Das Achental schwitzt wieder

Training bei Be Fit: Um Abstand zu halten, ist jedes zweite Gerät gesperrt. Tofern

Die Fitness-Studios sind wieder geöffnet. Die Mitglieder sind froh, dass sie wieder trainieren können. Alle halten sich an die Regeln - Mitarbeiter müssen den ganzen Tag eine Maske tragen.

Von Martin Tofern

Grassau/Unterwössen – Endlich durfte es wieder losgehen. Am ersten Tag nach der fast drei Monate dauernden Zwangspause wegen Corona standen die Kunden des Fitnessstudios Be Fit in Grassau schon um 9 Uhr morgens Schlange. Ganz artig, im vorgeschriebenen Abstand und mit korrekt angelegter Maske. „Meine Kunden sind sehr froh, dass sie endlich wieder trainieren dürfen – und ich natürlich auch“, sagt Thomas Lechner, der Inhaber des Studios im Gewerbepark Grassau.

Mitglieder ziehen sich schon zuhause um

Lechner freut sich, dass sich die Sportler „sehr diszipliniert“ an die vorgeschriebenen Hygiene-Regeln halten. Denn das macht auch ihm als Betreiber des Studios das Leben leichter. Die Trainierenden halten sich an das vorgeschriebene Hygiene-Konzept. Also erscheinen sie bereits in Trainingsklamotten, setzen beim Betreten des Studios ihre Maske auf und desinfizieren sich die Hände. Auf dem Weg zum ersten Trainingsgerät behalten sie den Mundschutz ebenfalls auf, beim Training selbst dürfen sie ihn ablegen. Die Geräte müssen sie selbst vor und nach der Benutzung desinfizieren. Auf dem Weg zum nächsten Gerät müssen sie den Mund- und Nasenschutz wieder aufsetzen. „Am schlimmsten ist das für meine zehn Mitarbeiter, sie müssen die Maske den ganzen Tag tragen“, sagt Lechner. Er selbst hat ein ärztliches Attest wegen Asthma, das befreit ihn von der Maskenpflicht.

Die strengenHygienevorgaben der Bayerischen Staatsregierung hat Lechner auf seiner Webseite und in den sozialen Medien bekannt gegeben. „Manche haben auch angerufen oder per E-Mail danach gefragt“, erklärt er. Doch einigen Mitgliedern reicht das Schutzkonzept nicht aus, sie haben Angst vor Ansteckung: „Es gibt Leute, die aufgehört haben, weil sie sich nicht mehr trauen“, so der Studioinhaber. Dabei betreibt er einen erheblichen Aufwand, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, sogar das Geländer an der Treppe zum Studio muss regelmäßig desinfiziert werden.

Eine positive Erfahrung aus dem Lockdown: Seine Kunden sind ihm treu geblieben über die Corona-Zeit und haben ihre Beiträge weiterbezahlt. „Meine Mitglieder waren sehr solidarisch, dafür bin ich sehr dankbar. Sonst wäre der Betrieb jetzt weg“, erklärt Lechner. Schließlich hat er sein Studio erst zu Jahresbeginn von 200 auf 400 Quadratmeter vergrößert, ein Kraftakt der finanziellen Art.

„Die Gesellschaft ging den Leuten ab“

Auch die Mitglieder des ASC Fitness-Centers in Unterwössen haben die Öffnung herbeigesehnt. „Die Leute sind immer zu uns gekommen und haben gefragt: Wann sperrt ihr endlich wieder auf“, erzählt Renate Oberauer, die das Studio zusammen mit ihrem Mann Hans betreibt. „Unsere Rosi aus Übersee ist 90 Jahre alt, die hat gleich am ersten Tag wieder angefangen“, erzählt sie stolz. Jedes Mitglied heißen die Oberauers persönlich und herzlich willkommen. „Auch die Gesellschaft ist den Leuten abgegangen“, erklärt Renate Oberauer.

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Das Center ist ein gemütlicher Familienbetrieb, spezialisiert auf Kraftsport. Die beiden Betreiber sind gleichzeitig Eigentümer, auch das Haus gehört ihnen. Da sie den Trainingsbetrieb ohne Mitarbeiter betreuen, sind während der Corona-Pause auch kaum Kosten entstanden. „Damit haben wir keine Probleme“, erklärt Hans Oberauer stolz.

Die Räume sind viel größer als sie von außen wirken, aber trotzdem deutlich kleiner als das Studio in Grassau. Deshalb gibt es beim Training selbst keine Maskenpflicht. Nur wer Hilfestellung leistet, muss den Mundschutz tragen. Und die Mitglieder müssen die Geräte nach Gebrauch desinfizieren. Für die Mitglieder ist es selbstverständlich, mit anzupacken. In dem Studio trainieren regelmäßig an die 40 Menschen, darunter viele junge Leute aus dem Landschulheim im Nachbarort Marquartstein. „Die sind doch froh, dass sie jetzt wieder wissen, wohin mit ihrer Kraft“, sagt Hans Oberauer.

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