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Adolf Ziereis mit 92 Jahre verstorben: Erinnerungen die beliebte und engagierte Priener Persönlichkeit

Adolf Ziereis
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Adolf Ziereis

Der Handwerksmeister Adolf Ziereis aus Prien ist mit 92 Jahren gestorben. Im Zweiten Weltkrieg als junger Bursche aus amerikanischer Gefangenschaft geflohen, war sein späteres Leben geprägt von der Liebe zu Beruf, Familie und lokalem Vereinsleben.

Prien – Im Alter von 92 Jahren verstarb der Priener Sanitär- und Heizungsbaumeister Adolf Ziereis. Bei der Trauerfeier in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ erinnerte Gemeindereferent Werner Hofmann an das ergefüllte Leben des Verstorbenen, dessen Liebe und Engagement ganz seiner Familie, seinem Beruf und seiner Heimatgemeinde galt.

Mit 14 Geschwistern wuchs Ziereis auf einem kleinen Bauernhof in Guteneck in der Oberpfalz auf. Bereits im Alter von acht Jahren verlor er seinen Vater und so musste seine Mutter mit 15 Kindern sich um das Auskommen der Familie und um den heute noch bestehenden Bauernhof kümmern. Mit zwölf Jahren kam Ziereis in den Dienst von anderen bäuerlichen Betrieben. Mit 15 Jahren begann er eine Lehre als Heizungsbauer und mit 16 Jahren musste er zum Reichsarbeitsdienst, anschließend zur Wehrmacht.

Am Geburtstag der Mutter in die Arme gefallen

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs kam Ziereis in amerikanische Gefangenschaft, aus der er fliehen konnte. Auf seinem 385 Kilometer langen Weg nach Hause wurde er von einem amerikanischen Soldaten erwischt. Als dieser sah, wie jung der Flüchtende war, schickte er Ziereis weiter mit den Worten: „Boy, go home!“ So konnte er an seinem 17. Geburtstag seiner Mutter in die Arme fallen, erinnerte Werner Hofmann die Trauernden an eine glücklche Episode aus Ziereis´ Leben. Er setzte seine Lehre fort, ging beruflich auf Wanderschaft und schaffte den Meister- und Technikerabschluss in Karlsruhe.

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Nach der Hochzeit im Jahr 1958 zog er mit seiner Frau Gisela nach Prien, übernahm die Firma Lampersberger. Bald galt er als Vorreiter auf dem Gebiet der Solarenergie und stellte sein Fachwissen auch der Rosenheimer Sanitärinnung als Vorsitzender der Prüfungskommission zur Verfügung. Von 1975 bis 1991 trug er so die Verantwortung für den Berufs-Nachwuchs. Über 400 Gesellenbriefe wurden von ihm mit seiner Unterschrift übergeben. „Der Beruf und der Nachwuchs waren ihm ans Herz gewachsen“, so sein Nachfolger im Amt, Josef Gantner.

Medaille würdigte seine Verdienste

Vorsitzender Rudi Holthausen fügte Erinnerungen an Ziereis als engagiertes Mitglied des Segel-Clubs Prien SCPC an, dessen Präsident Ziereis war. Auch bei den Priener Gebirgsschützen war er Mitglied sowie in den 1960er Jahren Oberleutnant und Hauptmann-Stellvertreter. Für seine Verdienste zugunsten der Kompanie und des Spielmannszuges wurde er mit der Goldenen Verdienst-Medaille der Kompanie ausgezeichnet. 48 Jahre war Ziereis der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Prien treu verbunden, dafür dankte dem Verstorbenen der Priener Veteranen-Vorstand Georg Fischer mit einem „Vergelt´s Gott“.

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Die Trauerfeier in der Priener Pfarrkirche wurde mit Saitenmusik von Brigitte Buckl und Heidi Martl musikalisch gestaltet. Vielen Priener wird Ziereis in Erinnerung bleiben, weil er und seine Frau 2008 die Figur „Der neue Adam“ von Professor Heinrich Kirchner für die Fußgängerzone in der Bahnhofstraße spendierten. Um das geliebte Familien-Oberhaupt trauern neben seiner Frau Gisela vier Kinder, elf Enkel und ein Urenkel.

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