„Ja mit Aber“ zu formloser Bauvoranfrage in Hittenkirchen

Bernau – Die Gemeinderäte stimmten in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich für ein Bauvorhaben am östlichen Rand Hittenkirchens.

Schon früher habe der Bauwerber eine Anfrage gestellt, die Planung entsprach aber nicht den Vorstellungen der Gemeinde.

Nachbesserungenerforderlich

Es waren Nachbesserungen erforderlich, wie die Geschäftsleiterin Irmgard Daxlberger einleitend erklärte. In einer nun überarbeiteten Fassung stellte Bernd Jucht von der Brigenna Baukonzept GmbH mit Sitz in Prien das neue Konzept vor. So solle auf dem vormals mit Einfamilienhaus und zahlreichen Nebengebäuden bebauten Hanggrundstück lediglich das Schwimmbad verbleiben. Stattdessen soll ein Wohngebäude an den Pool, nun mit Sattel- statt vormals Pultdach ausgestattet, angebaut werden. Ein zweites Gebäude soll weiter nach Süden hin ausgerichtet und der natürlichen Hangneigung geschuldet etwas niedriger gebaut werden. Maximal fünf Wohneinheiten, also sowohl zwei Einfamilienhäuser als auch andere Varianten, sollen es laut Jucht werden.

Josef Wörndl (CSU) bedauerte, dass das geplante Bauvorhaben kein Wohnraum für Einheimische werde. Stefan Saur (WMG) erkundigte sich nach der Firsthöhe. Diese falle, wie er dem Plan entnehme, um 1,9 Meter höher aus als der Bestand. Pia Ostler (Grüne) wollte wissen, was das schemenhaft angedeutete hohe Gebäude im Hintergrund sei. Jucht erklärte, dass dieses schon Bestand sei. Und was die Firsthöhe betreffe, verweise er auf ein Gespräch mit dem Landratsamt, wonach sich Straßen- und Höhenverlauf parallel zu den Firsten in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung ausrichten sollten.

Severin Ohlert (Grüne) hakte nach, ob das Vorhaben PV-Anlagen und KW-Standards erfülle. Er sehe auch keine traditionelle Architektur.

Franz Schnaiter (CSU) erkundigte sich nach den Abstandsflächen zur Nachbarbebauung. Im Gremium habe man lange um eine vernünftige Dorfentwicklung in Hittenkirchens Ortsmitte gerungen, so Peter Pertl (CSU).

Aber dem stehe nun „diese Massivität am Ortsrand“ gegenüber. Michaela Leidel (BL) äußerte sich ähnlich: Das nördliche Gebäude sei „schon sehr lang mit 13 Meter Pool und 16 Meter Haus.“ Helmut Wachter (WMG) wurde direkter: „Es gibt schon zwei Bauten in Hittenkirchen, die nicht passen.“ Hittenkirchen werde damit zerrissen: „Schön ist das nicht.“ Katrin Hofherr und Alexander Herkner (beide SPD) fragten, wer letztendlich entscheide, was gebaut werde. Maximal fünf Wohneinheiten oder zwei Einfamilienhäuser.

Die Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) erklärte, sie befürworte einen traditionellen Baustil und zwei kleinere Einfamilienhäuser seien ihr lieber.

„Da können wirnicht mitmischen“

Georg Bauer (BL) befand hingegen: Da mische das Landratsamt mit, „da können wir nicht mitbestimmen.“ Auch Jucht hielt den Einwänden der Gemeinderäte entgegen, dass er sich bei den Plänen an den Vorgaben der Gestaltungssatzung orientiert habe. Alle Punkte seien „erfüllt“: Dachüberstände, Proportionen, Länge und Breite. Er richte sich nach den Gegebenheiten des Marktes.

Mehrheitlich sei im Gremium der Wunsch nach einem ländlichen Baustil, Holzbalkonen und einer Verkleinerung der Gebäude geäußert worden. Argumente, die auch in einen neuen Beschlussvorschlag mündeten. Dem neuen Vorschlag schlossen sich 13 von 20 Gemeinderäten an. elk

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