Gemeinderat stimmt Einstellung eines "Klimaschutzmanagers" zu - Schleching übernimmt Trägerschaft

Für acht Millionen Euro Energie sparen

Schleching - In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Ökomodells Achental, die ersten Untersuchungsergebnisse für eine mögliche Nahwärmeversorgung im Ortszentrum von Schleching vor. Wimmer berichtete außerdem über eine Potenzialanalyse zur Energieeinsparung und Energieeffizienz im Achental.

Zur Unterstützung in diesem Bereich ist die Einstellung eines "Klimaschutzmanagers" geplant.

In der Bürgerversammlung im Januar hatte Wimmer über den Umsetzungsstand des Energiekonzeptes für den Gemeindebereich Schleching berichtet. Als mögliche Maßnahmen sind der Aufbau einer Nahwärmeversorgung, der Ausbau der Elektromobilität und auch Energie-Einsparungsmaßnahmen vorgesehen. Bereits vorher war der Arbeitskreis "Energie in Schleching" aktiv, der sich im letzten Jahr gründete und sich in den letzten Monaten unter anderem mit vorbereitenden Maßnahmen einer Nahwärmeversorgung im Ortskern beschäftigte.

So wurden in Frage kommende Betriebe und Haushalte über deren Energieverbrauch befragt. Aus dieser Datengrundlage entwickelte die Firma Aqotec GmbH (Österreich) ein Wärmeversorgungs-Konzept unter Einsatz von Hackschnitzeln oder Pellets als Brennstoffe. Das Wärmenetz würde dabei von den gemeindlichen Gebäuden um den Dorfplatz bis zur Bankfiliale nahe des nördlichen Ortsausgangs reichen, so Wimmer.

Ein Projekteckpunkt

ist eine Netzlänge von rund 700 Metern

Projekteckpunkte sind eine Wärmeabnahme von etwas mehr als 700 Megawattstunden pro Jahr bei einer Netzlänge von rund 700 Metern. Der bereits im Schulgebäude bestehende 98-Kilowatt-Kessel werde weiterhin eingesetzt. Ein neuer 250-Kilowatt-Kessel müsste im bestehenden Umfeld dazukommen.

Die Rentabilität sei bei einer Netzbelegung von einer Megawattstunde pro Netzmeter gegeben, erklärte Wimmer weiter. Die Kosten für das Gesamtprojekt würden mit 400000 Euro für das Heizhaus und das Wärmenetz veranschlagt. Rund 70000 Euro (17 Prozent) seien an Förderung möglich. Die Anlage amortisiere sich in etwa 17 Jahren. Sobald weitere Details ausgearbeitet sind, sei eine öffentliche Info-Veranstaltung für die Bürger vorgesehen, so Wimmer.

Eine Potenzialanalyse in den Mitgliedsgemeinden des Ökomodells Achental ergab ein Stromeinsparpotenzial von rund 26000 Megawattstunden pro Jahr mit einer finanziellen Einsparung von etwa 6,5 Millionen Euro (ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr durchschnittlich 3,1 MWh; die Red.). Im Bereich Wärme wurde ein Einsparpotenzial von rund 100000 Megawattstunden pro Jahr mit rund acht Millionen Euro Einsparung errechnet.

Acht Millionen Euro Einsparung bei der Wärme möglich

Das Ökomodell Achental plant deshalb für die Themen "Energieeinsparung und Energieeffizienz" weitere "Impulse", erklärte Geschäftsführer Wimmer. Hierbei soll ein "Klimaschutzmanager" tätig werden, der bei der Umsetzung des Energiekonzeptes und von Teilkonzepten unterstützen soll. Das Bundesministerium für Umwelt fördere im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung Sach- und Personalausgaben. Bei einer Laufzeit von drei Jahren betrage die Förderquote 65 Prozent. Auf die Gemeinden des Ökomodells Achental entfällt laut Wimmer ein Eigenanteil von 1867 Euro pro Jahr und Gemeinde.

Der Gemeinderat stimmte der Einstellung eines Klimaschutzmanagers und der Übernahme der erforderlichen Trägerschaft durch die Gemeinde Schleching zu. bre

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