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Bewegender Gottesdienst zum Abschied

Zum Abschied gab‘s für Priens Pfarrer Klaus Hofstetter eine Lederhose

Dieses strahlende Lachen kann nicht auf Abschied deuten: Pfarrer Klaus Hofstetter freut sich riesig über die Lederhose, die Regina Seipel und Anton Stein überreichten.
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Dieses strahlende Lachen kann nicht auf Abschied deuten: Pfarrer Klaus Hofstetter freut sich riesig über die Lederhose, die Regina Seipel und Anton Stein überreichten.
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
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Einen bewegenden Gottesdienst gab es für Pfarrer Klaus Hofstetter, der den Priener Pfarrverband für neue Aufgaben verlässt. Der engagierte Kirchenmann geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Prien/Bernau – Vor etwa sieben Jahren sind sie gemeinsam als katholische Seelsorger in den Chiemgau gekommen – den sie jetzt auch gemeinsam wieder verlassen werden: Pfarrer Klaus Hofstetter und Pater Joshy haben sich am Sonntag zeitgleich in feierlichen Eucharistiegottesdiensten in Prien beziehungsweise Bernau aus ihrem seelsorgerischen Wirkungskreis Pfarrverband Westliches Chiemseeufer verabschiedet. Hofstetter wird auf Bitten von Kardinal Marx ab 1. September in der Erzdiözese München und Freising die Leitung des Berufungspastorals übernehmen, Pater Joshy zum gleichen Zeitpunkt die Leitung der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt in Marienthal, Hamminkeln, im Bistum Münster (Nordrhein-Westfalen).

Noch keine direkte Nachfolge in Sicht

„Eucharistie bedeutet Danksagung – Pater Joshy und ich sagen euch von ganzem Herzen Danke“, betonte Hofstetter in seiner Abschiedspredigt in der Priener Kirche Mariä Himmelfahrt. „Wir sagen Danke für Vieles, auch was im Verborgenen geschieht, nachbarschaftlich, selbstverständlich, im Gebet.“ Sie beide hätten in diesen sieben Jahren auch Fehler gemacht, Menschen enttäuscht oder verletzt. „Dafür möchte ich – auch im Namen von Pater Joshy – um Verzeihung bitten“, so Hofstetter, „aber wir vertrauen auf Eure und Gottes Barmherzigkeit.“

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Von Anfang an sei ihm das Miteinander sehr wichtig gewesen, denn es komme nicht nur auf den Pfarrer an, sondern auf jeden, ob jung oder alt. „Ich konnte mit euch meinen Traum von Kirche realisieren“, versicherte Pfarrer Hofstetter. „Wir können ringen, wir können streiten, diskutieren, uns freuen – da steht der Auferstandene hinter uns. Aber nicht, wenn wir uns verkanten und gegeneinander arbeiten.“

Honig als symbolisches Geschenk

Direkte Nachfolger für die scheidenden Seelsorger gibt es bisher offenbar noch nicht. Die Stellen sind noch bis zum 31. September ausgeschrieben. Vor diesem Hintergrund verwies Hofstetter auf eine Fortbildung vor fünf Jahren, in der er als Aufgabenstellung seine Abschiedsrede verfassen musste. Darin habe er geschrieben – ohne es zu wissen, dass kein Pfarrer nachkommen werde. „Da habe ich jetzt doch ein gewisses Schuldgefühl“, bekannte der Geistliche leicht schmunzelnd. Aber die Pfarrgemeinde solle sich keine Sorgen machen, denn er sei überzeugt und habe den festen Glauben, dass es schon bald eine feste Lösung geben werde.

Eine Übergangslösung stehe schon für ein Jahr fest, erklärte Dekan Daniel Reichel in seiner Ansprache. Er werde als Pfarradministrator vorläufig die Leitung der beiden Pfarrverbände übernehmen. Reichel bezeichnete Hofstetter als einen Mann, „der sich immer eingebracht hat in den Dekanats-Konferenzen, der ermahnt hat zur rechten Zeit und hingewiesen hat. Für dieses mitbrüderliche Zusammensein bin ich dir sehr dankbar. Im Namen des Erzbischofs Marx und auch des gesamten Dekanats Rosenheim darf ich dir Dank sagen für dein Wirken in den beiden Pfarrverbänden. Du hast viele Menschen vor Ort gefunden, die sich mit engagiert haben, ob im Haupt- oder Ehrenamt.“ Als symbolisches Geschenk habe er Honig mitgebracht aus seinem Pfarrverband Oberwöhr. „Der Honig steht als Symbol dafür, dass eine Biene allein den Honig nicht herstellen kann, es braucht viele dazu. Möge er dir den Abschied versüßen.“

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Urlaubsbedingt in Vertretung von Priens Bürgermeister Andreas Friedrich sagte Zweiter Bürgermeister Michael Anner den scheidenden Geistlichen „ein herzliches Vergelt‘s Gott für euer Wirken in den Gemeinden des Pfarrverbandes westliches Chiemseeufer. Es war stets eine sehr gute Zusammenarbeit. Einer von Euch war immer da, wenn wir gerufen haben“, sagte Anner. „Wir lassen euch Beide nur schweren Herzens ziehen. Für die neuen Aufgaben wünschen wir viel Freude, Erfolg, Kraft und Gottes Segen.“

Seelsorge-Team als Meisterstück

Anner übergab dem Pfarrer als Abschiedsgeschenk der Marktgemeinde ein Bronzetafel-Duplikat der Bildhauerin Christine Stadler mit dem Auferstehungs-Motiv (entsprechend der 14. Kreuzwegstation nach St. Salvator). „Gemeinsam aufbrechen und neue Wege gehen, das war unser Motto“, erinnerten die Vorstandsmitglieder Rita Sandig (Neuapostolische Kirche) und Rainer Pannenberg (Katholische Kirche) in ihrer Danksagung für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Chiemsee. „Dabei warst du, lieber Klaus, mit deiner Offenheit und Herzlichkeit ein oftmaliger Brückenbauer, der neue Ideen einbrachte und auch umsetzte.“

Ein schwergewichtiges Geschenk machte die Marktgemeinde Prien, übergeben von Zweitem Bürgermeister Michael Anner.

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Regina Seipel, und Pfarrverbandsvorsitzender Anton Stein überreichten Pfarrer Hofstetter als Wunschgeschenk eine Lederhose. Stein verglich den Pfarrer mit einer Lokomotive, die mit großer Antriebskraft feste Ziele ansteuert. In Zeiten, in denen die Personallage dünner geworden sei, habe er als Meisterstück unter anderem ein Seelsorge-Team gegründet.

Geradezu meisterlich interpretierte der Kirchenchor unter der Leitung von Bartholomäus Prankl (Orgel) unter anderem das irische Segenslied „Until We Meet Again“. In der Gottesdienstliturgie wurde Hofstetter von Dekan Reichel, Gemeindereferentin Ursula Stacheder (Bad Endorf) und Gemeindereferent Werner Hofmann (Prien) begleitet.

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