die im Herbst 2019 in Gedenken an den Monate zuvor verstorbenen Priener Maler Hans Schöllhammer von seiner Ehefrau eingerichtet und dem Kneipp-Verein Prien gestiftet worden war, war vermüllt mit Wodka- und Sektflaschen, leeren Dosen, Pizza-Kartons, Chipstüten. T-Shirts, Handtüchern, Gesichtsmasken, Zigarettenkippen udn ein noch brennendes Lagerfeuer.

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An den beiden grünen Bänken der „Ruheinsel“ sei die Verankerung mit Bauhaken und Ketten gewaltsam aus dem Boden gerissen worden.

Das illegale Lagerfeuer haben Unbekannte einfach brennen lassen.privat

Ihre Anzeige gegen Unbekannt hat die Polizei Prien am Montag aufgenommen. „Aus unsere Sicht wäre es wünschenswert, wenn solche Ruhestörungen oder Straftaten möglichst zeitnah der Polizei gemeldet werden“, appellierte Peter Hans, stellvertretender Leiter der Inspektion Prien auf Anfrage. Zeugen, die zu dem Vorfall am Badeplatz Schraml Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei Prien unter Telefon 0 80 51/90 57 0 in Verbindung zu setzen.

Hans deutete an, dass sich heuer vermehrt Personengruppen im Freien treffen würden, weil ja Bars und Diskotheken wegen Corona weiterhin geschlossen sind. Allerdings dürfte die Dunkelziffer sehr hoch sein, weil die wenigsten wegen liegendgelassenem Müll Anzeige erstatten.

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Dass es heuer mehr Probleme wegen Feiern im Freien gibt, bestätigt Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes im Priener Rathaus. Als größte Problemzone hat er aufgrund der eingegangenen Beschwerden eine große Sandbank in der Prien in der Nähe des alten Elektrizitätswerks der Gemeinde im Eichental ausgemacht. Dort müssten Mitarbeiter der Gärtnerei regelmäßig nach dem Rechten sehen. Sie sammeln unter anderem auch immer wieder Glasscherben auf. Aber auch der Polizeisteg am Chiemseeufer im Forellenweg und der Badeplatz Schöllkopf sind im Rathaus dafür bekannt, dass dort immer mal wieder gefeiert wird. Das sei ja auch nicht verboten, hat Hans Verständnis, appelliert aber, die geltenden Regeln einzuhalten und Rücksicht zu üben.

Problemzone Krautinsel

Der stellvertretende Inspektionsleiter will die Beamten anweisen, öfter nach dem Rechten zu sehen. „Die Polizei Prien wird im Rahmen ihrer dienstlichen Möglichkeiten die Streifenpräsenz erhöhen“, kündigte er an. Das gelte auch für die Wasserschutzpolizei, denn Berichte von ausufernden Partys auf der Krautinsel sind auch schon bis zur Polizei durchgedrungen. Mehrmals hatten Augenzeugen in den vergangenen Wochen von solchen Feiern berichtet. Zuletzt soll angeblich sogar das Holz für ein Lagerfeuer mit der Motorsäge geschnitten worden sein. „Die Polizei Prien hat von verschiedenen Seiten von der Problematik mit der Krautinsel Kenntnis erlangt. Um einem möglichen weiteren Ausufern dieser Feierlichkeiten entgegen zu wirken muss jederzeit mit einer Kontrolle, auch zur Nachtzeit, gerechnet werden“, warnte Hans. Offene Feuerstellen, Grillen sowie Zelten sind auf der unbewohnten Insel verboten.

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