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24 Mal die Eins vorm Komma

Abschlussfeier an Achental-Realschule: „Schöne Zeit trotz aller Hindernisse“

Die besten Abschlussschüler der Achental-Realschule Marquartstein mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 sind in die-sem Jahr (von links) Linus Waurig und Paula Helbing neben Schulleiter Christian Thoma, Emmo Wellensiek, Leon Eckl, Emil Nowak und Cleo Eberl.
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Die besten Abschlussschüler der Achental-Realschule Marquartstein mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 sind in diesem Jahr (von links) Linus Waurig und Paula Helbing neben Schulleiter Christian Thoma, Emmo Wellensiek, Leon Eckl, Emil Nowak und Cleo Eberl.
  • VonChristiane Giesen
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89 Absolventen an Achental-Realschule Marquarstein schaffen die Mittlere Reife. Schulleiter Christian Thoma richtete einen Appell an Eltern und Absolventen.

Marquartstein – Endlich wieder eine „normale“ Abschlussfeier mit allen Angehörigen und Freunden mit einleitendem Stehempfang bei strahlendem Sonnenschein: Alle 89 Schülerinnen und Schüler aus vier zehnten Klassen der Achental-Realschule in Marquartstein haben ihren Abschluss Mittlere Reife geschafft; davon 24 mit einer Eins vor dem Komma.

In der fantasievoll geschmückten Turnhalle der Schule überreichte Schulleiter Christian Thoma, assistiert von den Konrektoren Christine Branz und Stephan Breitrainer die Zeugnisse. Vor der Zeugnisausgabe hielten die Klassenlehrer eine persönliche, oft mit unterhaltsamen Anekdoten gespickte Rede an ihre ehemaligen Schüler und wünschten ihnen das Beste für die Zukunft.

Sechs Mal Notendurchschnitt bis 1,5

Sechs Absolventen haben einen Notendurchschnitt bis 1,5: Emil Nowak (1,09), Linus Waurig (1,33), Paula Helbing und Emmo Wellensiek (beide 1,36), Leon Eckl (1,42) und Cleo Eberl (1,5). Die besten Schüler erhielten mit ihrem Zeugnis außerdem eine Urkunde vom Landratsamt Traunstein, Buchgutscheine vom Elternbeirat und einen 15-Euro-Gutschein von der Schule.

Zur Auflockerung gab es zwischen der Zeugnisverteilung eine Einlage der „Crazy Dancer“ – fünf Schülerinnen von der 5. bis zur 7. Klasse, die die diesjährige Deutsche Hip-Hop-Meisterschaft für die Achental-Realschule gewonnen hatten.

Die Ansprachen eröffnete Monika Pavlak für den Elternbeirat. Sie gratulierte den Absolventen, die neben ihren Schulfächern auch gelernt hätten, ihre eigene Meinung zu vertreten.

Immer füreinander eingestanden

Sie seien vielleicht nicht immer 100-prozentig motiviert gewesen, auch mal unbequem, aber sie seien immer füreinander eingestanden, „wenn die Luft gegenüber Lehrern und Eltern mal dünn geworden ist“, so Pavlak.

Schülersprecherin Emma Mühlberger beschrieb in ihrer humorvollen Rede verschiedene Stationen der Schulzeit, vom Tanzkurs bis zur Abschlussfahrt an den Gardasee. „Trotz aller Hindernisse“ sei es eine schöne Zeit gewesen, die viel Spaß gemacht habe. „Schade, dass es vorbei ist.“

Ausgehend von der Frage, „ob die heutige Generation gescheiter oder dümmer als die Generationen vor uns sind“, stellte Schulleiter Christian Thoma das Thema Intelligenzquotient und die „Informationsexplosion“ in den Mittelpunkt seiner Rede. Das Universalgenie Isaac Newton habe einmal geschrieben „wenn ich weiter sehen konnte, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand“, zitierte der Schulleiter. Die gewaltige Erweiterung des Wissens habe auch zur Folge, dass es keine Universalwissenschaftler wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, Goethe oder Leibnitz mehr gebe.

Heute komme es viel mehr darauf an, richtig mit dem riesigen Wissensschatz der Menschheit umzugehen, stellte Thoma fest. Zum Beispiel müsse dringend jeder lernen, richtig mit den digitalen Geräten umzugehen, ohne sich zu versklaven.

Lesen pflegen als Grundtugend

Wichtig sei, dass man sich endlich darüber Gedanken mache, welches fundamentale Basiswissen im digitalen Zeitalter notwendig ist. Das sollten auch dringend die Stundenplanmacher überlegen. Leider sei heute das Lesen eine der Grundtugenden, die weitgehend schon verloren gegangen sei.

„Lernen wir wieder, liebevoll und empathisch miteinander umzugehen“, appellierte Thoma an die Schulfamilie. Eine unüberlegte WhatsApp-Nachricht könne einem Mitmenschen den Boden unter den Füßen wegziehen und ihn vernichten, was er als Schulleiter immer wieder erlebe.

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„Das Leben wird nur gelingen, wenn wir dem Bedürfnis nach Nähe, nach Zeit, Verständnis und dem Bedürfnis nach Mitgefühl und Liebe nachkommen und uns gegenseitig schenken“, so Thoma. Für den weiteren Lebensweg wünschte er den Scheidenden „viel Glück, alles Gute und Gottes Segen“. Als besonderes Geschenk an die Schüler spielte er das Stück „Chariots of fire“ auf dem Klavier.

„Gottes Segen für die Zukunft“

Der katholische Diakon Johannes Notter und sein evangelischer Kollege Michael Soergel verwiesen auf die schwierigen Herausforderungen für Absolventen und ihre Angehörigen in der Corona-Zeit, „was nun Gott sei Dank zu einem guten Abschluss“ gebracht worden sei. Sie wünschten den Schulabsolventen Gottes Segen für die Zukunft.

Gelungen war die musikalische Gestaltung der Feier durch die jungen Solisten Cacilia Hörterer, 5a, Lukas Stolz, 5a sowie Benedikt Schlaipfer auf der Ziach, außerdem die Band der Schule mit Schülern von der 8. bis zur 10. Klasse.

Der Tag klang abends mit einem großen Ball in der Achentalhalle in Unterwössen aus.

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