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Nach der Pest und nach der Pandemie

45.000 Euro – Traunsteiner Schäffler schütten Spenden-Füllhorn aus

Große Freude über die hohen Schecks: Christa und Birgit Sailer vom Verein „Vergissmeinnicht Chiemgau“ (von links), Karlheinz Brunner, Diözesanvorsitzender des Kolping Diözesanverbands München und Freising, Stefan Eisenreich, Leiter der Traunsteiner Schäfflertänzer, Wolfgang König vom Förderverein des THW-Ortsverbands Traunstein, Jens Steinigen vom Vereins „Athletes for Ukraine“, Anja Müller vom Förderverein des THW-Ortsverbands Traunstein, Max Rauecker vom MHD Traunstein, Markus Burghammer vom DLRG-Ortsverband Traunstein-Siegsdorf und Claudia Bork von der Bergwacht Traunstein.
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Große Freude über die hohen Schecks: Christa und Birgit Sailer vom Verein „Vergissmeinnicht Chiemgau“ (von links), Karlheinz Brunner, Diözesanvorsitzender des Kolping Diözesanverbands München und Freising, Stefan Eisenreich, Leiter der Traunsteiner Schäfflertänzer, Wolfgang König vom Förderverein des THW-Ortsverbands Traunstein, Jens Steinigen vom Vereins „Athletes for Ukraine“, Anja Müller vom Förderverein des THW-Ortsverbands Traunstein, Max Rauecker vom MHD Traunstein, Markus Burghammer vom DLRG-Ortsverband Traunstein-Siegsdorf und Claudia Bork von der Bergwacht Traunstein.

Die Legende der Schäffler geht auf die Pest zurück und könnte angesichts von Corona aktueller nicht sein. Nun haben die Traunsteiner mit ihren Spenden für viele frohe Gesichter gesorgt. Wer von den Schäfflern profitiert.

Traunstein – Mehr als zwei Jahre nach ihren Auftritten im Fasching 2020 hatten die Schäfflertänzer der Kolpingfamilie Traunstein „corona-gebeutelt“ endlich die Gelegenheit, das ertanzte und eingesammelte Geld bei einem Abschlussabend im Biergarten des Sailer-Kellers zu verteilen. Die musikalische Umrahmung übernahm eine gemeinsame Musikkapelle aus Musikanten der Stadtmusik Traunstein und der Musikkapelle Surberg-Lauter.

Beim Schäfflertanz blieben unterm Strich rund 30.000 Euro übrig, die Stefan Eisenreich vom Lenkungsteam im Namen der Schäffler verteilte. Je 7000 Euro erhielten der Verein „Vergissmeinnicht Chiemgau“ von Birgit Sailer und die Aktion „Die im Dunkeln sieht man nicht ...“ von Veronika Hümmer.

Ein Holzbackofen für die Grundschule

Weitere 14.000 Euro gingen zu gleichen Teilen an die Traunsteiner Rettungsorganisationen wie die Freiwillige Feuerwehren Traunstein und Haslach, der DLRG-Ortsverband Traunstein-Siegsdorf, der THW-Ortsverband Traunstein, das BRK Traunstein, der MHD Traunstein und die Bergwacht Traunstein. Für die restlichen 2000 Euro erhielt die Ludwig-Thoma-Grundschule Traunstein einen Holzbackofen.

Mehr als 100 Mitwirkende

Ihr während der Pandemie gegebenes Versprechen, wie einst die Schäffler nach dem Ende der Pest, nach dem Ende der Pandemie noch einmal aufzutreten, lösten sie bei der gemeinsamen Veranstaltung „Kemma wieder zam“ mit weit über 100 Mitwirkenden im April auf dem Stadtplatz ein. Weitere Beteiligte waren der GTEV „Trauntal“ Traunstein, der GTEV „D’Gmiadlichn Hochbergler“, der GTEV „Eschenwald“ Rettenbach sowie die Stadtmusik Traunstein und die Musikkapelle Surberg-Lauter. Durch die Hutsammlung, Karten- und Schnapsverkauf und die Spendenbox der Schäfflertänzer sowie durch Spenden des GTEV „Trauntal“, der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost und der Aktion „Die im Dunkeln sieht man nicht ...“ kam ein Spendenbetrag von 15 000 Euro zusammen. Davon nahmen der frühere Biathlet Jens Steinigen 10 000 Euro für den Verein „Athletes for Ukraine“ und Karlheinz Brunner, Vorsitzender des Kolpingwerkes im Diözesanverband München und Freising, 5000 Euro für Kolping International für die Ukraine Nothilfe entgegen.

Über die Tanzsaison im Fasching 2020 der Traunsteiner Schäfflertänzer berichtete Eisenreich, dass an den 14 Tagen 77 Auftritte erfolgten, im Durchschnitt also mehr als fünf pro Tag. Durchschnittlich waren etwa 32 Schäffler, Marketenderinnen, Kasperl und Kartenverkäuferinnen sowie 25 Musikanten der Stadtmusik Traunstein und der Musikkapelle Surberg-Lauter beteiligt. Bei allen 77 Auftritten waren Helmut Bergemann, Rainer Kösterke, Michael Schüller, Wast Eisenreich und Paul Zeiser dabei.

Mit einer Urkunde bedankte er sich bei Helmut Bergemann für dessen sechsmalige Teilnahme am Schäfflertanz. Eisenreichs Dank galt auch den dienstältesten Schäfflern Sepp Holetscheck, Paul Zeiser, Sebastian Reiter und Isidor Rosenegger. Ganz besonders bedankte er sich bei seinem Vater Wast Eisenreich, ohne den es ihm nicht möglich gewesen wäre, den Schäfflertanz in dieser Form aufzuziehen.

Wichtigste Einnahmequellen des Schäfflertanzes waren die Tanzspender, die Hutsammlungen, der Schnapsverkauf, der Kartenverkauf sowie einige Großspender und weitere Gönner.

Legende geht auf das Jahr 1517 zurück

Zur Geschichte des Schäfflertanzes sagte Eisenreich, dass er der Legende nach 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt worden sei, um die Bevölkerung zu beruhigen und das öffentliche Leben in Gang zu bringen. Nachgewiesen ist er 1702 in München. Der Traunsteiner Schäfflertanz wurde 1859 erstmals erwähnt. 1914 wurde er vom Turnverein aufgeführt. Die Kolpingfamilie Traunstein führte den Tanz 1953 anlässlich ihres 100-järhigen Bestehens und danach alle zehn Jahre auf. Seit dem Tanzjahr 1973 werden die Erlöse an wohltätige Organisationen gespendet. Seitdem wurden 97 500 Euro gespendet.

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