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BAUANTRAG ABGELEHNT

Änderungen gehen dem Bernauer Gemeinderat nicht weit genug

Bernau Grundstück Baulücke
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Wie an dieser Stelle bebaut werden soll, dazu gabe es einen Alternativ-Vorschlag des Bauherrn.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Mit 5:14 Stimmen reagierte der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngstgen Sitzung erneut ablehnend auf einen Bauantrag für ein Fünffamlienhaus mit Garagen und Stellplätzen in der Gedererstraße, das in zweiter Baureihe anstelle eines Einfamilienhauses errichtet werden soll.

Bernau –Die vorgelegte Änderungsplanung (Tektur) war dem Gremium zu wenig. Bürgermeister Irene Biebl-Daiber (CSU) erinnerte daran, dass die Größe der Bebauung, die hohe Versiegelung und vor allem das ursprünglich geplante 23 Meter lange Garagengebäude für Kritik gesorgt hatten. Im „Austauschplan“ sei die unterbrochene Garage die einzige Änderung. Die vormals acht aneinander gereihten Garagen würden durch zwei Stellplätze in der Mitte unterbrochen.

Keine Gedanken über die Rücksicht zu Nachbarn

Keinen neuen Vorschlag gemacht habe der Bauherr, was die Rücksicht auf ein Nachbargrundstück betrifft. Entlang von zwei seiner Grundstücksgrenzen sind 21 Parkplätze und die Zufahrt vorgesehen. Die hohe Zahl ist auch bedingt durch die bereits genehmigten und in Bau befindlichen beiden anderen Mehrfamilienhäuser des gleichen Bauherrn in direkter Nachbarschaft.

Erschließung auf die zweite Reihe über die Stichstraße

Das dritte geplante Gebäude soll anstelle eines Einfamilienhauses auf dem Hinterliegergrundstück mit der bisherigen Adresse Hochgernstraße 5 entstehen. Durch die neu geplante Erschließung über die Gederer-Stichstraße ist es dann dort zugehörig Haus Nummer 8b.

Biebl-Daiber erklärte, dass das harmonisches Einfügen des Gebäudes nicht berücksichtigt worden sei. Dies ist für den Gemeinderat das Hauptargument für das gemeindliche Einvernehmen. Die Gebäude in der Nachbarschaft, die auf größeren Grundstückflächen liegen, seien ebenfalls schon an der oberen Grenze der Zulässigkeit. Sie prägten noch nicht die Umgebung.

Klein strukturierte Umgebung maßgebend

Für das Haus, um das es im Tekturantrag ging, seien die Grundstücke an der Hochgernstraße 1 und 3 sowie Geigelsteinstraße 9 und 11 maßgebend. Auch bei den nördlich anliegenden Gebäuden an der Gedererstraße 10 bis 12 handle es sich eher noch um kleinteilige Bebauung. Einziger Ausreißer sei ein ebenerdiger gewerblicher Anbau. „Würde man dieses Gebäude außer Acht lassen, ergäbe sich eine lediglich sehr klein strukturierte Umgebung mit relativ geringer überbauter Fläche, die keinesfalls ein solches Gebäude zulassen würde“, verlas die Bürgermeister aus der Vorlage der Verwaltung.

41 Meter Bebauung an der Grenze

Die vorgelegte Umplanung helfe auch in der Problematik der Abstandsflächen nicht weiter, da entlang eines Grundstücks lediglich neun Meter Grenzbebauung zulässig seien, zusammengerechnet mache das für die gesamte Grundstücksfläche im vorliegenden Fall 15 Meter aus. Stattdessen sei sie über 41 Meter lang geplant. Ein Antrag auf Abweichung sei nicht gestellt worden.

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Da die Grenzbebauung an den eigenen Grundstücken liege, fuhr Biebl-Daiber fort, könne sich der Bauherr die Abstandsflächen selbst abnehmen. Katrin Hofherr (SPD) sah das Vorhaben kritisch in Bezug auf die Nachbarschaft und erinnerte an deren früheres Schreiben.

Verdichtung ist notwendig

Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) zeigte sich „enttäuscht“, dass bei der Tektur nur auf einen Kritikpunkt eingegangen worden sei.

Sascha Klein (WMG) nannte Eichet den größten Ortsteil Bernaus, der in den 90er und 2000er Jahren zunehmend verdichtet worden sei. „Das wird der Baustil der nächsten Jahre sein müssen“, so sein Argument. Der geplante Bau passe in die Umgebung. Er wohne gegenüber: „Das Grundstück war jahrelang verwahrlost, wir sind froh, dass es ansehnlich bebaut wird.“

Grundstück ausgereizt

Severin Ohlert (Grüne) sagte, das beantragte Gebäude auf dem kleineren Grundstück reize die Fläche „maßlos“ aus. Das lange Garagengebäude nannte er eine „Möchtegern-Berliner-Mauer“, die Unterbrechung mit den beiden Stellplätzen sei nicht weitreichend genug.

Michaela Leidel (BL) argumentierte, sie wäre froh, wenn das Gebäude kleiner werden würde, damit wären auch weniger Parkplätze notwendig. Damit wäre den Nachbarn geholfen.

Nach dem mehrheitlich ablehnenden Beschluss muss sich der Bauherr nun erneut Gedanken machen.

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