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„Sonnengeflüster“

70 Elefanten rund ums Auto: Isingerin reist in Corona-Zeiten nach Namibia und schreibt ein Buch

Die Autorin Sonja Piontek mit einer Himba-Frau. Zusammen bereiten sie Maisbrei zu, die wichtigste und fast ausschließliche Nahrung des Volkes. Viele der Himba können sich nicht vorstellen, dass in anderen Kulturen kein Maisbrei gegessen wird, sondern zu jeder Mahlzeit etwas anderes. Foto: Giesen
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Die Autorin Sonja Piontek mit einer Himba-Frau. Zusammen bereiten sie Maisbrei zu, die wichtigste und fast ausschließliche Nahrung des Volkes. Viele der Himba können sich nicht vorstellen, dass in anderen Kulturen kein Maisbrei gegessen wird, sondern zu jeder Mahlzeit etwas anderes.
  • VonChristiane Giesen
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Einfach mal weg, diesen Traum haben viele in der Corona-Zeit. Die Isingerin Sonja Piontek hat ihn verwirklicht. Über eine besondere Reise nach Namibia.

Chieming – „Namibia ist ein tolles Land. Ein Land, wo meine Seele fliegen kann“, schwärmt die Isingerin Sonja Piontek. Ihr jüngstes Buch „Sonnengeflüster“ beschreibt ihre Reise durch Namibia, die sie zusammen mit ihrer Freundin, der Fotografin Carolyn Strover, Ende 2020 unternommen hat.

In knapp vier Wochen legten beide 6285 Kilometer mit dem Landrover zurück, davon mehr als zwei Drittel auf Schotterpisten, im Sand und in ausgetrockneten Flussbetten. Die längste Strecke, die beide in einem Stück von Opuwo nach Ai Aiba zurücklegten, war 608 Kilometer lang davon fast die ganze Strecke Schotterpiste, was zehn Stunden dauerte.

Projekt trotz und wegen Corona

Wie kommen zwei Frauen dazu, so eine abenteuerliche Reise zu machen? 2020 sei ihr schwierigstes Lebensjahr bisher gewesen, erzählt Sonja Piontek, die bis dahin sehr erfolgreiche Unternehmerin mit eigenem Reisebüro, international publizierende Autorin und Motivationsrednerin. In 2020 hatte sie ein Kind verloren und überdies „die (vermeintliche) Liebe meines Lebens“, wie sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erzählt.

Ihre Mutter wurde krank und im Frühjahr 2019 kam auch noch Corona dazu, was ihr als selbstständiger Reiseunternehmerin alle beruflichen Perspektiven zerstörte. Aber sie beschloss, sich nicht unterkriegen zu lassen.

So kam es zu der Reise, da Namibia seit vielen Jahren zu den Lieblingsländern der Autorin zählt. Glücklicherweise war Namibia zum Zeitpunkt der Reise fast Covid 19 frei und gilt auch sonst als eines der sichersten Reiseziele in Afrika. Für die Einreise Mitte November mussten die beiden Frauen lediglich einen PCR-Test vorweisen und bei der Rückreise nach Deutschland nicht in Quarantäne.

Elefanten und wütende Nashörner

Hoch spannend und dokumentiert anhand wunderschöner Farbfotografien werden in dem durchweg lesenswerten Buch nicht nur beglückende Begegnungen mit den verschiedenen Völkern Namibias geschildert, den Himba, San oder Hereros, die in dem weiten Land friedlich nebeneinander leben, sondern auch mit der faszinierenden Welt der wilden Tiere – Löwen, Affen, Elefanten und vielem mehr.

Selbstverständlich gab es auch gefährliche Situationen mit Wildtieren. Zum Beispiel als etwa 70 Elefanten rund um das Auto der Frauen herum die Straße überquerten oder als das Fahrzeug kurzzeitig von drei wütenden Nashörnern verfolgt wurde. Dabei komme es darauf an, die Körpersprache der Tiere zu beobachten und richtig zu reagieren, sagt die erfahrene Weltreisende: im Fall der Elefanten ganz ruhig stehen zu bleiben und bei den Nashörnern, „ruhig, aber gezielt wegzufahren“.

Eine solche Reise schnell und gezielt zu planen und auch erfolgreich durchzuführen, kann sicher nicht jeder ohne professionelle Hilfe. Piontek hat eine besondere Biografie. In ihrem persönlichen wie beruflichen Leben hat sie trotz ihrer erst 45 Jahre schon einiges hinter sich. Häufige Orts- und Schulwechsel, immer wieder wechselnde Bezugspersonen und viele Begegnungen mit Menschen sind ihr gleichsam in die Wiege gelegt.

Kindheit in Bayern und in Österreich

Im Juni 1976 als eineiiger Zwilling mit ihrer Schwester Tatjana in München geboren, lebte die Familie mit einem früh verstorbenen Bruder mal in Deutschland, mal in Österreich. 1987 zogen alle nach Neubeuern. Von hier aus besuchte Piontek das Karolinen-Gymnasium in Rosenheim. In München legte sie 1995 das Abitur ab.

Seit 25 Jahren leben die Schwestern und ihre Mutter nun im Chiemgau, schon lange und bis heute in Ising. Schon während ihres Studiums der Diplomkulturwirtschaft mit Schwerpunkt Südostasienkunde unternahm Piontek viele Reisen.

Bereits nach dem ersten Semester war sie sechs Monate in Indonesien. Nach dem Vordiplom 1999 ging es nach Neuseeland, Oakland, USA, mit einem ersten Praktikum bei BMW, wo Piontek später in Singapur als Marketing–Direktorin für die BMW-Group in Asien, Pazific drei Jahre arbeitete.

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