Schuld war nicht der Corona-Sommer

Hochfelln-Seilbahn fährt schlechte Saison, Gemeinde Bergen hilft mit 72.000 Euro

Eine Gondel der Hochfelln-Seilbahn auf dem Weg zur Bergstation. Wegen des Lockdowns ist der Fahrbetrieb vorerst bis Ende November eingestellt.
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Eine Gondel der Hochfelln-Seilbahn auf dem Weg zur Bergstation. Wegen des Lockdowns ist der Fahrbetrieb vorerst bis Ende November eingestellt.

Ein guter Sommer, aber ein wirtschaftlich schlechter Winter: Mit 72.000 Euro steht die Hochfelln-Seilbahn bei der Gemeinde Bergen in der Kreide. Die hatte vorgesorgt und den Haushalt gut aufgestellt, sodass das Budget die Kostenübernahme gut verkraftet.

Von Otto Humm

Bergen – Die Übernahme nicht gedeckter Kosten der Bergener Hochfelln-Seilbahn für das Wirtschaftsjahr 2019/2020 stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Das Gremium sprach sich einvernehmlich dafür aus, die Summe in Höhe von 72 000 Euro zu zahlen. Das Minus war zwischen dem 1. Mai 2019 und dem 30. April dieses Jahres angewachsen. Für Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste) „ein gutes Ergebnis“, da im Haushalt vorsorglich 120 000 Euro als Summe für die geschätzte Unterdeckung bereitgestellt worden war. Das Minus in der Seilbahn-Kasse begründete er damit, dass zwar der Betrieb im vorigen Sommer „sensationell gut“ gelaufen sei, im Winter, der sehr mild war, leider schlecht.

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Viele freiwillige Leistungen

Trotzdem konnten im Geschäftsjahr 2019/20 38 000 Euro an Verbindlichkeiten abgebaut werden. Allerdings auch deswegen, weil viele Hochfelln-Bedienstete zu zahlreichen freiwilligen Leistungen bereit gewesen seien. Zudem laufe der Gastronomiebetrieb auf der Mittelstation sehr gut. Dem Bürgermeister zufolge wurden in den Wintermonaten Überstunden abgebaut und Reparaturen vorgenommen.

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Er erinnerte dabei an die vollzogenen Malerarbeiten, an die Ausstattung der Gastronomie auf der Mittelstation, stellte die Umstellung der Software auf ein neues Kassensystem heraus und sprach über die Erneuerung des Zeiterfassungssystems. Alle Mitglieder des Gemeinderats respektierten den Eifer und die Begeisterung der Seilbahn-Angestellten, möglichst wirtschaftlich zu arbeiten und der Kommune damit Kosten sparen zu helfen. Stefan Schneider kündigte zudem die Sanierung der Bergstation an und auch Maßnahmen für eine neue Steuerung der Anlage.

Bis auf Weiteres kein Fahrdienst

Des Weiteren erinnerte der Rathaus-Chef an die noch heuer anstehende Prüfung der gesamten Anlage durch den TÜV.

Josef Gehmacher (CSU) betonte, die gemeindlichen Gelder seien „eine sehr gute Investition in die Seilbahn, für die Gemeinde und den Tourismus“. Weitere Räte lobten die Seilbahn-Angestellten, die viele Arbeiten selbst ausführten. Mitgeteilt wurde noch, dass aufgrund des Lockdowns bis auf Weiteres kein Fahrbetrieb erlaubt sei.

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