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Ein Brandanschlag und ein Tumult

Ein Brandfahnderder Kripo auf der Suche nach Spuren.
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Ein Brandfahnderder Kripo auf der Suche nach Spuren.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Wochenende vor einer Überlastung der Polizei gewarnt –wegen zunehmender Gewalttätigkeiten unter Asylbewerbern, aber auch wegen einer steigenden Zahl von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte (siehe blauer Kasten). Soyen/Prien.

Im Landkreis Rosenheim wurden diese zwei traurigen Kapitel am Wochenende fortgeschrieben: In Soyen wurde ein Brandanschlag auf noch unbewohnte Container für Flüchtlinge verübt, in Prien mussten 13 Polizeistreifen anrücken, weil in der Asylbewerberunterkunft dicke Luft herrschte.

– Im Tatzeitraum Freitagnachmittag bis Samstagvormittag versuchten Unbekannte, in Soyen eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Brand zu setzen. Festgestellt wurde dies bei einer Begehung am Samstag durch Verantwortliche der Gemeindeverwaltung. Die Kripo Rosenheim hat eine Ermittlungsgruppe gegründet und nimmt Hinweise entgegen.

Beim betroffenen Objekt handelt es sich um eine zweistöckige Containerunterkunft, mit Aufstellungsausmaßen von etwa 15 mal 50 Metern. Etwa zehn der als Mehrbettzimmer ausgestatteten Erdgeschoss-Container wiesen Schäden auf, insbesondere in Form von Verrußungen.

Erste Kripo-Ermittlungen ergaben, dass sich ein oder mehrere Unbekannte gewaltsam Zutritt zu einem der Container verschafft hatten und dort mit einem noch nicht definierten Brandbeschleuniger den hölzernen Boden in Brand gesetzt haben. Offenbar ist das Feuer ohne weiteres Zutun erloschen. Der Schaden wird auf etwa 50 000 Euro geschätzt.

Die Kripo sucht Zeugen und fragt: Wer hat im Zeitraum von Freitagnachmittag bis Samstagvormittag (15. bis 16. Januar) verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der im Gewerbegebiet aufgestellten Container festgestellt. Wer kann sonstige Hinweise zur Tat geben? Hinweise nehmen die Kripo Rosenheim unter Telefon 08031/200-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Soyens Bürgermeister Karl Fischberger zeigte sich erschüttert: „Wir können das gar nicht fassen. Es ist nicht zu glauben, dass bei uns in Soyen so ein Anschlag passiert.“ Gleichzeitig gibt er sich kämpferisch: „Wir sind ein Ort mit hilfsbereiten Menschen und lassen uns durch eine solche Aktion nicht entmutigen.“ Fischberger ist überzeugt, dass die Aufnahme von Flüchtlingen im Februar herzlich und reibungslos abläuft. Der Asylhelferkreis in Soyen sei sehr engagiert, zu Drohungen und Hetze sei es im Vorfeld der Tat im Ort nicht gekommen.

Noch sind die Brandmelder nicht an die Leitstelle angeschlossen, deshalb war der Alarm nur in den Container-Modulen selbst zu hören. Die Ostseite ist von der Straße abgewandt, hier haben die Täter ein Fenster aufgebrochen. „Vermutlich mit einem Brecheisen“, so Fischberger. Geflüchtet sind die Brandstifter vermutlich über ein anderes Fenster. Es stand noch offen, als der Anschlag bemerkt wurde.

Die Containermodule, die aus nicht brennbarem Material gebaut wurden, waren noch nicht vollständig eingerichtet. Unter anderem fehlten noch die Betten. Deshalb hat sich das Feuer vermutlich nicht großflächig ausgebreitet. Böden sind verkohlt, Kühlschranke und Wände beschädigt.

Indessen lösten Asylbewerber 30 Kilometer weiter südöstlich in der Unterkunft in der Turnhalle in Prien einen Großeinsatz aus. Mit 13 Streifen musste die Polizei mitten in der Nacht auf der Sonntag anrücken. Angeblich würden 50 dunkelhäutige Asylbewerber aufeinander losgehen und auch den Security-Dienst angreifen – so die Erstmeldung gegen 4 Uhr früh.

Tatsächlich waren ein betrunkener Nigerianer (26) und ein Somalier (21), der bereits mehrfach aufgefallen ist, die Auslöser. Beide kamen deutlich alkoholisiert vom Weggehen zurück und sorgten für Unruhe in der Unterkunft. Der laut Polizei aggressive Nigerianer soll zudem auf einen Security-Mitarbeiter losgegangen sei, „übelst“ auf Deutschland geschimpft und den Mitarbeiter beleidigt haben. Der Mann erstattete Anzeige.

Um die Lage in der Unterkunft wieder zu beruhigen, habe man die beiden Querulanten in Gewahrsam genommen und ausgenüchtert, so die Priener Polizei weiter. Auf den Nigerianer kommt jetzt ein Strafverfahren zu. mir/ls

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