Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Spontane Aktion für kriegsgebeutelte Menschen

40 Tonnen Hilfsgüter auf dem Weg von Grassau in die Ukraine

Hilfe für die Ukraine aus Grassau: Bei der spontanen Sammelaktion mit sofortigem Transport ins Krisengebiet packten Timotej und seine Mutter Ludmilla aus der Ukraine, Organisatorin Corinna Münch, Lkw-Fahrer Alexej sowie Organisator Martin Peth mit an (links).
+
Hilfe für die Ukraine aus Grassau: Bei der spontanen Sammelaktion mit sofortigem Transport ins Krisengebiet packten Timotej und seine Mutter Ludmilla aus der Ukraine, Organisatorin Corinna Münch, Lkw-Fahrer Alexej sowie Organisator Martin Peth mit an (links).
  • VonTamara Eder
    schließen

Überwältigt zeigen sich die Grassauer Organisatoren von der spontanen Sammelaktion zugunsten der Ukraine. 1000 Pakete mit Lebensmitteln, Medikamenten, Verbandsmaterial und Kleidung sind bereits unterwegs.

Grassau – Mit dieser überwältigenden Resonanz hat selbst der Organisator Martin Peth von der Christlichen Gemeinde Grassau nicht gerechnet: Spontan wurde zu einer Spendenaktion für die Ukraine aufgerufen. Sogleich meldeten sich Grassauer, unter anderem auch der Verein Integer mit seiner Kleiderkammer, und unterstützte die Aktion. Die Hilfsgüter wurden am Wochenende auf einem 40-Tonner verladen und sind seit Montag bereits auf den Weg direkt in die Ukraine.

Gerührt von so viel Hilfsbereitschaft

Diese Welle der Hilfsbereitschaft hat Organisator Peth zugleich überrascht und begeistert: „Die Aktion wurde super angenommen. Die Spendenbereitschaft ist überwältigend. Obwohl die Aktion von Christlichen Gemeinde Grassau gestartet wurde, entwickelte sie sich zu einer Aktion von ganz Grassau“. Sichtlich gerührt ist Peth von den vielen beherzten Menschen, die aktiv mithalfen, Kisten schleppten und den Lkw beluden. Ursprünglich sei gedacht gewesen, die Güter in den Räumen der Christlichen Gemeinde zu sammeln. Doch die vielen Sachen hätte das Zuhause der Gemeinschaft nicht fassen können.

Bereits aus der Ukraine geflüchtet

Die Gemeinde Grassau hatte dann spontan den Hefterstadel als Sammelstation angeboten: „Dies war angesichts der unfassbaren Menge auch sehr gut.“

Peth hatte schon vor der Aktion Kontakt zu einer Frau aus der Ukraine, die seit einigen Monaten in Grassau in der Gemeinschaftsunterkunft lebt. Sie flüchtete bereits einige Monate vor dem Krieg mit ihren acht Kindern. Auch sie, die nur Ludmilla genannt werden möchte, half mit ihrem 15-jährigen Sohn Timotej tatkräftig mit, trug ein Paket nach dem anderen.

Acht Kinder in Sicherheit

Ludmilla ist Christin und hatte das Glück, schon vor dem Krieg Kontakt zur Christlichen Gemeinde in Grassau aufnehmen zu können. Deutsch kann sie noch nicht und auch Englisch zu sprechen ist etwas schwer für sie. Dennoch gelang es ihr, im Nachgang der Aktion gegenüber den OVB-Heimatzeitungen ihre Begeisterung auszudrücken: „Mein Herz ist voll und ich möchte so Vieles sagen“. Sie erzählt, so gut es die Sprachkenntnisse zulassen, dass sie aus dem Grenzbereich zu Belarus stammt und noch Familie in der Ukraine hat. Seit über einer Woche habe sie keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern und ihren drei Geschwistern. Das mache sie sehr traurig. Sie sei froh, ihre acht Kinder, sieben Mädchen und einen Buben, hier in Sicherheit zu wissen. „Ich bin very happy, dass Deutschland meinem Land hilft“, sagt sie auf Deutsch und Englisch.

Sattelschlepper bis oben gefüllt

Schwer beschäftigt war während der Sammel- und Verladeaktion auch Corinna Münch, die diese gemeinsam mit Martin Peth geleitet hat und den Kontakt zum Verein Integer und dessen Kleiderkammer herstellte. Schon mehrfach fuhr das Missionswerk „Friedensbote“ Hilfsgüter des Vereins in Krisengebiete und so konnte sie an die guten Kontakte anknüpfen. Auch sie sei überrascht gewesen, erzählt sie, dass der Sattelschlepper bis oben hin gefüllt wurde.

Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau

Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau
Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau
Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau
Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau
Ukraine-Konflikt: Welle der Hilfsbereitschaft in Grassau

Ein Mann namens Alexej, selbst Ukrainer, fährt den Sattelschlepper. Direkt am Montagmorgen ging es für ihn los. Während des Beladens noch dirigierte er die Helfer und stapelte die Schachteln gekonnt bis zur Decke des Laderaums.

Gefährliche Route

Alexejs Route führt ihn direkt in die Ukraine. Kein einfaches Unterfangen, und doch zeigte sich Alexej gegenüber den Organisatoren vor seiner Abfahrt zuversichtlich, dass er sein Ziel in diesen Tagen erreichen wird. Er fährt den langen Weg nicht zum ersten Mal und mit dem roten Kreuz auf dem Lastwagen, als Zeichen für humanitäre Hilfe, „dürfte er auch gut durchkommen“, hofft Peth.

Die Hilfsbereitschaft ist groß und überspannt auch in Grassau viele Nationen. So halfen junge Männer aus der Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls mit.

Solidarität unter Flüchtlingen

Javid aus Afghanistan zum Beispiel ist bedrückt, denn er wird durch die Ukraine-Berichterstattung im Fernsehen wieder an den Krieg in Afghanistan erinnert, vor dem er floh. Zu helfen ist für ihn selbstverständlich und Ausdruck von Solidarität: „Ich helfe gerne und bin froh, dass so Viele Anteil nehmen“, sagt Javid, der mittlerweile schon gut Deutsch kann. Über 70 Helfer kamen Grassau zusammen, sie verluden über 1000 Pakete mit wichtigen Hilfsgütern, darunter Lebensmittel und Medikamente, aber auch Betten, Kissen und Kleidung. Was nicht mehr in den Lkw passte, wird mit einem weiteren Hilfstransport mitgeschickt.

Die Hilfsaktion geht noch bis Montag, 14. März, weiter. Gesammelt wird im Heftersaal von Montag bis Sonntag 17.30 bis 19 Uhr. Peth bittet, hauptsächlich Lebensmittel, Hygieneartikel und Verbandsmaterial zu bringen, „Kleidung brauchen wir erst einmal nicht mehr.“

Mehr zum Thema