400-Betten-Hotel nimmt nächste Hürde

Das geplante "a-ja Resort Hotel" könnte von Norden gesehen so ausschauen. Foto Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding/Repro Bauregger
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Das geplante "a-ja Resort Hotel" könnte von Norden gesehen so ausschauen. Foto Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding/Repro Bauregger

Ruhpolding - In der Gemeinderatssitzung am Dienstag befasste sich der Ruhpoldinger Gemeinderat, unter Leitung der Bürgermeisterstellvertreterin Dr. Ulrike Pfeifer, erneut mit dem Bebauungsplan "Hotel-Resort Zell" (wir berichteten wiederholt).

Eine Betreibergesellschaft will dort neben dem Golfplatz eine Anlage mit 400 Betten bauen. Konkret ging es diesmal und die Rückmeldungen aus der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung.

Trotz der teils umfangreichen Stellungnahmen muss der Bebauungsplan nur in wenigen Punkten geändert oder ergänzt werden. Anhand einer Präsentation der "Projektgesellschaft Hotel Ruhpolding" informierte Bauamtsleiter Hans Hechenbichler zudem über den aktuellen Stand der Planung.

Planer Andreas Jurina erläuterte die relevanten Punkte. Er führte zum Beispiel aus, dass die Forderung, Fledermauskästen einige Jahre vor der Fällung betroffener Bäume aufzuhängen, nicht den aktuellen Ansichten der Fachwelt entsprechen und auch wegen des Zeitplanes nicht so umgesetzt werden können.

Angezweifelt wurde auch die Sinnhaftigkeit der Auflage, das sogenannte Monitoring (eine Dokumentation) zum Thema Fledermauskästen jährlich durchführen zu müssen. Unklar blieb auch die Umlegung der Kosten für dies Maßnahme.

Die Forderung der Kreisstraßenverwaltung nach Freihaltung der Sichtdreiecke sieht der Planer hingegen genauso bereits als erfüllt an wie die Maßgabe eines Mindestabstands von 4,5 Metern des Lärmschutzwalles zur Kreisstraße.

Die Forderung der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt nach Reduzierung des gemeindlichen Stellplatzschlüssels wird hingegen nicht erfüllt. Nach Ansicht des Planers und der Gemeindeverwaltung wurden die Stellplätze nach der Zahl der Betten, der Tagesgäste und des Personals richtig berechnet. Eine Reduzierung würde die Gefahr einer Parkplatzverlagerung in die benachbarten Wohngebiete bergen.

Als Immissionsschutz wird die Projektgesellschaft im südlichen Bereich, auf freiwilliger Basis, eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand zum Nachbaranwesen errichten.

Den redaktionellen Änderungen und Ergänzungen stimmte der Gemeinderat mit 11:3 Stimmen zu. Einstimmig beschloss das Gremium eine Vorplanung für die Niederschlagswasserbeseitigung des Hotelgrundstücks. Ohne Gegenstimme sprach sich der Gemeinderat auch dafür aus, die Abwägung zu den umfangreichen und detaillierten Einwendungen eines Nachbarn, vertreten durch Münchener Rechtsanwälte, zurückzustellen bis ein konkretes Verhandlungsergebnis in schriftlicher Form fixiert ist.

Keine Veranlassung zu einer Änderung des Bebauungsplanes sehen Verwaltung und Fachleute bezüglich der Stellungnahme einer Zeller Bürgerin zu Details des Hotelprojektes. Dieser Meinung schloss sich auch die Bürgervertretung mit 11:3 Stimmen mehrheitlich an.

In der Stellungnahme führte die Anliegerin unter anderem aus, dass das "a-ja Resort" (Betreibergesellschaft) einen Fremdkörper im Ortsbild darstelle und kein Hotel der höheren Qualitätskategorie sei, ihre "Zeller Heimat" durch das Projekt zerstört werde, die Stellflächen für die Fahrzeuge einen enormer Flächenverbrauch bedingten und Oberfläche unsinnig versiegelt werde, die Lärmemission später höher sein werden als berechnet sowie die heimische Wirtschaft bei der Umsetzung des Projekts leer ausgehen werde.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat außerdem, dass keine Quergiebel zulässig sind.

Insgesamt sprach sich der Gemeinderat schlussendlich mit 11:3 Stimmen dafür aus, die getroffenen Entscheidungen einzuarbeiten und den Bebauungsplan dann für zwei Wochen erneut auszulegen. Dann können Stellungnahmen nur noch mit Bezug auf die jetzt beschlossenen Änderungen und Ergänzungen abgegeben werden. wb

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