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So geht es mit dem Test-Angebot in Traunstein weiter

BRK schließt Stationen: Ab Montag werden in Traunstein für den PCR-Test 69 Euro fällig

Thorsten Brandstätter ist stellvertretender Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Traunstein. Seiner Aussage nach werden die Schnelltests beim BRK 11,50 Euro kosten.
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Thorsten Brandstätter ist stellvertretender Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Traunstein. Seiner Aussage nach werden die Schnelltests beim BRK 11,50 Euro kosten.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Wer ab 11. Oktober einen Corona-Test braucht, muss dafür den Geldbeutel zücken - sofern er nicht unter eine der Ausnahmeregelungen fällt. Und die sind vielfältig. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes zieht mit der Neuregelung erste Konsequenzen und reagiert mit den Schließungen von Schnelltestzentren.

Traunstein – Ab kommenden Montag sind Corona-Tests kostenpflichtig. Zumindest für einen Teil der Bevölkerung. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) wird „wegen Unabwägbarkeiten“ seine acht Schnelltest-Stationen erst einmal schließen, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Thorsten Brandstätter im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Nur bei den großen Impfzentren mache das BRK neben den PCR-Tests auch noch ein Angebot an Schnelltests. Ein solcher kostet dann 11,50 Euro. PCR-Test kosten künftig 69 Euro.

Kurzfristig die neuen Regelungen erfahren

Gestern Vormittag erfuhr das Traunsteiner Gesundheitsamt offiziell über das Gesundheitsministerium und die Regierung von Oberbayern die aktuell gültigen Vorgaben, wie der Leiter Dr. Wolfgang Krämer gestern im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen berichtet.

Wer einen Blick auf die Internetseite des Landratsamtes wirft, der muss einiges an Geduld und Zeit aufbringen, um sich durch einen wahren Wust an Regelungen zu kämpfen. Zudem gibt es zwei verschiedene Listen, was in den beiden kommunalen Testzentren in Traunstein und Trostberg und was bei Ärzten, Apotheken und so weiter zu beachten ist. Allerdings sind auch alle Anbieter aufgeführt, die Schnelltests anbieten – von Apotheken bis zum Kreisjugendring.

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Dr. Krämer ist sich dessen bewusst, dass die unterschiedlichen Vorgaben anfangs für manche Ratlosigkeit und Kritik sorgen könnten, wie er sagt. Er selbst hätte sich darüber hinaus gewünscht, dass die Informationen nicht erst so kurzfristig vor dem Stichtag eintreffen – vor allem für die Stationen, die nun nur von Freitag bis Montag Zeit haben, umzustellen.

Gleichzeitig zeigt sich der Gesundheitschef aber erfreut darüber, dass die beiden großen Testzentren in Traunstein und Trostberg die einzigen Anlaufstellen seien, die sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Tests anbieten. Das sei nur durch die Kooperation mit dem BRK möglich.

Schnelltests kosten je nach Anbieter zwischen 10 und 20 Euro.

90 Prozent der Tests zuletzt negativ

Auf die Frage, ob er erwartet, dass die Testbereitschaft wegen der Kosten sinken und damit weniger Ansteckungen bekannt werden, antwortet er: „Die Positivraten bei den Test lagen zuletzt bei fünf bis neun Prozent, 90 Prozent waren negativ.“ Er geht aber tatsächlich davon aus, dass sich nur noch diejenigen kostenpflichtig testen lassen, die einen guten Grund dafür haben.

Das BRK betreibt seit September vergangenen Jahres für den Landkreis Traunstein die beiden großen Testzentren in Traunstein und Trostberg für PCR-Tests. Zusätzlich kümmern sich laut Brandstetter zwei mobile Teams darum, zu Einrichtungen zu fahren, bei denen es zu Corona-Ausbrüchen gekommen ist. Heuer im April sei die Thematik mit den Schnelltests aufgekommen und ab Mitte des Monats habe das BRK bereits Angebote machen können.

130 Kräfte mussten organisiert werden

„Das war ein richtiger Gewaltakt“, beschreibt der Rotkreuzler die Tatsache, in so kurzer Zeit die ganze Logistik samt Personal quasi aus dem Boden zu stampfen. „Wir haben zwei Autos gekauft, im Dienstplan müssen 130 Kräfte organisiert werden.“ Nach gut einem halben Jahr ist alles eingespielt, Brandstätter spricht von einem „starken Team“ mit großer Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern. Rund 200000 Schnelltests hat das BRK in dieser Zeit genommen.

Nun steht die Organisation vor einer neuen Herausforderung, wenn ab Montag die Schnelltests kostenpflichtig werden. Jetzt geht es für das BRK nicht nur darum, ein Kassensystem und Computer-Software zu kaufen, sondern auch überhaupt nicht zu wissen, wie viele Menschen sich dann noch testen lassen. Eine weitere große Herausforderung: „Wie sollen wir die Ausnahmen überprüfen?“, fragt Brandstätter.

BRK sieht derzeit „Weg ins Ungewisse“

Er spricht von einem „Weg ins Ungewisse“. Deshalb würden die über den Landkreis verteilten Schnellteststationen des BRK auch „temporär“ dichtgemacht. Auf dringenden Wunsch des Landkreises biete das BRK aber bei den Testzentren weiterhin Schnelltests an. „Wir als Hilfsorganisation wollen den Bürgern noch ein Test-Angebot machen“, so Brandstätter. Er seufzt: „Es ist unser täglich Brot, dass sich die politischen Vorgaben ständig ändern.“

Gesundheitsamtschef Krämer: „Impfpflicht wäre alternativlos!“

Fakt ist, dass Bund und Freistaat vereinbart haben, dass die kostenlosen Antigen-Schnell- und die PCR-Tests ab kommenden Montag abgeschafft werden. Für bestimmte Personengruppen bleiben die Tests kostenfrei, etwa für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schwangere oder Personen, die aus medizinischen Gründen nicht gegen Corona geimpft werden können. In Bayern gilt der kostenlose Test zudem zum Beispiel für Beschäftigte und Besucher bestimmter Einrichtungen. Zum in sozialen Netzwerken immer wieder geäußerten Vorwurf der „Impfflicht durch die Hintertür“ erklärt der Traunsteiner Gesundheitsamts-Chef Dr. Wolfgang Krämer: „Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann sich testen lassen, um das Schutzniveau aufrecht erhalten zu können. Dafür ist wieder ein deutlich normaleres Leben möglich, als wir es gehabt haben.“ Eine Impfpflicht wäre alternativlos, argumentiert er: „Wir eröffnen Möglichkeiten.“ Die Frage nach der Bezahlung sei eine politische.

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