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Sensationeller Sieg

Sie holten 1972 Olympia-Gold nach Inzell: Ehrung für Monika Gawenus und Erhard Keller

Erfreut über die Einladung des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell: die Olympiasieger im Eisschnelllauf von 1972, Monika Gawenus und Erhard Keller. Wegscheider
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Erfreut über die Einladung des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell: die Olympiasieger im Eisschnelllauf von 1972, Monika Gawenus und Erhard Keller.
  • VonHelmut Wegscheider
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Der Verkehrs- und Heimatverein Inzell würdigt die Erfolge von Monika Gawenus und Erhard Keller. Bei der Ehrung ließen die Goldmedaillen-Gewinner die Ereignisse nochmals Revue passieren.

Inzell – Die European Championships 2022 in München waren ein Riesenerfolg und dabei gab es auch immer wieder einen Rückblick auf die Olympischen Spiele 1972. So auch in Inzell – der fiel aber auf die Winterspiele im japanischen Sapporo vor 50 Jahren. Dabei feierten Inzeller Bürger große Erfolge: Monika Gawenus und Erhard Keller wurden Olympiasieger im Eisschnelllauf.

Rückblick auf auf sportliche Leistungen

Rückblickend auf diese herausragenden sportlichen Erfolge hatte nun der Verkehrs- und Heimatverein Inzell (VHI) die beiden zu einem gemütlichen Abend eingeladen, um die Ereignisse von damals Revue passieren zu lassen und ein wenig zu feiern.

Monika Gawenus gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo als 17-Jährige überraschend die Goldmedaille im Eisschnelllauf über 1000 Meter und war damit bis 1990 die einzige westdeutsche Eisschnellläuferin, die eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewann. Unmittelbar nach Olympia 1972 gewann sie in Eskilstuna/Schweden auch noch die Goldmedaille im Sprintvierkampf.

Beständig zur Weltspitze gezählt

In ihrer langen Karriere – bis 1988 nahm sie an allen Olympischen Spielen teil – zählte Monika Gawenus beständig zur Weltspitze über 1000 oder 500 Meter. Verletzungsbedingt konnte sie aber nicht mehr ganz an die großen Erfolge des Jahres 1972 anknüpfen. Für den Erfolg in Sapporo und ihre danach folgenden Leistungen wurde sie am 22. März 1972 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, seit 1950 die höchste staatliche Anerkennung für Spitzenleistungen im deutschen Sport.

Erhard Keller begann seine internationale Laufbahn Mitte der 1960er Jahre und stellte 1967 den Weltrekord über 500 Meter ein, als er die Distanz in 39,5 Sekunden lief. Im weiteren Verlauf seiner Karriere verbesserte er die Weltbestzeit auf seiner Spezialstrecke mehrmals bis auf 38 Sekunden. Bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble feierte Keller den ersten männlichen Eisschnelllauf-Olympiasieg; diesen Erfolg konnte er vier Jahre später in Sapporo wiederholen. Zwischenzeitlich war er 1971 auf seiner Heimbahn in Inzell zudem Sprintweltmeister geworden.

Anschließend startete Keller einige Jahre lang als Profi und arbeitete in den 1970er Jahren zudem als Fernsehmoderator (Spiel ohne Grenzen). Der promovierte Zahnarzt prägte über Jahrzehnte, auch als TV-Experte bei Olympischen Spielen, das Bild des deutschen Eisschnelllaufs und wurde 2011 in die “Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen.

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Bei dem Treffen im Zeitlos in Inzell begrüßte VHI-Vorsitzender Alfons Schrittenlochner die beiden Sportler und verwies auf den festlichen Empfang der beiden Sportler 1972 am Rathaus. Besonders stolz sei damals Bürgermeister Ludwig Schwabl gewesen, der Erhard Keller 1965 eine kostenlose Wohnung zur Verfügung stellte, damit der im neu erbauten Eisstadion trainieren konnte.

„Inzell hat alles vorbereitet für meine sportlichen Erfolge und die Zusammenarbeit war immer gut. Ludwig Schwabl hatte immer ein offenes Ohr für den Sport und ihm verdanke ich sehr viel“, betonte Keller.

Seine erste Goldmedaille in Grenoble sieht er im Nachhinein als besonders wichtig an, denn im Vorfeld kamen Staatssekretäre oft nach Inzell, um zu sehen, ob sich die Investition einer neuen Eisbahn auch lohnen würde – diese Sorge war mit dem Olympiasieg sogleich erledigt.

Die 2011 erbaute Eishalle sieht Keller als entscheidenden Punkt für die Gemeinde, sowohl aus sportlicher, als auch aus wirtschaftlicher Sicht. „Inzell wäre sonst ein weißer Fleck in der Landschaft“, so der 77-Jährige.

Dem Verein etwas zurück geben

Monika Gawenus wollte dem Verein für die jahrelange Unterstützung einfach was zurückgeben und war in den letzten viereinhalb Jahren Nachwuchstrainerin beim DEC Inzell. Doch nun werde sie ihr Engagement aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen beenden, kündigte sie an.

Sie verbringe viel Zeit mit ihren Enkelkindern und will auch persönlich noch Sport betreiben. Gerne blickt sie auf die sportlichen Jahre zurück mit einem guten Zusammenhalt untereinander. „Früher war das persönliche Miteinander einfach besser und es gab keinen Zickenkrieg. Jeder freute sich mit dem anderen und vor allem meine Freundin Paula Dufter war die erste, die mir nach meinem Olympiasieg in Sapporo gratulierte“, erinnert sie sich an „eine wirklich schöne Zeit“ zurück.

Die Goldmedaillen von den Olympischen Spielen in Grenoble und Saporro hatten die beiden Inzeller Olympiasieger Monika Gawenus und Erhard Keller mitgebracht.

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