GEGEN CORONA-MAßNAHMEN

200 Teilnehmer bei Corona-Demo in Traunstein

Einige Menschen nutzten das offene Mikro bei der Kundgebung am Traunsteiner Stadtplatz, um ihrem Unmut über die Coronamaßnahmen Platz zu machen, etwa Herbert Buchner aus Siegsorf.
+
Einige Menschen nutzten das offene Mikro bei der Kundgebung am Traunsteiner Stadtplatz, um ihrem Unmut über die Coronamaßnahmen Platz zu machen, etwa Herbert Buchner aus Siegsorf.

Die frühere Querdenker-Bewegung aus dem Achental und Traunstein hat sich einen neuen Namen gegeben und plant weitere Kundgebungen. Zur jüngsten Demo in Traunstein kamen 200 Menschen. Viele nutzten das offene Mikro.

Von Hubert Hobmaier

Traunstein – „Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Menschen ihren Unmut über die Coronamaßnahmen öffentlich kundtun, obwohl viele offensichtlich mit den Regierungsentscheidungen nicht einverstanden sind“, so das Fazit des Veranstalters Franz Lindlacher aus Staudach nach der neuerlichen Kundgebung der Maßnahmen-Kritiker auf dem Traunsteiner Stadtplatz. Die frühere Querdenker-Bewegung aus der Region nennt sich nun „TS-BGL für Selbstbestimmung und eine menschliche Zukunft“. Die Veranstalter sprachen vor 200 Teilnehmern; die Polizei zeigte sich mit dem gesamten Ablauf zufrieden. Mehrere Menschen nutzten das offene Mikrofon am Ende der Veranstaltung.

Lesen Sie auch: Gründet sich hier gerade ein Rudel? Wolf in Siegsdorfer Fotofalle wahrscheinlich trächtig

Zweifel an Übersterblichkeit wegen Corona

Die „James Band“ aus Rosenheim sorgte mit ihrer musikalischen Umrahmung für eine friedliche Stimmung. Moderator Georg Huber aus Waging berichtete am Mikro, in seinem eigenen Geschäft massiv von einem Kunden angegangen worden zu sein, weil er keine Maske trage – er habe eine Befreiung von der Maskenpflicht: „Dieses Verhalten hat mich ziemlich hart getroffen“. Martin Bohleben aus Traunstein forderte dazu auf, „die Landes- und Bundesregierung in den Ruhestand zu versetzen“. Gottlieb Gottsmann aus Traunstein sah anhand der Zahlen „keine Übersterblichkeit aufgrund des Coronavirus“.

Für Felicitas Englisch aus Siegsdorf sind die Grundrechte nicht verhandelbar, die Freiheit der Meinung und die Pflicht zum Diskurs gehen für sie „mit einer funktionierenden Demokratie einher“. Herbert Buchner aus Siegsdorf griff den Artikel 1 des Grundgesetztes und somit die Würde des Menschens auf: „Insbesondere für Kinder, Menschen mit Behinderung und alte Menschen haben die Maßnahmen gravierende Einschränkungen.“

Die Traunsteiner Polizei zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden. Unterstützt wurde sie von überörtlichen Kräften.

In zwei Wochen soll es am Samstagnachmittag erneut zu einer Kundgebung am Traunsteiner Stadtplatz kommen. Am Dienstag, 17 Uhr, ist am Kirchplatz in Grassau eine weitere Kundgebung geplant. Die Bewegung will außerdem am Samstag, 20. März, bei einer zentralen Kundgebung in Kassel mitwirken.

Mehr zum Thema

Kommentare