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Ein Brückenbauer mit hohem Engagement

Franz Neubauer †
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Franz Neubauer †

Nußdorf. – Der ehemalige bayerische Sozialminister Franz Neubauer ist am Mittwoch nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben. Sein politisches Wirken war nicht nur von einem unermüdlichen Einsatz für seinen Stimmkreis geprägt,

Er gehörte rund fünf Jahrzehnte der CSU an und vertrat von 1970 bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik im Jahr 1986 die Interessen der Region als Abgeordneter im Landtag. Von 1977 bis 1978 war er Staatssekretär im Justizministerium, von 1978 bis 1984 fungierte er als Staatssekretär im Innenministerium. 1984 wurde er zum Sozialminister ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1986 inne. Der berufliche Weg hatte den im Sudetenland geborenen Juristen 1958 zunächst in die bayerische Finanzverwaltung geführt. Nach dem Ausscheiden aus der Politik war er von 1987 bis 1993 geschäftsführender Präsident des bayerischen Sparkassen- und Giroverbandes, von 1993 bis 1998 Vorstandsvorsitzender der bayerischen Landesbank.

sondern auch von der nach ihm benannten „Neubauer-Kommission“. Ihre Aufgabe war, unter seiner Leitung Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung voranzutreiben. Als der spätere Ministerpräsident Edmund Stoiber diesen Weg konsequent fortsetzte, diente ihm die Arbeit der Kommission als wichtige Basis.

Im Landkreis Rosenheim ist er vielen Menschen als Abgeordneter in Erinnerung, der stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger hatte. Stille Hilfe, auch dieses Selbstverständnis von parlamentarischer Arbeit prägte Neubauers Wirken. Wichtige kommunale Projekte, beispielsweise die Rosenheimer Südost-Umgehung oder die Simssee-Ringkanalisation, gehen auf seine politische Einflussnahme zurück.

Die Staatsregierung würdigte den Verstorbenen, der zuletzt zurückgezogen lebte, gestern als einen „hoch angesehenen und verdienten Politiker sowie Brückenbauer und Vermittler zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik“. Damit erinnerte sie auch daran, dass er von 1982 bis 2000 Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft war und ab 1986 zudem Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe. Neubauer, der als Jugendlicher die Vertreibung aus dem Sudetenland miterleben musste, sah diese beiden Ehrenämter stets auch als Verpflichtung an, für Aussöhnung einzutreten. Er habe die Interessen des „vierten bayerischen Stammes“ mit hohem Engagement vertreten, würdigte ihn die Staatsregierung. Zu Recht habe er höchste Auszeichnungen und Anerkennung für „seine herausragenden Verdienste“ erhalten. Neubauer war unter anderem Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Verdienstordens und des Päpstlichen Gregoriusordens.

Die CSU-Kreisverbände Rosenheim Stadt und Land würdigten Neubauers Verdienste ebenfalls. Er habe ein hohes Maß an Einsatz und Disziplin gezeigt und sein Wirken stets am Wohlergehen der Menschen ausgerichtet. „Sein politisches Erbe ist uns Auftrag und Verpflichtung“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Der amtierende Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen, Bernd Posselt, nannte seinen Vorgänger einen „sudetendeutschen Fels in der Brandung der stürmischen Wendezeit“. Er habe stets zielstrebig auf die Wiedervereinigung Deutschlands und ein vereintes Europa hingearbeitet.

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