Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


STREIT IM KREISVERBAND

„Sind keine Partei“: Ärger bei den Freien Wählern im Kreis Traunstein wegen Bundestags-Kandidatur

Der Grabenstätter Gemeinderat Dr. Martin Brunnhuber (von links), Josef Hofer, der Bezirksrat und stellvertretende Landrat von Rosenheim, Michael Koller, stellvertretender Landrat aus dem Berchtesgadener Land und die Kandidatin für den Bundestag, Andrea Wittmann.
+
Der Grabenstätter Gemeinderat Dr. Martin Brunnhuber (von links), Josef Hofer, der Bezirksrat und stellvertretende Landrat von Rosenheim, Michael Koller, stellvertretender Landrat aus dem Berchtesgadener Land und die Kandidatin für den Bundestag, Andrea Wittmann.
  • VonMarkus Müller
    schließen

Explizit keine Partei wollen die Freien Wähler sein. Manche sehen das aber anders, auch im Landkreis Traunstein. Die Kandidatur von Andrea Wittmann für den Bundestag schlägt hohe Wellen im Kreisverband.

Siegsdorf – Hohe Wellen schlägt im Kreisverband der Freien und Unabhängigen Wähler Traunstein die Aufstellung von Andrea Wittmann zur Bundestagskandidatin der Kreisvereinigungen der Freien Wähler Traunstein und Berchtesgadener Land. Dies wurde auch zwei Tage später in der Kreistagsfraktionssitzung im Siegsdorfer Rathaus deutlich. Die Kritik richtete sich aber nicht gegen Andrea Wittmann persönlich.

Bundestagswahl nie das Ziel

„Wir haben die Kreisvereinigung einst gegründet, um zu verhindern, dass uns bei übergeordneten Wahlen ein Kandidat von außen vorgesetzt wird. Eine Beteiligung an Bundestagswahlen war von unseren Mitgliedern nie gewollt“, erinnerte der FW/UW-Kreisvorsitzende Andreas Danzer, der nicht mehr Mitglied in der FW-Kreisvereinigung ist.

Dass die Kreisvereinigung mit den meisten der 35 FW-Ortsverbänden im Vorfeld nicht gesprochen habe und viele Mitglieder von der Nominierung aus der Zeitung erfahren haben, sei so nicht zu akzeptieren, fand der FW-Kreistagsfraktionsvorsitzende Manfred Kösterke.

Lesen Sie auch: Perspektive in der Pandemie: Traunsteiner Landrat Walch entwickelt Öffnungs-Konzept

„Es hätte einfach Rücksprache geben müssen, die Kreisvereinigung hat Fakten geschaffen und sich damit einen Bärendienst angetan“, so der stellvertretende FW-Kreis- und Fraktionsvorsitzende sowie Siegsdorfer Bürgermeister Thomas Kamm.

Aiwangers Parallelstruktur

Bei den zurückliegenden Landtagswahlen sei vor der Kandidatenaufstellung auch immer das Gespräch mit den Ortsverbänden gesucht worden und das habe sich bewährt, so Danzer. Klar sei, „wir sind keine Partei und wollen auch keine sein, das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, so der stellvertretende Landrat Danzer.

Er verwies auf die langjährigen bundespolitischen Ambitionen des FW-Landes- und Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger, der deswegen einst eine Partei-Parallelstruktur ins Leben gerufen hatte.

Andere Zeiten?

Etwas anders sah dies der Traunreuter Kreisrat Paul Obermeier, der auch FW-Parteimitglied ist: „Die Zeiten haben sich geändert, wir müssen den Leuten Alternativen anbieten“.

Dass man bei den letzten Bezirkstags- und Landtagswahlen eigene Kandidaten aufgestellt habe, sei bei der Basis zwar teilweise auch umstritten gewesen. Es habe aber Sinn gemacht, wenn man bedenke, dass „90 Prozent der Gesetze, die uns Schwierigkeiten machen, auf diesen Ebenen gemacht werden“, gab der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Lothar Seissiger zu bedenken. Er hatte sich zuletzt 2018 vergeblich um ein Mandat im Landtag beworben.

Verwirrung um Gremien

Ein Problem sei, dass vielen der Unterschied zwischen Kreisverband und Kreisvereinigung nicht ganz klar sei, mahnte der Obinger Bürgermeister und Kreisrat Josef Huber an.

Während der Kreisverband mit rund 2.500 Mitgliedern Kommunalpolitik in 35 Ortsverbänden macht, hat die Kreisvereinigung als einzige Aufgabe die Organisation übergeordneter Wahlen und lediglich 30 Mitglieder. Das gelte es, noch besser zu kommunizieren.

Versöhnliche Töne

„Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, jetzt müssen wir mit und in unseren Ortsverbänden darüber reden, wie wir am besten miteinander einen Weg und ein vernünftiges Miteinander finden“, so die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Tittmoning und einzige FW-Kreisrätin Barbara Danninger.

Man dürfe sich jetzt auf keinen Fall zerfleischen und sollte jetzt kein weiteres Porzellan zerschlagen, kam man überein. „Wenn sich unser Kreisverband und unsere Kreisvereinigung separieren würden, wäre das eine Katastrophe für beide“, warnte Seissiger.

Er ist auch in der Kreisvereinigung und war als einziges Kreistagsfraktionsmitglied bei der Aufstellungsversammlung am vergangenen Montag in Seeon. Dort hatte er deutliche Kritik am Vorgehen geäußert und stimmte als einziger Teilnehmer gegen die Nominierung von Wittmann.

Impuls aus dem Nachbarlandkreis

Der besagten Bundeswahlkreismitgliederversammlung wohnten acht Vertreter der Kreisvereinigung Traunstein und vier Vertreter der Kreisvereinigung Berchtesgadener Land bei.

Von der Berchtesgadener Kreisvereinigung sei, so war es der regen Diskussion in der Fraktionssitzung zu entnehmen, die Kandidatenkür initiiert und vorangetrieben worden – auch wenn Wittmann aus dem Landkreis Traunstein stamme.

Mehr zum Thema

Kommentare