900 Kilometer Fahrvergnügen für Mountainbiker: MTB-Strecken im Chiemgau werden markiert

Die Berge des Chiemgaus werden immer populärer als Ausflugsziel. Auch für Radfahrer. Nun werden die Wege grenzüberschreitend einheitlich beschildert. Knapp 100 Mountainbike-Touren warten.

Siegsdorf – Radfahren in den Bergen wird immer beliebter, erst recht durch E-Bikes. Damit sich Mountainbiker besser orientieren können und die Natur geschützt bleibt, ist nun ein weiterer Schritt in Richtung eines beschilderten Wegenetzes gemacht worden.

Elf Gemeinden machen beim MTB-Projekt mit

Ein großes Projekt, das viel Abstimmung im Vorfeld erforderte: Elf Gemeinden zwischen dem Achental, Reit im Winkl, Ruhpolding, Siegsdorf und Inzell bis hinüber ins benachbarte Österreich, die Bayerischen Staatsforsten und viele Privatgrundbesitzer haben gemeinsam daran gearbeitet.

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Speziell für die Idee gründete sich die “Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Chiemgauer Alpen“ auf Basis eines Vertrags zwischen den Bayerischen Staatsforsten und den beteiligten Gemeinden. LAG-Manager Kolja Zimmermann nahm das Projekt in die Hand und fand mit allen Beteiligten die besten Wege, die nun als Mountainbike-Touren ausgeschildert werden sollen.

Grenzüberschreitendes Projekt

Zimmermann freute sich auf die praktische Umsetzung, nachdem 17 Revierförster, zahlreiche Grundstücksbesitzer und Wegeverbände, die beteiligten Gemeinden und Tourismusverbände sowie die Nachbarregionen Tirol und das Salzburger Land im Vorfeld eingebunden waren.

Kolja Zimmermann, Julia Lang, Paul Höglmüller, Thomas Kamm, Hans Egger, Armin Haberl und Rainer Lampl von „green -solutions“ aus Murnau (von links) zeigen die verschiedenen Schildertypen der neuen MTB-Beschilderung an einem Aussichtspunkt auf dem Weg zum Zinnkopf.

Der stellvertretende Forstbetriebsleiter aus Berchtesgaden, Armin Haberl, und sein Ruhpoldinger Kollege Paul Höglmüller zeigten sich überzeugt, dass das Projekt zur Aufklärung und zur freiwilligen Rücksichtnahme gegenüber der Natur und den privaten Grundstücksbesitzern beitragen kann.

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Naturschutz wichtiger Baustein

Ein Anliegen, das allen wichtig war, angesichts der steigenden Zahl von Freizeitsportlern in den heimischen Bergen. Die Herausforderung für die neuen Mountainbike-Touren: die Natur schonen, aber den Radsportlern trotzdem ein herausforderndes Wegeangebot machen. Schließlich beherberge die Chiemgauer Berge den größten zusammenhängenden Lebensraum für Birk- und Auerwild in Europa. Deren Schutz habe große Bedeutung für den gesamten Naturhaushalt.

Die beiden Förster zeigten sich zufrieden, dass die LAG dieses Projekt gestartet und dafür auch die haftungstechnischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen habe. Die Bürgermeister Thomas Kamm (Siegsdorf) und Hans Egger (Inzell) freuten sich über die gute Zusammenarbeit mit den Forstbehörden und erläuterten die Bedingungen der Vereinbarung.

Alle Wege außer jenen, die mit dem LKW befahrbar sind und für die der Bayerische Staatsforst zuständig ist, kennzeichnet die LAG nach dem neuen Beschilderungskonzept. Obwohl im Vorfeld die Kommunikation mit den Grundstücksbesitzern nicht in allen Gemeinden optimal gelaufen sei, hofften die Beteiligten auf einen baldigen Abschluss und eine zügige Umsetzung der geplanten Informationstafeln.

Radfahrer sollen schon bald von Schildern profitieren

Die Mountainbiker können sich an den Tourennummern auf den Schildern, Zwischen-Wegweisern und Sondertafeln orientieren. Infotafeln an den Ausgangspunkten und an markanten Kreuzungen werden das Leitsystem ergänzen und sollen es übersichtlich machen.

Der Chiemgau Tourismus arbeitet bereits intensiv an einer Publikation ausgewählter Touren für verschiedene Zielgruppen. Ziel ist es auch für die Gemeinden, bis zum nächsten Jahr die entsprechenden Informationen zum Wegenetz digital und in gedruckt anbieten zu können.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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