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BERGMÄHDER-PROJEKT: REAKTIVIERUNG BIS 2022 GEPLANT

Achental: Almwirtschaft ist gelebter Naturschutz

Die Huber Weitwies Alm im Gemeindebereich Schleching vor der Auflichtung/Entbuschun.
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Die Huber Weitwies Alm im Gemeindebereich Schleching vor der Auflichtung/Entbuschun.

Um die Nutzungsform „Bergmähder“ zu reaktivieren und die Artenvielfalt auf Almen zu erhalten und zurückzugewinnen, wurde vom Ökomodell Achental, zusammen mit Almfachberater Christian Tegethoff das Projekt „Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental“ ins Leben gerufen.

Grassau – In der jüngsten Gesamtvorstandssitzung des Ökomodells Achental wurde der aktuelle Sachstand im BayernNetzNatur-Projekt vorgestellt. Dabei informierte Markus Höper, Diplom-Biologe und vom Ökomodell Achental beauftragter Projektmanager über die Vegetationsaufnahmen der im Projektantrag beschriebenen Almen und Kartierung der Dauerbeobachtungsflächen.

Fläche am Hochgerngipfel gemulcht

Als Auftakt für das Projekt wurde im September 2020 die verbrachte Fläche am Hochgerngipfel gemulcht. Die Umsetzung wurde dabei von Tegethoff koordiniert und geleitet. Zusammen mit dem Landschaftspfleger Stadler wurde mit einem ferngesteuerten Mulchgerät und einem Freischneider die Fläche bearbeitet.

Das war notwendig, um den über Jahrzehnte aufgebauten Grasfilz zu beseitigen, damit es möglich ist, die Fläche in Zukunft mit einem Messerbalken zu mähen. Um die vorhandenen Insekten bestmöglich zu schonen, wurde der Mulchtermin so gelegt, dass die Pflanzen bereits laut Höper verblüht und kaum Insekten vorzufinden waren. Der Zweitaufwuchs soll im Spätsommer 2021 durch eine Nachbeweidung im bestockten Bergwald mit Rindern der Weitalm genutzt werden. „Durch die Kombination dieser beiden Nutzungen sollen der Fläche, die über die letzten Jahrzehnte aufgebauten Nährstoffe entzogen werden, sodass sich konkurrenzschwächere Kräuter und Gräser wieder etablieren können“, so Tegethoff

Verbiss und Tritt der Rinder fördert Bestockung

Durch den Verbiss und den Tritt der Rinder wird die Bestockung angeregt, so kann sich wieder eine dichte Grasnarbe mit diversen blühenden Kräutern und Gräsern entwickeln. Welche Pflanzen- und Tierarten sich wieder ansiedeln, wird von einem Fachbüro begleitend untersucht, um den Erfolg der Maßnahme zu dokumentieren.

Höper zufolge ist eine positive Entwicklung der Biodiversität bereits zu erkennen. „Dabei muss jedoch in den Folgejahren die Fläche im Frühsommer weiterhin mindestens einmal pro Jahr gemäht und das Mähgut entfernt werden. Weiterhin geplant ist die zweite Mahd im Spätsommer 2021 und die Entbuschung am Langen Stein“, erläuterte der Diplom-Biologe.

Projektmanager ist Markus Höper

Seit Anfang Juli ist Höper führender Projektmanager im „Bergmähder-Projekt“ und leitet die Bestandsaufnahme, die Kartierungen und Vegetationsgutachten sowie die Beratung von Gemeinden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll am Beispiel von vier Almflächen und den ehemaligen Bergmähdern am Hochgerngipfel ein übertragbares Modell zur naturschutzorientierten Beweidung und Mahd entwickelt und erprobt werden. In der Machtbarkeitsstudie geht es um die Revitalisierung der Bergmähder im Gipfelgebiet des Hochgern und typischer Almen im Achental.

Pflegemaßnahmen werden erarbeitet

Dabei sollen die vergrasten, verfilzten und verbuschten Flächen durch zielgerichtete Pflegemaßnahmen wiederhergestellt werden, um auch den Verlust von vielen seltenen Pflanzen und Tieren entgegenzuwirken. Aktuell sind die Almen Weitalm (Gemeinde Unterwössen), Neugrabenalm (Gemeinde Unterwössen), Huber Weitwies Alm (Gemeinde Schleching) und die Steinbergalm (Gemeinde Schleching) im Antrag aufgeführt.

Dabei geht es vor allem um die Bekämpfung der Farnausbreitung, die Entbuschung und Auflichtung bestehender dichter Gehölzstrukturen und kleinteiligere Koppelung des Viehs, sowie der Optimierung der Weideintensität und Weidenführung. „Zur Dokumentation werden die Flächen dabei in Dauerbeobachtungsflächen eingeteilt und nach dem sogenannten Braun-Blanquet Verfahren rechteckig in Parzellen angelegt, um den Artenbestand vor und nach den Maßnahmen zu erfassen“, so Höper.

Vier Almen werden umgesetzt

Insgesamt könnten so zum heutigen Stand auf vier Almen umgehend Maßnahmen beantragt werden und bis Herbst 2021/Frühjahr-Sommer 2022 umgesetzt werden. Im Anschluss an die Machbarkeitsstudie sollen danach weitere Almen und Bergmähder in ein umfassendes Projekt aufgenommen werden. (re)

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